Bestellen bei Buecher.de! Preis: 19,99 €
Bestellen bei Amazon.de! Neu ab 9,90 €, gebraucht ab 9,00 €.
Neue Bücher bestellen bei: Buch.de.de, Buch24.de, Bol.de, Libri.de, Thalia.de
Gebrauchte und neue Bücher bestellen bei: AbeBooks.de, Booklooker.de
Kann man sich mit Interpunktion, gutem Stil, Grammatik und den Zweifelsfällen deutscher Rechtschreibung amüsieren? 'Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod' entlarvt nicht nur sprachliche Ungenauigkeiten, er unterhält auch aufs Köstlichste. Das Hörbuch führt sicher durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Der Autor Bastian Sick liest selbst aus seinen neuen, herrlich witzigen Kolumnen über den traurigen Konjunktiv, das gefühlte Komma und viele weitere große und kleine Sprachvergehen.
3DER DATIV IST DEM GENITIV S
Nun ist er da, der dritte Band von Bastian Sick, über das "Schicksal von Dativ und Genitiv, jenen fröhlichen und zugleich tragischen Helden der deutschen Grammatik." Wer die inzwischen legendären Zwiebelfisch-Kolumnen nicht regelmäßig unter SpiegelOnline verfolgt, findet hier Sicks hochkomische Exkurse zu Anglizismen, Kommata, Syntax, Adverbien -- natürlich den Apostrophen -- und diversen anderen Abgründen der deutschen Sprache. Im Vorwort erzählt Sick die nette Anekdote von seinem alten Grammatik-Heft, das ihm kürzlich wieder in die Hände fiel. "Grammatick" stand in Kinderschrift auf das Heft geschrieben. Grund genug für den Autor, darüber zu sinnieren, ob "Grammatick" nicht wirklich etwas mit einem Tick, mit Spinnerei zu tun hat. Hält man sich die letzte Reform der Rechtschreibreform vor Augen, so könnte man meinen, der junge Sick hätte eine Vorahnung davon gehabt, was nicht nur Bildungspolitiker, sondern auch Werbetexter, Dönerbudenbesitzer und Friseure in den kommenden Jahren mit der deutschen Sprache an Schindluder treiben würden. Und so sind seine Kolumnen (auch wenn nicht alles, was er anführt, wirklich neu ist) Balsam für all die Verwirrten, Erbosten und Resignierten, die gerne endlich wüssten, ob nun "Wollappen", "Woll-Lappen" oder vielleicht "Wolllappen" die derzeit korrekte Schreibweise ist. Grandios komisch ist der Band überall dort, wo der ganz alltägliche Sprachwahnsinn nicht ohne Häme dokumentiert wird. Ein schier unerschöpfliches Repertoire scheinen Friseursalons zu haben, die von "My Hair Lady" bis zum "Kopfgärtner" keine Absurdität auslassen. All diejenigen, für die Sick inzwischen eher ein Besserwisser denn der "Deutschlehrer der Nation" ist, seien darauf verwiesen, dass die grammatikalischen Richtigstellungen in der Regel gebündelt am Ende der Kolumne präsentiert werden -- wem das zu viel wird, der blättere einfach weiter. Sick selbst benennt als Zielgruppe: "Grammatikfreunde, Goldwaagenwörterwieger, Stilblütensammler, Dialektbestauner und Anekdotenliebhaber". Zweifellos werden all diese ihm auch über den dritten Band hinaus wohlgesinnt (und nicht etwa wohlgesonnen!) bleiben. -- Henrik Flor, Literaturtest
Dass Bastian Sick in seiner Sprachkolumne die Themen nicht ausgehen, liegt einerseits in der Natur der Sache. Andererseits wächst mit dem Bekanntheitsgrad des Zwiebelfischs auch die Zahl der Zusendungen von Sprachunfällen, welche wiederum Stoff für neue Kolumnen liefern. Insofern dürfen wir uns noch auf viele Folgen von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod freuen. Monieren könnte man höchstens, dass einem beim Hörbuch etwa ein Drittel der Kolumnen der Buchausgabe vorenthalten werden. Aber dieses leidige Kürzen kennt jeder Hörbuchfan ja zur Genüge und man hat sich schon fast daran gewöhnt. Zu bemerken ist zweitens, dass der Autor seit Folge 2 selber liest. Folge 1 wurde noch vom Schauspieler Rudolf Kowalski ganz exzellent zu Gehör gebracht. Aber auch Bastian Sick liest tadellos -- er hatte auf seinen Lesetourneen auch viel Gelegenheit zu üben --, mit überraschend klarer, jungenhafter Stimme. Und er macht sogar bei Zitaten in schwäbischer oder bayrischer Mundart (z.B. ein Satz mit fünffacher Verneinung "Koana hod neamois ned koa Geld ned ghabt") eine gute Figur, was für einen gebürtigen Holsteiner wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ansonsten geht es wieder so unterhaltsam, witzig und lehrreich zu, wie man das gewohnt ist. Für Zwiebelfisch-Fans sind die Themen allerdings nicht neu: Öffentliche Sprachverhunzung (diesmal im Visier: die Bundesbahn und Fußballprofis), grassierende Schaumschlägerei mit überflüssigen Vorsilben (absenken statt senken, vorwarnen statt warnen, anmieten statt mieten; und auch das ebenso falsche wie unausrottbare "vorprogrammieren") oder bis zur Lustigkeit verdrehte Redewendungen. Auch der Tod des Genitivs ist – wie wir ebenso besorgt wie amüsiert vernehmen -- ein andauerndes Phänomen. Bedroht wird er nicht nur vom bösen Dativ, sondern auch vom "Vonitiv", was doppelt bedenklich ist, wenn so doppeldeutige Schlagzeilen die Folge sind: "Mutter von vier Kindern erschlagen!" --Christian Stahl Spieldauer: ca. 146 Minuten, 2 CDs, gekürzte Fassung
Geh doch zu Hause und wacker nach de Omma!Nun habe ich mich doch einmal breitschlagen lassen, einen Blick in den dritten Teil von dem Genetiv seinem Tod zu werfen und es hat sich wahrlich gelohnt! Man wundert sich ja immer, dass Deutsch als Fremdsprache an ausländischen Schulen immer unbeliebter wird. Nun, wir Deutsche können glücklich sein, dass wir diesen Wust quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben, denn lernen wollte ich diese schöne und doch so seltsame Sprache auch nicht.
Vollends in den Wahnsinn abgegeglitten ist die Sprache der Dichter und Denker seit der Rechtschreibereform. Wolllappen, Wolllappen oder Woll-Lappen, das ist mittlerweile scon eine 500.000 Euro-Frage bei einer bekannten Quiz-Show. Diejenigen, die das lernen müssen, können einem leid tun oder Leid tun, ich habe doch auch keine Ahnung.
Auf gut 250 Seiten listet Bastian Sick Beispiele aus dem Dschungel der deutschen Sprache auf, dass einem nur noch die Haare zu Berge stehen. Dabei wird dem Leser bewusst, wie wenig er eigentlich mit diesem Medium, das er täglich benutzt, vertraut ist. Eigentlich sollte das ein Grund zur Trauer sein, doch kommt man bei der Lektüre des Buches aus dem Lachen nicht mehr heraus. So aberwitzig ist die ganze Geschichte.
Also, wer mal richtig ablachen will, dem sei "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3" wärmstens empfpohlen. Und jedem, der sich richtig wundern oder ärgern will, erst recht. Teil 4 dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Material gibt es bestimmt noch reichlich!
Der Zwiebelfisch wagt sich in unbekannte Gewässer - eine Verzweiflungstat?Jetzt ist die Trilogie komplett und auch wenn es sicher interessanter gewesen wäre, hätte man auch Bastian Sicks Happy Aua in den dritten Band von "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" integriert, so sind es beide Werke doch wert gelesen zu werden. Nach der Reform der Rechtschreibreform ist es die neueste Rechtschreibung der sich Sick gewidmet hat und weil so mancher seiner Kritikpunkte bereits schon vorgetragen wurde und sich Wiederholungen nicht eignen um Leser langfristig an der Stande zu halten hat er sich ein neues Thema, eine neue Bedrohung für die deutsche Sprache gesucht, die er in den ebenfalls neuesten Kommunikationsformen per E-Mail und SMS gefunden hat.
Ganz konnte er der Gefahr sich zu wiederholen allerdings nicht entgehen und so kommt es nicht einmal selten vor, dass man als Leser das Gefühl bekommt, das alles schon einmal gelesen zu haben. Aber wenn ein mittlerer Milchkaffee zum "tollen Latte to go" wird darf Sick wie gewohnt gerne erklären wie das möglich ist und was daran so toll bzw. tall ist. Besonders an der fiktiven Nachbarin Frau Jackmann spalten sich vielleicht die Geister, da sie als Beispiel für die Verlotterung des Hochdeutschen durch Dialekte herhalten muss. Dabei ist das Deutsche nicht die einzige Sprache, die Fremdwörter integriert und so finden auch Kindergarten im Englischen.
Würde man sich Bastian Sicks Ratschläge vielleicht ernsthaft zu Herzen nehmen, so könnte das alltägliche Sprachschwierigkeiten wohl eindeutig reduzieren, besonders durch eine Rückersetzung denglischer Begriffe durch deutsche. Leider ruft man dadurch aber auch manchmal jene Geister, mit denen man eigentlich nichts tun haben möchte. Erwähnenswert ist auf jeden Fall dass sich Sick in einem Absatz auch der Qualität von Kundenrezensionen und orthografischen Formulierungsproblemen bei der Produktsuche auf Ebay widmet. Ein neuer Deutschselbsttest mit 60 Fragen komplettiert das Werk, das sich nach einem Abgang von Leserreaktionen und Alltagserlebnissen auf mehr konstruierte Geschichten konzentriert, wobei allerdings gerade dieses gewisse Etwas der vorigen beiden Bände verloren gegangen ist.
Fazit:
Ein sehr konstruierter drittes "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod", das sich leider mehr auf erfundene Geschichten und Anekdoten aus der zweiten Garnitur konzentriert, wodurch gerade der Flair der ursprünglichen Zwiebelfisch-Kolumne verloren geht.
Drei sind zuvielBand 1 als Auswahl der besten Texte war lesenswert und ist es noch, Band 2 war ein Aufguß davon mit ein paar netten Nachträgen und Ergänzungen, doch Band 3 ist eher aus dem Ausguß gekratzt: viele Worte um wenig Inhalt, Wiederholungen, Spitzfindigkeiten. Manchmal übertreibt es der Autor mit seiner Genauigkeit, liegt gar falsch in der Interpretation. Die Texte sind im Schnitt länger, obwohl sie nicht mehr zu sagen haben. Um auf die notwendige Seitenzahl zu kommen, wird eben noch ein 60-Fragen-Test eingebaut, der mit seinen erläuterten Antworten noch einmal die Bände 1 bis 3 wiederholt. Oh, bitte nicht mehr! Nicht noch ein Band!
Die sprachlichen Auswüchse von Medien, Politikern oder normalen Mitmenschen sind sicherlich so manches Mal ein kritisches Wort wert, aber ebenso schlimm ist inhaltsloses, aufgeblähtes Geschwafel. Da hat der Autor doch so gerne - und berechtigt - gegen dümmliche Tendenzen in der Sprache gelästert und begeht dann selbst so einen Fehler: nicht zu wissen, wann es genug ist. Statt seinem Ruf zu folgen, zerstört er mit seinem Wunsch, noch mehr an einem Erfolg zu verdienen, ihn.
Dem Genitiv seine TrilogieDie amüsanteste Auseinandersetzung mit den Stolpersteinen der deutschen Sprache bietet immer noch Bastian Sick - und das sowohl auf der Bühne ( durfte der großartigen Show in Köln beiwohnen), als auch im mittlerweile dritten Teil. Dieser beschäftigt sich mit fragwürdigen Anglizismen, erfreut sich an den Stilblüten der mehrfachen Negation ("Dös interessiert doch ka Sau net!")und diskutiert die Frage, ob man nach Aldi, zum Aldi, zu Aldi oder wo auch immer hingehen sollte. Das alles ist immer witzig, auf den Punkt formuliert, aus dem Leben gegriffen und ohne aufdringliche Didaxe formuliert. Hinzu kommt ein hübscher Lerneffekt. Und wer beeindruckt nicht gern mit einem präzise geschliffenen sprachlichen Ausdruck? Denn wie sagte Wittgenstein: "Nicht das Denken bestimmt den Sprachgebrauch, sondern der Sprachgebrauch das Denken".
Der Weg zur Quadrologie"So sah ich mich entgegen vorheriger Schwüre doch gezwungen", sagte Francis Ford Coppola, "Godfather III zu drehen." "Der Pate" ist die beste und anerkannteste Trilogie aller Zeiten und Herr Sick schickt sich an, mit den Hauptdarstellern Genitiv und Dativ gleiches im Genre des Kopfkinos zu machen. Das Leben schreibt die Slapsticks und die beiden Hauptprotagonisten kämpfen ums Überleben, obwohl doch der Titel den Tod des einen verheisst. Weil die Mitspieler als Verbalisten drumherum in wunderbarer Einigkeit der Uneinigkeit Regie führen und für jede Menge neuer Inhalte aus dem Alltäglichen sorgen, ist Stoff in Fülle vorhanden, die den Tod des einen hinauszögern läßt. Gerade weil in der wunderbaren Sprachgewalt des Alltäglichen, Vorteile des einen Hauptdarstellers zu sein scheinen, ist in der Freude, dem anderen durch Verbesserung zu helfen, so wie Sick es brillant macht, die dauerhafte Aufführung garantiert. So wird diese Trilogie keine dauerhafte sein können, denn zu vermuten ist, dass Sick mit seinen Ziebelfischen noch genügend für die Quadrologie hat.
"So sah ich mich entgegen vorheriger Schwüre doch gezwungen "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod IV" zu schreiben", wird B.Sick im Jahre 2009 gesagt haben werden.