Santis, Pablo de

Die sechste Laterne

Die sechste Laterne
  • Verlag: Unionsverlag
  • Erscheinungsdatum: 2007-01
  • Bindung: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 256
  • ISBN: 3293003729
  • EAN: 9783293003729
  • Amazon.de Verkaufsrang: 259.413
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Beschreibung von buecher.de

Als der junge Italiener Silvio Balestri 1914 nach New York auswandert, wird er von einem einzigen Gedanken beherrscht: Er will einen zweiten Turm zu Babel bauen. Jahrelang arbeitet er Nacht für Nacht an den Plänen. Als seine Frau einfach verschwindet, bemerkt er dies kaum.
Während Balestri das innerste Geheimnis der Baukunst ergründet, heuert ihn ein Architekturbüro für die Lösung eines scheinbar ganz profanen Geheimnisses an: Die New Yorker Architekturbüros stehen in einem gnadenlosen Wettkampf um den höchsten und modernsten Wolkenkratzer der Welt. Jede neue Idee wird sogleich der Konkurrenz in die Hände gespielt. Balestri soll das Leck finden. Die Aufgabe führt ihn in ein unentwirrbares Geflecht aus Intrigen und schließlich zu dem Geheimbund Die sechste Laterne.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Gudrun Boegner fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Kunstvolles Gedankengebäude

De Santis erzählt die Geschichte des Architekten Silvio Balestri, der einen zweiten Turm von Babel erbauen will. Dabei spielt die Bedeutung der Idee an sich eine größere Rolle als die (letztendlich nicht ausgeführte) praktische Umsetzung. Nicht von ungefähr spielt die Geschichte im New York der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, als der Bau von immer gigantischeren Wolkenkratzern das Staunen der Welt hervorrief.

Auch wenn dies vielleicht De Santis' bisher schwächstes Buch ist - es ist dennoch wieder sehr lesenswert. Wie gewohnt, gelingt es ihm, Grenzen zwischen geistigen und materiellen Welten menschlichen Daseins aufzuheben und die Übergänge in ein diffuses Licht zu tauchen, aus dem sich jeder selbst "heraustasten" muß. Freilich läßt De Santis keinen Zweifel daran, daß die geistige Welt die einzig wahre ist. Balestri stirbt, nachdem sein Projekt real gescheitert ist, aber er spricht in seinen letzten Aufzeichnungen von "normalen Menschen", die "wussten, dass, wenn sie sterben würden, jemand anders ihren Traum weiterträumen würde, jemand nebenan oder am anderen Ende der Welt". So überträgt De Santis den Gedanken des Aussergewöhnlichen auf das Alltägliche und schafft Kongruenz und hebt erneut alle Grenzen auf. Und läßt glauben,dass auch fürderhin alles denk- und machbar sein könnte...

Literarisch läßt De Santis wieder alle Register spielen: Skurrile Gedankengebäude führen quasi auf Himmelsleitern ins Unendliche und enden doch unversehens vor imaginären Feuertüren, hinter denen alles oder nichts möglich sein könnte. Daß De Santis einen Roman über den Begriff Architektur schreiben würde, schien so nur eine Frage der Zeit zu sein.

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