IbnTufail

Der Philosoph als Autodidakt

Der Philosoph als Autodidakt
  • Verlag: Meiner
  • Erscheinungsdatum: 2006-06
  • Bindung: Broschiert
  • Seitenzahl: 152
  • ISBN: 378731797X
  • EAN: 9783787317974
  • Amazon.de Verkaufsrang: 349.694
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Beschreibung von buecher.de

Ziel dieses philosophisch-allegorischen Inselromans des arabisch-andalusischen Denkers Ibn Tufail ist die Verteidigung der Philosophie als rationale Form der Erkenntnis. Er antwortete damit auf die Angriffe al-Ghazalis, der die philosophische (aristotelische) Methodik bzw. deren Vereinbarkeit mit der Orthodoxie des Islam in Frage stellte. Entgegnet wird dieser Kritik im Hauptteil des Traktats, wo die rationale, der natürlichen Veranlagung des Menschen angemessene Struktur des philosophischen Wissenskanons aufgezeigt wird, und durch den Nachweis, daß philosophische Erkenntnis sehr wohl mit den Inhalten der Offenbarungsreligion übereinstimmt, viel besser sogar als die bloß symbolhafte Religion der breiten Masse. Zugleich wird aber die von al-Ghazali vollzogene Wendung hin zur Mystik aufgenommen, indem die unmittelbare, intuitive Erfahrung als Erkenntnisform etabliert und dem theoretischen Erfassen gleichgestellt, ja übergeordnet wird. Beide Wege, die der Philosophie und der Sufik, werden dabei miteinander verwoben. Für diese Einbindung der Sufik in die Philosophie wird die Autorität Ibn Sinas in Anspruch genommen, indem ihm unter dem Titel der 'orientalischen Weisheit' eine esoterisch-sufische Lehre zugeschrieben wird. Der Neuübersetzung aus dem Arabischen ist eine luzide Einleitung des Herausgebers vorangestellt, die als kurze Einführung in die leitenden Fragestellungen der arabischen Philosophie des Mittelalters gelten kann.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Arsenio fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein faszinierender Inselroman aus der Arabischen Welt des 12.Jh.

Der allegorische Inselroman des arabisch-andalusischen Philosophen Ibn Tufail (gest. 1185) schildert die Lebensgeschichte des auf einer einsamen Insel aufwachsenden Titelhelden namens Hayy ibn Yaqzan ("Der Lebendige, Sohn des Wachenden"), der im Laufe der Zeit allein durch Beobachtungen, empirische Untersuchungen und Schlussfolgerungen ein philosophisches Weltbild entwirft, das schliesslich dem Fächerkanon der damaligen mittelalterlichen Wissenschaften entspricht. Dazu gehören nebst praktischen Fähigkeiten wie Werkzeugbau, Jagd und Tierhaltung zunächst einmal Wissenschaften wie Anatomie und Biologie, später dann Astronomie und Kosmologie; die kontinuierliche Reflexion führt ihn über die Lehre von Geist, Seele und Intellekt letztlich aber auch zu philosophischen, theologischen und sufischen (mystischen) Einsichten. Daneben spielen - nach einer Konfrontation mit den Bewohnern einer Nachbarinsel - gesellschaftskritische Überlegungen und nicht zuletzt auch Oekologie eine wichtige Rolle.

Diese Ausgabe des Textes überzeugt duch die elegante und originalgetreue Übersetzung sowie durch die ausführliche Einleitung des Herausgebers, in welcher die wichtigen philosophiehistorischen Bezüge allgemeinverständlich erklärt und die lebhafte Rezeption des Werks in der europäischen Neuzeit nachgezeichnet werden.

Der Philosoph als Autodidakt



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