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Leben gegen den Strom: eine Unternehmerkarriere als Bäcker, eine zweite als passionierter Outdoor-Freak und »Sir Vival«, die dritte im Kampf für die Yanomami-Indianer und gemeinsam mit dem Islam gegen Frauenverstümmelung und Unterdrückung. Mitreißend und schonungslos ehrlich berichtet Rüdiger Nehberg von Zielen, Erfolgen und Pleiten, von Risiken und persönlichen Verlusten und davon, wie orientalische Gastfreundschaft mehr als einmal sein Leben rettete.
Die Viper wirkt müde. Ihr Gift scheint verspritzt. Doch plötzlich beißt die Schlange zu. Rüdiger Nehbergs Finger schwillt an. Wenn es schlimmer wird, muss ich ihn abhacken, weiß der Abenteurer. Einmal mehr reizt der Überlebenskünstler die Grenzen aus. Oder hat er sie überschritten? Rüdiger Nehberg kommt 1935 auf die Welt, gehört also zur Generation der Kriegskinder. Der geborene Bielefelder stammt aus einer Banker-Familie, wird jedoch Bäcker. „Es gibt Schlechtere“, ist der witzige Werbespruch seines erfolgreichen Unternehmens. Doch dem umtriebigen Mann reicht das nicht. Weg von den Torten und hin zu den Torturen zieht es ihn. Schritt für Schritt wird Nehberg zum deutschen Survival-Star. Durch Wüsten, Wälder und über Meere führen seine wahren Abenteuer. Für die Yanomami am Amazonas setzt sich der Macher massiv ein. Als Mann der Tat nerven Nehberg langatmige akademische Diskussionen. Aktuell macht Nehberg Front gegen die grausame Frauenverstümmelung. Zu seinem 70. Geburtstag Anfang Mai 2005 erscheint diese vielseitige Autobiographie. Um das Geheimnis des Hirschtalgs, Knast-Erfahrungen in Jordanien oder einen Puff-Besuch in der Türkei geht es darin. Und kaum zu glauben: An einer Stelle wird es dem „Würmerfresser“ selbst schlecht. „Sir Vival“ erzählt weitgehend chronologisch. Überraschend brav wirkt der angefügte, tabellarische Lebenslauf. Auch Freunde und Frauen urteilen über sein wildes Leben. Der Text ist sehr locker geschrieben und -- Sympathie vorausgesetzt -- ungeheuer unterhaltsam. Zu loben ist, dass Nehberg nicht bloß Episoden wiederholt, die bereits in anderen Büchern veröffentlicht wurden. Vielmehr gibt Rudi Rastlos viel Neues preis aus der Zeit zwischen den ganz großen Abenteuern. Neugierig, authentisch, als Arbeitstier und als Besessenen erleben Leser den Überlebenskünstler -- zudem als fesselnden Erzähler, der nicht nur Schlangengeschichten echt spannend rüberbringt. Eine tierisch gute Autobiographie resultiert daraus. Gut so, denn wie zu Bäckers Zeiten gibt es viel, viel Schlechtere. --Herwig Slezak
Nehberg zum Kennenlernen ...Rüdiger Nehberg zeigt in diesem Buch einen Querschnitt durch sein bewegtes Leben auf. Man erfährt viele Dinge, die man so noch nicht gewusst hat.
Sehr lobenswert ist sein jahrelanges Engagement für die Yanomami-Indianer und für die Abschaffung der Genitalverstümmelung der Frauen in der islamischen Welt, zu deren Zweck er mit einigen Wegbegleitern TARGET ins Leben gerufen hat.
Es ist im Grunde ein faszinierendes Buch, mit Humor geschrieben aber - des Eindrucks konnte ich mich nicht erwehren - auch ein wenig selbstherrlich.
Um sich aber erst einmal mit dem Menschen Rüdiger Nehberg und seinen Projekten bekannt zu machen, bevor man seine anderen Bücher liest, ist es allemal geeignet.
Irre Leistungen - Autobiographie eher durchschnittlichRüdiger Nehberg ist eine Person, die viele sehr interessante Geschichten zu erzählen hat und dessen Aktionen und Abenteuer einen unheimlichen Mehrwert für die Welt darstellen. In dem Buch wird sein außergewöhnlicher Charakter sehr gut deutlich.
Das Buch ist meiner Meinung nach eher durchschnittlich, weil zum einen tausend Querverweise auf irgendwelche seiner über zwanzig Bücher gesetzt sind. Zum anderen wiederholt er sich in seinen Beschreibungen von Menschen und anderen Situationen.
Den Mehrwert, den das Buch dem Leser für sich selbst im Prolog verspricht, kann es nicht erzeugen, da er im Gegensatz zu anderen Abenteuren, wie Messner oder Kammerlander, nicht ausführlich seine Fähigkeiten und Gedanken in extremen Situationen darstellen kann.
Zum anderen ist es sehr schwer sich als Leser in sein Leben hineinzuversetzen, da das Buch keine Chronologie aufweist. Mal ist er mit Annette zusammen, dann ist er noch mit Maggy verheiratet und auf einmal wettet er mit einem Freund, wer sich den Tripper eher in Brasilien holt.
Wer eine ebenso rastlose Art besitzt, wird mit diesem Buch zufrieden werden. Wer jedoch eher die Ruhe eines Berges besitzt, sollte sich das gründlichst überlegen.