Bestellen bei Buecher.de! Preis: 8,95 €
Bestellen bei Amazon.de! Neu ab 4,99 €, gebraucht ab 0,43 €.
Neue Bücher bestellen bei: Buch.de.de, Buch24.de, Bol.de, Libri.de, Thalia.de
Gebrauchte und neue Bücher bestellen bei: AbeBooks.de, Booklooker.de
Die Pariser Augenärztin Nathalie Krentz wird vom Vatikan beauftragt, ein Wunder zu widerlegen: Auf mysteriöse Weise hat sich das Bildnis der heiligen Maria in das Gewand des Azteken Juan Diego eingeprägt. Der Blick der Jungfrau gibt der Nachwelt Rätsel auf - was spiegelt sich in ihren Pupillen? Sehr bald erkennt Nathalie, dass sie sich auf gefährlichem Terrain bewegt.
Eine außergewöhnliche Lektüre"Während eines Prozesses zur Heiligsprechung ist der Advokat des Teufels im Vatikan dazu bestimmt, den Wahrheitsgehalt der dem Kandidanten zugeschriebenen Wunder in Frage zu stellen und nach jedwedem Ereignis zu suchen, das eine Kanonisierung verhindern könnte....."
(Kardinal Damiano Fabiani)
Den thematischen Hintergrund des unter seinem französischen Originaltitel "L Apparition" bereits 2001 erschienenen Romans bilden die verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen, die vor und während des damals noch nicht abgeschlossen Verfahrens zur Heiligsprechung des "Juan Diego von Guadalupe" durchgeführt wurden. Wie in solchen Angelegenheiten üblich, beruft der vom Vatikan bestellte "advocatus diaboli" in Gestalt der Pariser Augenärztin Nathalie Krentz - neben anderen, weit weniger unweigennützigen Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen - eine Expertin, die bereits einige Wunder von Lourdes widerlegen konnte, und nun nach Beweisen, die gegen eine Heiligsprechung des Indios sprechen, finden soll.
Didier van Cauwelaert schildert die Ereignisse um die "Muttergottes von Guadalupe", die am 9. Dezember 1531 dem fünf Jahre zuvor getauften Azteken Juan Diego Cuauthtlatoatzin mehrfach erschienen sei und zahlreiche Wunder vollbracht haben soll. So zeigt die aus -normalerweise recht kurzlebigen- Fasern des Maguey-Kaktus gewebte Tilma (Umhang) Juan Diegos ein Bildnis einer jungen Frau, das nachweislich kein Gemälde ist. Mit technischen Methoden des 20. Jahrhunderts konnte bei einer 2000fachen Vergrößerung der Pupillen dieser als Marienbild gedeuteten rätselhaften Abbildung, eine unerklärbare Miniaturszene (Juan Diego, Bischof Zumarraga und weitere Personen) festgestellt werden, die kein Pinsel je hätte malen können.....
Unzweifelhaft spielten Marienerscheinung und Umhangbildnis bei der Christianisierung Mexikos und der Emanzipation der Einheimischen eine bedeutende Rolle, so dass nach der offiziellen Anerkennung der Wunders durch Benedikt XIV. (1754) schließlich 1979 eine neue Kathedrale an Stelle einer baufällig gewordenen Basilika als Pilgerziel eingeweiht werden musste. Gleichwohl hat der Autor jedoch keinen Hinweis eingebaut, dass am Tepeyac seit grauer Vorzeit mit "Teteo innan", die auch "Tonantzin" und "Chihucoatl" genannt wurde, eine Muttergottheit verehrt worden war, die offensichtlich zur Jungfrau Maria umgedeutet wurde. Stattdessen bietet der Autor ein recht tristes Bild des heutigen Mexikos zwischen Volksfrömmigkeit, revolutionärer, antiklerikaler Stimmung, Korruption, Kriminalität und bekannten Klischees. Die atheistische Glaubens- und zerrissene Gefühlswelt seiner Protagonistin wird zusätzlich mit etwas Verschwörungstheorie um den 33Tage Papst Johannes Paul I., die Loge P2 usw. gewürzt. Einen breiten Raum nimmt auch ein mystisch geprägter Surrealismus ein, der den im Bild seines Umhangs gefangenen Juan Diego die Augenärztin beschwören lässt, ihn aus seinem Gefängnis zu befreien....
....was "Die Erscheinung" wiederum zu einer außergewöhnlichen und interessanten Lektüre werden lässt....
...die in der Realität am 31. Juli 2002 mit der Heiligsprechung des ersten Ureinwohners Südamerikas durch Johannes Paul II ihren (vorläufigen) Abschluss finden konnte.
4 Amazonsterne.
Interessante Informationen, wenig SpannungDie Pariser Augenärztin Nathalie Krentz wird vom Vatikan beauftragt, in einem Heiligsprechungsverfahren die Rolle des "Anwalt des Teufels" zu übernehmen und die Tilma von Juan Diego als Fälschung zu entlarven. Auf seinem Gewand hatte sich im Jahr 1531 das Abbild der Jungfrau Maria eingeprägt und in ihren Augen wurde die ganze Szene festgehalten. Für ihre Untersuchung reist Nathalie nach Mexiko und findet sich wieder in den Intrigen des Vatikans, zwischen voreingestellten Wissenschaftlern und mit der Aufgabe, eine Heiligsprechung zu verhindern, die ein Politikum ist.
Dieser Roman basiert auf wahren Begebenheiten: zu dem Zeitpunkt, als dieser Roman geschrieben wurde, lief der Prozess der Heiligsprechung von Juan Diego noch.
Die Rückseite des Buches kündigt mit dem Satz "Sehr bald erkennt Nathalie, dass sie sich auf gefährlichem Terrain bewegt" Spannung an. Leider hat die für mich völlig gefehlt. Ich hatte eher erwartet, dass es um weltliche Bedrohung geht und nicht um Nathalies Seelenfrieden und ihre festgefahrenen Überzeugungen. Interressant und unterhaltsam dagegen fand ich die Details zu Selig- und Heiligsprechungen und deren politischen Bedeutungen. Auch die Idee, dass Juan Diego in ihrem Unterbewusstsein Kontakt zu Nathalie aufnimmt und seine Einstellung zu seinem eigenen heiligen Status, fand ich gelungen. Alles in allem fand ich dieses Buch aber näher an einem Tatsachenbericht als an einem unterhaltsamen Roman (obwohl die meisten Personen fiktiv sind). Ich hatte mehr erwartet.