August, Oliver

Auf der Suche nach dem roten Tycoon

Auf der Suche nach dem roten Tycoon
  • Verlag: Eichborn
  • Erscheinungsdatum: 2007-02
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 432
  • ISBN: 3821856343
  • EAN: 9783821856346
  • Amazon.de Verkaufsrang: 90.498
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Beschreibung von buecher.de

Die abenteuerliche Suche nach Chinas einflussreichstem Tycoon, der sich mit der politischen Führung überwarf und untertauchte. Eine brillant erzählte, spannende Geschichte über Chinas widersprüchlichen Aufbruch ins 21. Jahrhundert.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Fuchs Werner Dr fanden 10 von 11 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Begeisterung nahm kontinuierlich ab

Umkränzt von Vorschusslorbeeren ziert dieses Chinabuch die Auslagen der Buchhandlungen. Und in entsprechender Erwartungshaltung machte ich mich an die Lektüre. Lai Changxing heißt die geheimnisvolle Gestalt, hinter der die chinesische Regierung her ist. Als Lai Changxing mit seiner Familie 1999 nach Kanada türmte, landete der Times-Korrespondent Oliver August in Peking, ohne zu wissen, dass er sich in nächster Zeit auf die Suche nach dem verschwundenen Multimilliardär machen wird. Oliver August, gehört offenbar zu den wagemutigeren Auslandkorrespondenten. Schnell lernt er die fremde Sprache und zieht unerlaubte Reisen dem Einatmen von Büroluft vor. Er sucht den chinesischen Robin Hood in Regionen, die von Ausländern kaum betreten werden, spricht mit unzähligen Leuten, tummelt sich in zwielichtigen Clubs, stößt auf Mauern des Schweigens, wird zum Informationsdealer, taucht unter und auf, bleibt hartnäckig und weicht offiziellen Pressesprechern lieber aus. Sicher alles Gründe, weshalb der Verlag das Buch mit dem Etikett "China, wie es wirklich" ist verkauft. Allerdings wird dieser Kleber auf allen Chinabüchern angebracht.

Mir gefällt Informationsvermittlung als Storytelling. Und lange Zeit gelang es Olivier August auch, mich zu fesseln. Aber da ihm das große Talent zum Krimiautor und literarischen Geschichtenerzähler fehlt, begann sich ab der Mitte des Buches die Langeweile auszubreiten. Nicht jeder ist ein Marcel Proust, der selbst die Beschreibung eines Rosenblattes zum spannenden Lesegenuss macht. Nicht dass ich das von einem Korrespondenten erwarte, aber wer mir einen Krimi verkaufen will, muss mehr von Dramaturgie verstehen als Oliver August. Und so kam es, das ich zwar interessante Einblicke in das moderne China gewann, am Schluss jedoch trotzdem leicht enttäuscht war.

Mein Fazit: Die Idee, mit einer spannenden Rahmenhandlung neue Leser für ein Chinabuch zu gewinnen, finde ich toll. Aber das Buch bringt letztlich weniger News als angepriesen und ist weniger spannend, als die Klappentexter versprechen.

Diese Rezension von Doreen fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen keine trockene Dokumentation

Dieser Roman berichtet zwar über Tatsachen, versteht es aber dabei einen ungewöhnlich hohen Unterhaltungswert aufzubauen, was sicher am Schreibstil von Oliver August liegt aber auch grundlegend an der erzählten Story. Die Suche nach dem verschwundenen Tycoon ist einfach spannend und läßt einen beim Lesen mit dem Autor mitfiebern, ob er die Geheimnisse um das Verschwinden klären können wird.

Da es sich eben gerade nicht um eine fiktive Geschichte handelt, sorgte bei mir für noch mehr Interesse an diesem Buch und war mein ursprünglicher Kaufgrund.

Diese Rezension von Heinerdoc fanden 4 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der ultimative Chinakrimi !

Ich habe schon etliche Bücher über China gelesen, aber keines war so spannend wie dieses. Mit sehr viel Spass und ganz ohne Anstrengung habe ich auf den immerhin 420 Sediten mehr über dieses so widersprüchliche Land und seine Probleme gelernt als in allen bisherigen eher theoretischen China-Titeln der letzten Jahre. Bei den kenntnisreichen Recherchen geht Herr August wie ein Spürhund mit grosser Ausdauer 7 Jahre lang quer durch China jeder Spur nach bei der "Suche nach dem roten Tycoon". Begeistert haben mich dabei seine Neugier, Abenteuerlust und auch Risikibereitschaft.

Es entsteht so ein extrem fesselnder Bericht zwischen Reportage und Thriller über das heutige China. Diese Spurensuche in den Tabuzonen der chinesichen Gesellschaft und in den entlegensten Winkeln des Landes führt den Leser von Xiamen aus, der "Perle der Boomtowns", sehr detailliert hinter die Kulissen des offiziellen Chinas. Dort begegnet man der faszinierenden Persönlichkeit des Analphabeten Lai Changxing der es durch Schmuggel und Korruption zum reichsten Mann des Landes gebracht hat. In diese Suche nach dem untergetauchten Wirtschaftsboss sind immer wieder markante Analysepassagen eingestreut, welche die Verhältnisse im heutigen China erhellen mit seiner kapitalistischen Revolution und Öffnung zum Rest der Welt.

Man bekommt richtig Lust auf mehr China, nicht nur wenn August über das Essen berichtet, offensichtlich eine chinesische Lieblingstätigkeit ...

Herr Lai hat von 1990 bis zu seinem Verschwinden 1999 insgesamt 6,4 Milliarden Dollar geschmuggelt und dabei 3,4 Milliarden Doller an Steuern hintezogen. Als das Land dann der WTO beigetreten war brauchten ihn die kommunistischen Herrscher und Bürokraten nicht mehr und liessen ihn fallen. In dem darauf folgenden grössten Kriminalfall der chinesischen Geschichte waren 600 Sonderermittler beteiligt sowie 840.000 Verdächtige. Davon wurden 600 verurteilt mit 14 Todesurteilen.

Die steile Kariere von Herrn Lai ist zwar ein Soderfall, aber nichts aussergewöhnliches in diesem durch und durch korrupten Land, wo es keinerlei Rechtssicherheit gibt und keine staatlichen Spielregeln (erst vor wenigen Tagen hat ja der chinesische Volkskongress beschlossen, das Privateigentum im Land zu schützen ...).

Diese chaotischen Verhältnisse fordern jeden Einzelenen geradezu heraus, es dem kapitalistischen Revolutionär Lai gleich zu tun und Grenzen zu überschreiten hinein in die riesigen Grauzonen von Wirtschaft und Gesellschaft. Das kommt dem grossen Freiheitwillen der Chinesen entgegen und so entsteht die ungeheure Dynamik dieses Landes die wir alle beobachten und ja auch etwas fürchten.

Ein brillant geschriebene Buch und ein absolutes Muss für jeden, der sich für China und Asien interessiert !

Diese Rezension von Julia Belke fanden 3 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Fazinierendes Buch

Die Kriminalreportage des Times Korrespondenten Oliver August ist nicht nur eine spannende wahre Geschichte über die Korruptionen, die politischen Machenschaften und kapitalistischen Verstrickungen des Tycoons Lai Changxing im aufstrebenden China, sondern liefert dem Leser Einblicke hinter die Kulissen des "offiziellen" Chinas. Die Kultur, die Widersprüche, der Staat und insbesondere die Menschen nehmen einen besonderen Anteil rund um das Leben des Lai Changxing und auch des Autors selbst ein. Aus der "Begleitung" der journalistische Rechereche ist ein fazinierendes Buch entstanden, dass nicht nur China Reisenden und Kennern an Herz gelegt werden kann.

4 von 5 Sternen Nicht wirklich ein Krimi, aber dennoch interessant

Das Buch befasst sich mit der Suche nach Lai Changxing, einem der grössten Unternehmer in China, der bei der chinesichen Führung in Ungnade gefallen ist, nachdem seine Methoden jahrelang akzeptiert wurden.

Oliver August zeigt ein interessantes Bild Chinas. Die Einblicke in die erlaubten Übertritte der Gesetze, die Korruption und das Verhalten chinesischer Beamter ist sehr interessant und man lernt viel über die Methoden, mit denen man in China Erfolg haben kann. Das Buch liest sich spannend und man bekommt einen sehr guten Eindruck vom Wandel, mit dem die Chinesen momentan zurecht kommen müssen.

Teilweise weist das Buch aber auch Längen auf und man wartet, bis es endlich wieder weitergeht mit der Suche nach Lai. Ein wirklicher Krimi ist es nicht. Auch kam für mich der Blick in die chinesische Seele etwas zu kurz und ich hätte mir dort manchmal mehr erwartet.

Gesamt gesehen aber ein sehr interesantes Buch, das sich lohnt zu lesen.

Auf der Suche nach dem roten Tycoon



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