Reiser, Rudolf

König Ludwig II., Cosima und Richard Wagner

Der Komponist und sein königlicher Gönner wußten nicht mit letzter Sicherheit, wer ihre Väter waren. Ersterer glaubte mal an den Polizeiangestellten Friedrich Wagner, mal an den Maler Ludwig Geier (auch Geyer) und nahm die Accessoires beider (Großer Wagen und Raubvogel) in sein Wappen auf. Der König kannte die peinliche Geschichte über die allerhöchst angeordnete Vergewaltigung seiner Mutter Marie von Preußen (1825-1889) durch den Italiener Josef Tambosi (1794-1872), der ihr Kammerdiener und Kellermeister war. Weil Prinz Luitpold (der spätere Prinzregent) mit Recht annahm, daß der König kein Wittelsbacher ist, stellte er ihm ständig nach. Bis er ihn schließlich 1886 am Starnberger See ermorden ließ! Um von der illegitimen Herkunft abzulenken, empfahl Wagner seinem König, an das antike Märchen von der Jungfrauengeburt zu glauben. Mochte Ludwig das annehmen oder nicht, fest steht: Zwischen König und Komponist bestand eine großartige Freundschaft, die selbst die vielen trüben Tage üb
erdauerte. Der umfangreiche Briefwechsel gestattet uns heute einen tiefen Einblick in ihr Denken und Streben. Und so ganz nebenbei entnehmen wir der Korrespondenz, wie das Wissen um seine Abstammung und die damit verbundenen Verfolgungen Luitpolds die Politik des »Märchenkönigs« beeinflussten.


Verlag: Stiebner

Ausstattung: 2006. 112 S. m. Abb.

ISBN: 3830710380

Preis: 9,80 €


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