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Der tapfere, aber erschöpfte Feldherr Prinz Friedrich von Homburg wird durch einen Scherz seines Kurfürsten so abgelenkt, dass er den Befehl, in der nächsten Schlacht nicht ohne Direktive anzugreifen, ignoriert. Zwar trägt er den Sieg davon, aber der Kurfürst ist ob der Befehlsverweigerung derart missgestimmt, dass er den Prinzen zum Tode verurteilt ...
Kleists Drama geht auf eine von Friedrich dem Großen überlieferte Legende zurück, die dieser in seinen Memoiren beschrieb. Obwohl das Stück bereits um 1810 fertiggestellt war, konnte es erst 1821, zehn Jahre nach Kleists Tod, gekürzt uraufgeführt werden, da das Haus Hessen-Homburg die Familienehre besudelt sah.
Sehr gute Hörspielversion des TheaterstückesDiese CD gibt den Prinzen von Homburg von Kleist als Hörspiel (Und nicht als bloßen Mitschnitt einer Theateraufführung) wieder. Ich hatte bedenken, daß die Sprache modernisiert, doch das ist nicht der Fall. Die Sprache ist haargenau wie das Original. Die Kürzungen sind moderat. Die CD hat eine Länge von 80 Minuten, eine Theateraufführung dauert etwa 120. Der Vorteil eines Hörspiels ist, daß genug Tonelemente eingebaut werden, um beim Mithören alles verstehen zu können, was mit einem bloßen Mitschnitt einer Theateraufführung nicht unbedingt der Fall ist. Aus diesem Grund kann man diese CD durchaus als Alternative zum Text und zum Theaterbesuch nehmen.
Sinfonie für die OhrenDer Pisa-Schock sitzt uns allen in den Knochen, und es wird in den Kultusministerien unter Schweiß und Tränen überlegt, wie der Abiturientenjugend beizubringen sei, was schönes, edles Deutsch nun wirklich sei und ausmache, wie Schiller die Exposition in den ?Räubern? oder in ?Kabale und Liebe? mit leichter Hand gestaltet habe, oder was der junge Goethe unter einer kessen und theatralischen Dreiecksbeziehung mit Decknamen ?Stella? dramaturgisch alles versteckt hielt. Und so haben sich jüngst die Hörspielredaktionen von SWR und MDR und der Argon Verlag zusammengeschlossen um mehrere Klassiker wie ?Emilia Galotti? (Lessing), ?Urfaust?, ?Iphigenie auf Tauris?, ?Stella? (Goethe), ?Die Räuber?, ?Kabale und Liebe? (Schiller), ?Der Hofmeister? (Lenz), ?Der zerbrochene Krug?, ?Prinz Friedrich von Homburg? (Kleist) und ?Woyzeck? (Büchner) via CD ins Klassenzimmer zu bringen. Wobei es dem leitenden Projektregisseur Leonhard Koppelmann nicht um wie auch immer geartetes ?Regiehörspiel? ging, sondern um ganz textnahe und unprätentiöse Auslegung der jeweiligen Vorlage. Koppelmann erläutert hierzu: ?Dialoge zu lesen, ist schwierig für Ungeübte. Gesprochen jedoch entfalten sie ihren unentrinnbaren Reiz. Dazu bestechen die Theatertexte der deutschen Klassik durch ihre zeitlose Würde, ihre tiefe Humanität, ihre hohe Sprachkunst. Die Dialoge sind wie Musikstücke. In ihnen ist jene sprachliche Virtuosität zu hören, die Goethe, Schiller, Lessing, Kleist und die anderen zu Klassikern hat werden lassen, zu Tragsäulen unseres kulturellen Erbes.? Unterstützt wird das Projekt im übrigen durch die Kultusministerien von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Stiftung Medienkompetenzforum Südwest (MKFS). Zu einigen der Produktionen sind auch didaktische Handreichungen für den Unterricht vorbereitet worden, die wie beim Begleitmaterial zu ?Emilia Galotti? Möglichkeiten einer modernen Theater- und Medienpädagogik für die Schule aufzeigen. Die Besetzungslisten der einzelnen Stücke würden jedem Theater zur Ehre gereichen. Hier finden sich alle Namen, die derzeit auf den deutschsprachigen Bühnen Furore machen. Fritzi Haberlandt (Maxim Gorki Theater, Berlin; Filme: ?Kalt ist der Abendhauch?, ?Erbsen auf halb 6?) ist Lessings ?Emilia Galotti?, Sybille Canonica (Residenztheater, München; Filme: ?Der Campus?, ?Die Braut?) Goethes ?Stella?, Oliver Stokowski (Schauspiel Zürich; Filme: ?Der Ermittler?, ?Das Experiment?) bricht als Karl Moor aus kleinbürgerlicher Provinzialität aus, während Ulrich Matthes (Deutsches Theater, Berlin; Filme: ?Der Untergang?, ?Der neunte Tag?) als ?Urfaust? mit Sven-Erik Bechtolf (Burgtheater, Wien, zweifacher Nestroy-Preisträger; Filme: ?Im Namen des Herrn?) als Mephisto um seine Seele ringt. Für den märkischen Adel von Kleists ?Prinz Friedrich von Homburg? finden edelste Repräsentanten deutscher Schauspieler-Aristokratie, wie z.B. Matthias Habich (?Der Untergang?, ?Unkenrufe?), Ulrich Noethen (?Der Untergang?, ?Das wahre Leben?), Corinna Kirchhoff (?Die Kirchkönigin?), Peter Fitz (?Lautlos?, ?23?)und Wanja Mues (?Die Bourne Verschwörung?, ?Yella?) den rechten Ton. Und jener gefallenen Maria aus Büchners apokalyptischer Unterschichtenwelt leiht die unvergleichliche Sandra Hüller (?Requiem?) ihre Stimme. Aber ist es wirklich nur ihre Stimme? So gerne man jeden einzelnen der genannten Akteure leibhaftig vor sich wissen würde, so gewiss Theater nur als Einheit von Szene, Körper und Text existiert, so sehr verblüfft es doch, wie viel es in den subtilen Ohreninszenierungen des Regisseurs Leonhard Koppelmann (Hörspiele: ?Baudolino?, ?Elementarteilchen?, ?Wassermusik?) zu entdecken gibt. Auf knapp 80 Minuten hat er die Vorlagen zurechtgestutzt. Und doch triumphiert hier das Wort, das aus sich selbst eine Vielfalt von Farben, Rhythmen und Bewegungen freisetzt, ja, eine Drastik, die sich in mancher Hinsicht den vergegenwärtigenden Einschränkungen auf der Bühne sogar als überlegen erweist. Mit welcher innigen Charakterisierungskunst etwa beatmet Hans Michael Rehberg die Lebenstäuschung des um seinen Sohn gebrachten alten Moor in Schillers ?Räubern?, und wie kalt hallt zu Beginn von Goethes ?Iphigenie? Ulrike Krumbiegels Eröffnungsmonolog aus dem Tempelinneren wider, in das es sie verschlagen hat. Hier entsteht eine Intimität, eine Verstärkung kleinster Nuancen, die auf der Bühne kaum erreicht wird. Frische und Klarheit sind für Koppelmann und die Ensembles in allen Inszenierungen unüberhörbar Programm. Fern von theatralischer Deklamation, fern auch von modischen Regiegags wagt der junge Regisseur die Konzentration auf die ?Sprach-Sinfonien?. Die textnahe Inszenierung ist wohltuend für die Ohren und dürfte auch in den Schulen Fürsprecher finden. Die CD-Edition ?Klassik: Jetzt!? dürfte ein Renner werden, da das Hören allemal komfortabler ist als das Blättern in vergilbten Reclam-Seiten.
Letztes KampfgeschreiWarum sollte man so ein Stück heute noch lesen? Vielleicht, weil die Themen leider nicht aus der Mode geraten? Weil auch heute noch der Krieg den Charakter deformiert, Soldaten zwischen einer Pflichterfüllung bis zum letzten und einem gefährlichen Idealismus stehen, sowie natürliche menschliche Schwächen zeigen, die im Militär plötzlich schrecklich unnatürlich erscheinen. Und weil auch heute der Zwiespalt von Gesetz und Individuum noch lange nicht überwunden ist. "Prinz Friedrich von Homburg" ist kein völkisches oder militaristisches Stück, wohl aber ein ungutes Beispiel dafür, wie auch ein feiner Geist wie Heinrich von Kleist den Auswüchsen von Preußens Glanz und Gloria nicht widerstehen konnte und aus seinem kaum verborgenen Hass gegenüber dem napoleonischen Frankreich eine Steilvorlage für das spätere Deutschtum lieferte, das Europa in eine größere Katastrophe stürzte, als es Napoleon je möglich gewesen wäre. Dieses Drama gehört nicht zu Kleists besten Werken, doch- ein Jahr vor seiner Selbsttötung fertig gestellt- lässt es einen tieferen Blick in die romantischen, gesellschaftlichen und militärischen Sehnsüchte und Ängste des Dichters zu, als alle anderen seiner Arbeiten. Ohne Materialien und Erläuterungen sind diese Zusammenhänge allerdings kaum zu verstehen und das Drama erscheint wie das Werk eines kriegs- und liebestollen Jungschreiberlings.
NajaFür Schüler ist das eigentlich nichts. Vielleicht für Germanisten oder aus reinem Interesse. Aber Schüler können daraus keine nützlichen Informationen bezihen. Da empfele ich eher das Buch selbst noch einmal zu lesen!
Brockhaus-1809: Ewald Christian von Kleist · Prinz de la Paz · Prinz Maximilian Julius Leopold von Braunschweig · Der Prinz von Soubise
Brockhaus-1837: Kleist [2] · Kleist [1] · Kleist von Nollendorf · Prinz
Brockhaus-1911: Homburg [2] · Homburg · Hessen-Homburg · Kleist [4] · Kleist-Retzow · Kleist [3] · Kleist · Kleist [2] · Prinz-Regent · Prinz-Patrick · Prinz-Rupprecht-Metall · Schwarzer Prinz · Prinz-Wales-Insel · Prinz von Wales · Prinz · Prinz-Albert-Land · Prinz-Heinrich-Hafen · Prinz-Eduards-Insel
DamenConvLex-1834: Auguste, Landgräfin v. Hessen-Homburg · Homburg · Kleist, Heinrich von · Kleist, Ewald Christian von · Amalie Maria Friederike Auguste, Prinz. v. Sachsen
Herder-1854: Homburg vor der Höhe · Hessen-Homburg · Kleist [2] · Kleist'sche Flasche · Kleist v. Nollendorf · Kleist [1] · Schwarzer Prinz
Meyers-1905: Homburg [1] · Homburg [2] · Hessen-Homburg · Kleist-Retzow · Kleist · Prinz von Wales · Prinz von Preußen · Prinz von Asturien · Schwarzer Prinz · Prinz Wales-Insel · Prinz von Wales-Inseln · Prinz Ruprechts-Metall · Prinz Albert-Land · Prinz · Connaught, Prinz Arthur · Prinz Rudolfs-Hütte · Prinz Heinrich-Hafen · Prinz Edward-Insel
Pataky-1898: Kleist, Ulrike von
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