Chadwick, Elizabeth

Der Falke von Montabard

Der Falke von Montabard
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2007-09-24
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 576
  • ISBN: 3442367778
  • EAN: 9783442367771
  • Amazon.de Verkaufsrang: 25.190
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Beschreibung von buecher.de

England im 12. Jahrhundert: Der verwegene Krieger Sabin FitzSimon hat seinen guten Ruf gründlich verspielt. Da bietet ihm Ritter Edmond Strongfist an, ihn ins Heilige Land zu begleiten, um dort dem König von Jerusalem beizustehen. Mit auf die Reise geht Strongfists schöne und kluge Tochter Annaïs. Und als diese verheiratet wird, spüren Annaïs und Sabin plötzlich, dass sie mehr als nur Zuneigung füreinander empfinden ...

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Happy-end-buecher fanden 8 von 8 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein Buch für alle Freunde des opulenten, historischen Romans, der zu unterhalten versteht!

Nach dem Tode seines Vaters fühlt sich Sabin FitzSimons, in seinem Heim eher unwohl und fehl am Platz. Grund dafür ist, dass er als Bastard seines Vaters geboren wurde- er wurde in einer leidenschaftlichen Nacht zwischen seinem Vater einem Earl und seiner Mutter, einer angehenden Nonne, gezeugt.

Nachdem seine Mutter ihr Gelübde ablegte, nahm sein Vater das Kind in seinem Haushalt auf und obwohl sich seine Frau redlich bemühte, auch ihm eine Stütze zu sein, verweigerte sie ihm jedoch das Wichtigste was ein Kind brauchte- Liebe.

Vielleicht aus diesem Grund wurde aus Sabin ein Draufgänger- er erlernte das Kriegshandwerk und wurde schon bald am Hofe des Königs aufgenommen.

Das Glück verlässt ihn allerdings einige Jahre später, als er sich ausgerechnet mit der Favoritin des Königs einlässt und dabei erwischt wird. Er wird im französischen Hafen von den Mannen des Königs verprügelt und seine schlechte Verfassung danach verhindert, dass er wie das restliche Gefolge den Rückweg mit dem Schiff nach England antreten kann.

Am nächsten Morgen jedoch erfährt er das Unfassbare- das Schiff ist gesunken- alle Menschen an Bord sind ertrunken, darunter auch die Geliebte des Königs.

Sein Schuldbewusstsein lässt ihm von nun an keine Ruhe mehr und wird noch verstärkt, als auch seine Familie von seiner letzten Eskapade erfährt. Da macht seine ehemalige Amme einen Vorschlag, den er nicht ablehnen kann und will- er soll einem Ritter des Königs, Edmond Strongfist und seiner Tochter Annäis ins Heilige Land folgen, denn Balduin von Jerusalem sucht händeringend neue Männer um seine Stellung dort zu halten.

Die Reise ist beschwerlich, vor allem für Annäis, die an der Seekrankheit leidet, doch Sabin ist insgeheim beeindruckt von der starken Persönlichkeit, die sich hinter der jungen Frau, die hinter Klostermauern aufgewachsen ist, verbirgt.

Für Sabin ist sie jedoch absolut tabu- ein Versprechen, dass er Annäis Vater schon vor der Reise gab.

Im Heiligen Land angekommen gehen beide zunächst einen anderen Weg. Während Sabin weitere Kampferfahrungen sammelt und langsam auch an innerer Reife gewinnt, lernt Annäis einen Mann kennen, den sie schließlich auch heiratet.

Doch dieser kommt nach der Geburt ihres ersten gemeinsamen Sohns ums Leben und bestimmt zuvor noch auf dem Totenbett, dass Sabin und Annäis nach seinem Tode den Ehebund eingehen sollen, damit Montabard, ihre Festung, weiterhin einen fähigen Anführer hat.

Beide sind zunächst gar nicht so angetan von der Bitte des Sterbenden...

Wie auch andere historische Romane der Autorin besticht auch dieser durch das unglaubliche Erzähltalent der Autorin.

Schon von der ersten Seite an ist man als Leser gefesselt von der Geschichte über einen anfangs sehr unsicheren Jungen, der versucht mit allerhand Unfug auf sich aufmerksam zu machen und dann im Heiligen Land endlich zum verlässlichen Mann heranreift und seinen eigenen Weg geht.

Was die Figur des Sabin so authentisch macht, sind seine Schwächen, über die er sich auch stets im Klaren ist. Man nimmt teil an seiner Läuterung und trotz oder vielleicht gerade wegen seines schelmenhaften Charakterzugs verzeiht man ihm auch den ein oder anderen Fauxpas am Anfang des Buches.

Annäis ist zu anfangs ein wenig kühl und zurückhaltend beschrieben, bietet aber den perfekten Gegenpol zu Sabins Figur und gewinnt im Laufe des Romans immer mehr an Tiefe.

Neben dem interessanten geschichtlichen Hintergrund; der Roman spielt zur Zeit der Konflikte zwischen König Balduin II gegen Emir Balak, also im 12. Jahrhundert, hat Elizabeth Chadwick auch diesmal eine bildhafte Kulisse geschaffen, in der sie ihre Romanfiguren agieren lässt.

Obwohl in diesem Buch auch die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Sabin und Annäis nicht zu kurz kommt, verliert sich die Romanze nicht ins Kitschige, sondern fügt sich sparsam dosiert ins Gesamtbild mit ein.

Zum Ende hin bekommt der Roman, obwohl er sehr spannend gemacht ist, einige Längen, jedoch ist das nur ein kleines Manko, dass nicht großartig ins Gewicht fällt.

Fazit: Ein Buch für alle Freunde des opulenten, historischen Romans, der zu unterhalten versteht. 4.5 von 5 Punkten. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)

Diese Rezension von Midnight fanden 10 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Definiere "Ritter"

Erster und einziger Kritikpunkt:

Wer den Klappentext von "Der Falke von Montabard" liest, erwartet einen komplett anderen Roman, denn der Klappentext ist bis auf die Namen der Personen, beinahe komplett falsch.

Der rebellische Ritter Sabin FitzSimon wird, nachdem er bei seinen Stiefelter und vor allem Heinrich dem VIII in Ungnade fiel, von diesen in der Begleitung von Edmond Strongfist und dessen Tochter ins Heilige Land geschickt um dort König Balduin zu dienen und seine Ehre wieder herzustellen. Strongfist nimmt ihm das Versprechen ab, sich nicht seiner unschuldigen Tochter zu nähern und Sabin hält sich daran.

Auch wenn beide sich von Anfang an zueinander hingezogen fühlen ist sie eine ehrenhafte Tochter und er möchte seine Ehre wieder herstellen.

Als Edmond wieder in Jerusalem heiratet begleitet Sabin ihn als Ritter auf sein neues Gut auf dem Lande. Bald schon findet sich auch ein geeigneter Heiratskandidat für Anais. Zur selben Zeit bemerkt diese, dass die Stiefmutter Sabin nachstellt und da sie ihrem Vater die Schande und den Schmerz ersparen möchte, bittet sie darum, dass Sabin in die Ritterschaft ihres neuen Ehemanns eingegliedert wird. Sabin stimmt erleichtert zu.

Anais führt eine glückliche Ehe voller Liebe und Sabin wird in Montabard glücklich. Er übernimmt Verantwortung und steigt immer höher in den Rängen auf, bis er zum Vertrauten und Freund von Anais Mann wird.

Doch als dieser tödlich verwundet wird, bittet er seinen besten Freund darum Anais zu beschützen und nach seinem Tode zu ehelichen und Anais um ihre Zustimmung.

Werden die beiden glücklich - Sabin der sich nie binden wollte und Anais die ihren Mann liebte? Und welche Opfer werden die Kreuzzüge von diesen beiden noch fordern?

Es handelt sich um einen wunderschönen historischen Roman, doch nicht die Liebesgeschichte steht im Fordergrund, sondern die Ereignisse und die charakterliche Entwicklung der Protagonisten bzw. das Erwachsen werden von Sabin und Anais in eine harten Zeit. Wie Sabin vom Rebellen ohne Ziel zum verantwortungsvollen Verwalter der Güter von Montarbard wird, der seine Freunde beschützt und Anais von der zarten Klosterschülerin zu einer selbstbewussten Ehefrau und Mutter, die einen riesigen Haushalt verwaltet und befehligt.

Doch gerade das macht den Roman zu etwas besonderem, was ihn aus einer langen Reihe historischer Liebesromane herausstechen lässt, denn natürlich fehlt die Romantik nicht vollkommen und die Autorin nimmt sich auch Zeit zu schildert, wie sich die Gefühle der ihrer Charaktere, die gerade dadurch so sympathisch werden und vor allem so lebendig, dass sie auch Schwächen haben.

Sabin ist mir sehr viel lieber als der ewig perfekte Ritter, welcher so gerne in diesem Genre an die Frau gebracht wird.

Besonders loben möchte ich noch die farbenprächtige und lebendige Schilderung der Schauplätze. Man taucht förmlich ein in den Roman und erlebt die Düfte und auch den Gestank des Basars, fühlt die Hitze Jerusalems auf der Haut und schmeckt das kühle Sorbet.

Für Fans historischer Romane ist "Der Falke von Montarbard" uneingeschränkt empfehlenswert.

Diese Rezension von kyrrdis fanden 15 von 17 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Outremer um 1121

"Der Falke von Montabard" ist die Geschichte von Sabin FitzSimon, einem normannischen Ritter, den es 1121 eher zufällig ins Königreich Jerusalem verschlägt, wo er seine Erfüllung findet.

Nach dem Klappentext zu urteilen, klingt dieses Buch wie ein Liebesroman in Verkleidung eines historischen Romans. Erfreulicherweise ist dies jedoch nicht der Fall. Die größte Stärke dieses Buches ist die Wahl der Zeit und des Handlungsschauplatzes, die bisher noch nicht romanhaft ausgeschlachtet wurden. Die Geschichte spielt hauptsächlich in den nördlichen Fürstentümern Antiochia und Edessa zur Zeit der schweren Konflikte von König Balduin II und Fürst Joscelin I gegen Emir Balak und dessen Nachfolger. Chadwick fügt ihre Figuren so schön in diese Ereignisse ein, daß man ihr gerne glaubt, daß sie die im Anhang aufgeführten Quellen gelesen und verwendet hat. Lobenswerterweise erwähnt sie dort auch, wo und warum sie von der Geschichte abgewichen ist.

Ihre Figuren, speziell Sabin, sind zwar nicht immer ganz klischeefrei, aber im großen und ganzen fühlen sie sich authentischer an als in den meisten sonstigen Mittelalterromanen. Historische Fehler sind mir auch keine aufgefallen, abgesehen vom fast schon obligatorischen "Tee". Stattdessen werden die Unterschiede im Leben der Christen des Abendlands von dem jener im Morgenland schön dargestellt. Außerdem bekommt man Einblick in das Alltagsleben auf einer Burg im schwer umkämpften "heiligen Land" dieser Zeit und in eine Ehe, die auf Erden und nicht im Liebeshimmel geschlossen wurde.

Zu kritisieren ist lediglich das Fehlen einer Karte, die es dem interessierten Leser einfacher machen würde, sich zu orientieren in welchem Fürstentum wir uns gerade aufhalten.„Der Falke von Montabard" ist ein spannender und gut recherchierter historischer Roman, den ich sehr empfehlen kann.

Diese Rezension von Meggie fanden 15 von 18 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Der Heißsporn Sabin erfährt Läuterung im heiligen Land

Die Hauptfigur Sabin FitzSimon, der Stiefsohn eines englischen Prinzen und Earls of Huntingdon führt das Leben eines mittelalterlichen Playboys. Sein Aussehen und seine Herkunft machen es ihm leicht, den Frauen zu gefallen. Er gerät aber immer wieder in Schwierigkeiten. So kann er der Versuchung nicht widerstehen, die Kurtisane seines Königs zu verführen.Kurz darauf gerät er in eine Wirthausschlägerei, in der es einen Toten gibt.

Da jetzt das Maß voll ist, vertraut ihn sein Stiefvater dem in's Morgenland reisenden Ritter Edmond Strongfist an. Auf diese Weise kann der junge Mann Buße tun und über die "Sache" wächst in der Zwischenzeit Gras.

Strongfist ist zunächst um die Tugendhaftigkeit seiner Tochter Annäis besorgt,deshalb nimmt er Sabin das Versprechen ab, von seiner Tochter die Finger zu lassen. Auf der Reise entwickeln die beiden Männer gegenseitige Wertschätzung und Respekt. Vor allem bei einem Piratenüberfall vor der afrikanischen Küste beweist Sabin seine Fähigkeiten als Kämpfer und rettet Strongfist das Leben. Im heiligen Land angekommen, wird Strongfist mit einer lebhaften Witwe verheiratet und gewinnt dadurch ein Lehen des Königs Balduin von Jerusalem. Mittlerweile hat Annäis die Aufmerksamkeit eines fränkischen Edelmannes,des Grafen Gerbert von Montabard, erweckt. Die beiden werden verheiratet und Annäis empfindet recht bald Zuneigung zu ihrem Mann und schenkt ihm bald einen Sohn Guillaume. Noch auf dem Hochzeitsfest hat sich aber ein Eklat ereignet, der dazu führt, das Sabin das frisch vermählte Paar nach Montabard begleitet.

In dem bald darauf einsetzendem Krieg zwischen König Balduin und seinem sarazenischen Widersacher Balak müssen Gerbert,Strongfist und Sabin immer wieder ihrer Lehenspflicht gegenüber ihrem König nachkommen.So sind die drei in der Leibwache des Königs, als dieser bei einem Jagdausflug von seinem sarazenischen Widersacher Balak gefangengesetzt wird. Strongfist gerät ebenfalls in Gefangenschaft, Sabin und Gerbert werden verwundet und bleiben auf dem Schlachtfeld zurück. Gerbert stirbt schließlich in Montabard nach langen Kampf an einer Infektion seiner Wunde.Zuvor trifft er Vorkehrungen, um seinem Sohn das Lehen zu erhalten und für Annäis zu sorgen. Er nimmt Sabin und Annäis das Versprechen ab, zu heiraten und Sabin, für seinen Sohn zu sorgen.Die beiden fügen sich in ihr Versprechen und entdecken bald schon innige Zuneigung für einander.In den folgenden Auseinandersetzungen mit den Sarazenen um die Befreiung Balduins können Strongfist und Sabin ihre kämpferischen Fähigkeiten und ihre Treue beweisen.Letztendlich wird ein Lösegeld für den König gefordert und Sabin, Annäis und Guillaume begeben sich mit anderen Edlen als Faustpfand in die Hand von Timurtasch, dem Nachfolger von Balak.Der König jedoch bricht sein Wort und löst die Geiseln nicht wie vereinbart aus. Für zwei Edelleute unter den Geiseln bedeutet sein Wortbruch den Tod.Wird es für Sabin und Annäis einen Weg aus der Gefangenschaft geben ?

Ingesamt ein Lesevergnügen mit dem Hintergrung der Auseinandersetzungen um das heilige Land im frühen 12.Jhd..

Die Autorin nimmt wahre Personen und Gegebenheiten wie König Balduin und seine Gefangenschaft und webt ihre Geschichte darum.Auserdem ist positiv anzumerken, dass kein Schwaz-Weiß Denken stattfindet, die Sarazenen werden eben als Volk dargestellt, welches um sein Land kämpft. Dabei findet Sabin in dem Muslimen Usamah, einem Neffen von Timurtasch, jemanden, den er fast als Freund bezeichnen könnte.

Diese Rezension von la_lune fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen faszinierender Roman vor historischer Kulisse

Die anderen Rezensenten haben den Inhalt schon ausführlich beschrieben, so daß ich hier nicht näher darauf eingehen werde.

Für mich zählt dieser historische Roman zu den Sahnestückchen dieses Genres. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, die historischen Fakten meines Wissens nach gut und gewissenhaft recherchiert.Die Personen, Orte und das Leben im heiligen Land sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Beim Lesen ist man bereits ab den ersten Seiten in der Geschichte und legt das Buch nur noch ungerne aus der Hand.

Die Kampf und Schlachtenszenen halten sich in Grenzen und langweilen nicht mit endlosen 'militärischen' Ausschweifungen (wie bei man anderen Büchern).

Mein erster Roman, den ich von Frau Chadwick gelesen habe war 'Die Erbin der Festung' - dieser bleibt jedoch um Längen hinter 'Der Falke von Montabard' zurück.

Fazit: Ein toller Roman, den ich gerne noch mehrmals lesen werde und der einen sehr guten Platz in meinem Bücherregal erhält.

Der Falke von Montabard



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