Wickert, Ulrich

Der Richter aus Paris

Der Richter aus Paris
  • Verlag: Piper
  • Erscheinungsdatum: 2007
  • Format: Broschiert
  • Umfang: 253
  • ISBN: 3492262317
  • EAN: 9783492262316
  • Amazon.de Verkaufsrang: 366.934
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Beschreibung von buecher.de

Intrigen, Korruption, Verrat, Mord bei seinen Ermittlungen auf Martinique stößt Untersuchungsrichter Jacques Ricou auf Verbrechen, die im Schatten politischer Machtkämpfe seit Jahrzehnten ungesühnt blieben. Und auf die verführerische Kreolin Amadée, die in den Fall verwickelt ist. Ulrich Wickert erzählt von einem Mann, der Bedrohungen und Diffamierungen aushält, um die Schuld ehrenwerter Männer aufzudecken. Eine Geschichte, die in der Hölle der Gefangenenlager spielt und im Paradies auf Erden, der Karibik mitreißend geschildert von einem Autor, der seine Leser zu fesseln weiß.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit dem Namen Ulrich Wickert verbindet man vor allem dreierlei: Journalistisches Gespür, gutes Essen und eine Vorliebe für Paris. Dass "Mr. Tagesthemen" alles nun ausgerechnet in einem Roman verwoben hat, ist zunächst einmal bemerkenswert. Nicht von ungefähr aber hat Wickert seinen Plot um Mord, Verrat und Korruption im Untertitel Eine fast wahre Geschichte genannt: Ganz will er auf seine journalistischen Talente nämlich nicht verzichten. Laut Auskunft des Autors sind die meisten Fakten des Buchs -- zur Pariser Justiz, zu Etablissements der Metropole sowie zu Ereignissen in Vietnam und Algerien -- lang recherchiert, seit Wickerts Zeit als Frankreich-Korrespondent sogar. "Ich fabuliere nicht", bekräftigte Wickert im Intervierw. Vor diesem Hintergrund lässt der Autor seine Hauptfigur, den Pariser Untersuchungsrichter Jacques Ricou, auf seine eigene Lieblingsinsel Martinique reisen. Doch der mutmaßliche Mörder, den er sucht, ist bereits tot. Und auch die Beziehung zu der faszinierenden Kreolion Amadée, die der Gourmet Wickert für Ricou unter anderem Waranschwanz zubereiten lässt, kann die Stimmung des Richters nur bedingt (dafür aber immer wieder) erhellen. Denn bei seinen Ermittlungen auf Martinique sticht er in ein Wespennest aus illegaler Parteienfinanzierung, Bestechlichkeit (die Affäre Elf Aquitaine!) und Geldwäsche -- sowie auf eine Geschichte, die die koloniale Vergangenheit der Grande Nation unappetitlich bis an die Ufer Frankreichs zurück schwappen lässt. Wenn ein Krimiplot auf Fakten gründet, erspart dies dem Autor oft die Not, eine glaubwürdige Geschichte zu erfinden; für Krimi-Fans ist der Umstand meist nur nebensächlich. Hier zählen Spannung, Tempo und (manchmal) Witz des Kriminalromans. Aber auch dies ist Wickert in seinem Krimidebüt gut gelungen. Ob Dichtung oder Wahrheit: Der Richter aus Paris liest sich von der ersten bis zur letzten Seite flüssig und keineswegs so trocken wie mancher Tagesthemen-Kommentar. Etwas oberflächlich, aber überaus unterhaltsam. --Thomas Köster

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Harry McMartin fanden 15 von 15 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Gelungener Einstieg in die Krimiwelt

Ein Blick in den reichhaltigen Journalistenfundus des mich immer überzeugenden Ulrich Wickert und schwupps, ist ein guter Plot gefunden, den der Autor gekonnt aufpeppt zu einem wirklich guten Krimi.

Bei Wickert als Fan der Seine-Metropole ist es nicht verwunderlich, dass er Protagonist und Untersuchungsrichter Jacques Ricou hinter die Kulissen Frankreichs blicken und manch schamhaft verschwiegenes Geschehen gnadenlos aufdecken lässt. Und, es scheint, dass der Autor auch eine gewisse Vorliebe für die französischen Gebiete, weit weg vom Mutterland, hier die französische Antilleninsel Martinique, hat. Offenbar nicht nur für das landschaftliche Flair, sondern auch für die dortige Damenwelt, insbesondere in Person der geheimnisvollen Kreolin Amadée.

Ansonsten geht es um mit Schmiergeldern gefüllte Parteienkassen, wohl ausgehandelte, regelmäßige Gnadenerlässe für allerlei Straftaten, mit denen sich insbesondere auch Politiker selbst beschenken und die Verstrickungen Frankreichs im Indochinakrieg, wo die sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerten. Ricous Neugierde und Aufklärungszwang ist sprichwörtlich, und nichts hält ihn von seiner Arbeit ab.

Mit aufbereiteten Fakten geht Wickert großzügig um, und der schnell gebannte Leser erfährt Dinge hinsichtlich politischer Machenschaften, die ihm den Atem stocken lassen. Manch einer wird darüber nachdenken, wie das wohl in Deutschland gehandhabt wird.

Der anfänglich vielleicht etwas zäh daherkommende Plot gewinnt bald an Fahrt und wird mit einem furiosen Finale abgeschlossen. Es gibt nicht viele Journalisten, die gute Krimis schreiben können. Ulrich Wickert gehört zweifelsohne dazu. Bravo. Leseempfehlung von mir. HMcM

Diese Rezension von Reinhard Busse fanden 53 von 60 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Ein Mord auf Martinique

Ulrich Wickert's Debüt in diesem Genre entspricht in etwa meiner Erwartung: Historische Zusammenhänge, gut recherchiert, werden detailliert in die Handlung des Romanes eingebunden - und so etwas kann sehr interessant sein.

Mit der Umsetzung bin ich allerdings nicht restlos glücklich. Der Beginn gestaltet sich sehr zähflüssig, zu viele Namen, Daten, Fakten tauchen in kurzer Zeit auf und wirken dadurch verwirrend. Ein ruhiger Aufbau hätte dem Roman gut getan.

Der Leser erhält nicht genügend Zeit zu den Protagonisten eine Beziehung aufzubauen.

Und der Stil: manchmal etwas 'gestelzt', manchmal etwas oberflächlich.

Trivial? - Nein, trivial ist dieses Buch mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Intellektuell erscheint es, und dieses ist erwünscht !? - Aber ist es deshalb gut ? Fazit: Ein lesenswerter Erstling, aber kein Muß ! Es grüßt - Reinhard Busse

Diese Rezension von Daniel Klein fanden 12 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Lesenswerter Krimi mit Tiefgang

Normalerweise lese ich nicht gerne Krimis, aber Ulrich Wickerts Auftritt in der "Harald Schmidt Show" hatte mich neugierig gemacht. Dort schilderte er die Geschichte so unterhaltsam, dass ich mir das Buch gleich nach der Sendung bestellt habe. - Und ich war wirklich positiv überrascht!Der Anfang liest sich leider ein wenig zäh, aber hat man sich erstmal durch die ersten Seiten gekämpft, nimmt die Story immer mehr an Fahrt auf. Nach hundert Seiten konnte ich das Buch kaum noch weglegen, und habe es letztendlich binnen zwei Tagen zu Ende gelesen. (Das ist bei mir war besonderes!)Interessant fand ich, dass Herr Wickert reale Probleme der französischen Politik aufgegriffen hat. So dreht sich die Hauptgeschichte um einen weit reichenden Finanzskandal hochrangiger Politiker und deren schwarze Kassen. Dazu kommt das verdrehte Privatleben des Hauptcharakters Jaques Ricou. Geschieden von seiner ersten Frau lebt er in einer "lockeren" Beziehung mit einer Journalistin, wobei er sich unsicher ist, was er von dieser Beziehung halten soll. Bei seinen Recherchen auf Martinique lernt er dann die junge Witwe eines gerade verstorbenen Verdächtigen kennen, und verliebt sich unsterblich in sie.Fazit: Ein toller Krimi mit Tiefgang! Sehr empfehlenswert!

Diese Rezension von Petra N. fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Sehr französisch ...

Der moralisch aufrechte und doch menschliche Untersuchungsrichter Jacques Ricou, eine sauber entwickelte Handlung, gut recherchierte Hinter- und Abgründe der französischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, dazu die kriminellen Vorgänge in der politischen Kaste der Grande Nation – so sehen die Bausteine einer gelungen fabrizierten Geschichte aus. Und das wird dann auch noch in einem flotten, ansprechenden Schreibstil vorgetragen – alle Achtung, Herr Wickert! Schreiben Sie so etwas doch auch mal über deutsche Verhältnisse!

Leider aber doch ein voller Stern Abzug: Zu plötzlich war die Mördersuche zu Ende und das Ergebnis überhaupt nicht spektakulär. Das ist doch etwas zu wenig für ein Buch, das auch ein Krimi sein will.

Diese Rezension von Silke Schröder, hallo-buch.de fanden 9 von 12 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein gelungenes Buch zwischen Fiktion und Wahrheit

Dass "Mr. Tagesthemen" Ulrich Wickert viel über Frankreich und dessen Geschichte weiß, steht außer Frage, und er beweist es auch in seinem neuen Buch wieder auf äußerst unterhaltsame Weise. Sehr spannend und detailliert spinnt er einen Thriller um die wenig rühmliche Kolonialgeschichte Frankreichs in Algerien und Vietnam, aber auch um die Skandale um den ELF-Konzern und die dubiose Parteispendenaffäre vor ein paar Jahren.

Ein gelungenes Buch zwischen Fiktion und Wahrheit, dass uns ein Stück von der nicht immer sauberen Politik (nicht nur) in Frankreich erzählt und dennoch ein echter Krimi ist.


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