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Ein kleines rotes Notizbuch hat er von seiner Freundin Dalanda geschenkt bekommen. Und jetzt führt Halim, ein arabischer Schwede, ein schwedischer Araber, Tagebuch in seiner eigenen, rebellisch kreativen Sprache hinreißend, witzig, melancholisch. 'Das Kamel ohne Höcker', Entwicklungsroman und Überraschungsbestseller aus Schweden, wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation.
Identitätssuche eines jungen, in Schweden lebenden MghrebíDas Buch ist etwas ganz Besonderes. Ich habe es eher zufällig in die Hand bekommen, damals kam es bei Piper in der Reihe Nordiska heraus, ich bekam es von Jonas H. Khemiri im Kaufhaus Dussmann Berlin persönlich überreicht, ich würde mein Exemplar niemals verkaufen.
Wer sich für das Thema Integration junger orientalischer Migranten in Westeuropa interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen. Charakteristisch ist die immer wieder auftauchende Umgangssprache des Erzählers im Stile eines jungen Ausländers, womit etwas Bestimmtes zum Ausdruck gebracht werden soll: Der Konflikt und der innernen Widerstand, die schwedische Kultur anzunehmen. Khemiri schreibt ernst aber witzig und vor allem authentisch.
Entschuldigt meine sehr unprofessionelle Rezension, aber ich nehme die Gelegenheit wahr, etwas Gutes über ein Buch zu schreiben, was ich sehr gerne gelesen habe.
Kamel ohne Höcker = Mann ohne SpracheAuf dieses Buch bin ich durch die Zeitschrift "Bücher" gestoßen, vor allem die Bemerkung, dies sei ein moderner "Fänger im Roggen" hat mich zum Kauf animiert. Ich war mächtig skeptisch, ob das Buch dem Vergleich mit diesem wunderbaren Klassiker standhalten kann und wurde nicht enttäuscht - Halim, der Protagonist, ist wirklich ein moderner Holden Caulfield! Aber insgesamt hält das Buch dem großen Vergleich nicht wirklich stand.
Halim lebt mit seinem Vater, der einen kleinen Laden besitzt, in einer schwedischen Stadt. Nach dem Tod der Mutter ist der Vater mit Halim fluchtartig umgezogen und Halim, der einst ein guter Schüler war, muss die Schule wechseln. An der neuen Schule bekommt er massive Probleme durch mangelnde Integration und lernt kaum noch, obwohl er sehr intelligent ist.
Von einer Freundin bekommt er ein Notizbuch geschenkt und schreibt alles, was er erlebt, dort hinein. Anfangs noch in einer normalen Umgangssprache, später jedoch mit immer mehr Slang und niveaulosester Gangsprache.
Das Buch handelt von der Suche nach Identität, von der Entwicklung vom Jungen zum Mann, der Integration die ja auch in Schweden ein großes Thema ist sowie von der Bedeutung der eigenen Sprache. Es zeigt die Probleme arabischer Teenies in Schweden auf, ihre Andersartigkeit im Denken und ihren Fragen, wo sie eigentlich hingehören, welche Kultur die "richtige und beste" ist.
Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, es ist flüssig geschrieben, die Übersetzung hakelt zwar manchmal, ist aber im großen und ganzen okay. Auf einer Skala von 1-10 würde ich dem Buch eine 9 geben.