Herausgeber: Kahl, Thede; Metzeltin, Michael; Ungureanu, Mihai-Razvan

Rumänien

Rumänien
  • Verlag: Lit Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2008-04
  • Format: Broschiert
  • Umfang: 648
  • ISBN: 3825800695
  • EAN: 9783825800697
  • Amazon.de Verkaufsrang: 729.139
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Beschreibung von buecher.de

Es gelingt den Herausgebern, das heutige Rumänien so komplex darzustellen, dass das Buch konkurrenzlos zu den bisher erschienenen Büchern über Rumänien dasteht.' Biblos 'Der Sonderband Rumänien gehört unbedingt in die Bibliothek jener Personen, die sich in der einen oder anderen Form mit Südosteuropa und seiner vielfältigen Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Politik beschäftigen.' Der Donauraum 'Der Nachholbedarf an gesicherten Informationen zu Rumänien ist noch immer groß: Das erst seit einigen Monaten zur EU gehörende Land am Karpatenbogen befindet sich trotz der in immer weitere Ferne rückenden Epochenzäsur 1989 noch in einer Art Transit, von dem sich die anderen europäischen Länder noch kein einheitliches Bild gemacht haben. Mit großem Informationsgewinn lässt sich daher in dieser in Österreich angeregten voluminösen Sammlung lesen.' Neue Zürcher Zeitung

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
4 von 5 Sternen informativ und umfassend

Rezension erscheint demnächst im: Der Donauraum, 1/2007.

Kurz bevor der flächenmäßig größte südosteuropäische Staat am 1. Januar 2007 zusammen mit Bulgarien im Rahmen der vorläufig letzten Erweiterungsrunde Mitglied der Europäischen Union geworden ist, erschien termingerecht in der Reihe der bedauerlicherweise mittlerweile eingestellten Österreichischen Osthefte im Jahr 2006 ein fast tausend Seiten starker Ländersonderband zu Rumänien. In nicht weniger als 49 Einzelbeiträgen aus den Themenfeldern Raum und Bevölkerung (S. 23-167, sieben Artikel), Geschichte und Geschichtsbilder (S. 16-335, zehn Artikel), Kultur (S. 337-494, neun Artikel), Gesellschaft und Politik heute (S. 495-599, sieben Artikel), Wirtschaft (S. 601-707, fünf Artikel), Recht und Verfassung (S. 709-803, fünf Artikel) und historische Regionen (S. 805-932, sechs Artikel) wird dem interessierten deutschsprachigen Publikum das demographisch und bezüglich seines wirtschaftlichen Potentials bedeutendste Land Südosteuropas ausführlich vorgestellt. In seinen Geleitworten streicht der rumänische Botschafter in Österreich Prof. Dr. Dr. h.c. Andrei Corbea-Hoisie den seiner Meinung nach im Vergleich zu anderen in Europa oder Amerika in den letzten Jahrzehnten erschienenen Büchern zu Rumänien einzigartigen enzyklopädischen Anspruch des hier zur Besprechung vorliegenden Bandes hervor. Tatsächlich sind seit dem Erscheinen des von Klaus-Detlev Grothusen herausgegebenen Südosteuropa-Handbuches zu Rumänien fast 30 Jahre vergangenen. Insofern bedarf es kaum einer Legitimation für das Bedürfnis nach einer neuen Gesamtschau, in der insbesondere die Zeit nach der Wende von 1989 im Mittelpunkt des Interesses steht.

Dutzende von namhaften Wissenschaftern aus Rumänien, Österreich, Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Frankreich haben an der Entstehung des durch das rumänische Außenministerium geförderten Buches mitgewirkt. Den Herausgebern, die alle mindestens auch einen Beitrag verfasst haben, gelang es, viele (obwohl klarerweise nicht alle) einschlägigen Experten für die Mitarbeit zu gewinnen. Im Unterschied zu den anderen Länderbänden (Ukraine, Kroatien, Albanien, Serbien und Montenegro) aus dem Hause des Österreichischen Ost- und Südosteuropainstituts (OSI) wurde dieses Mal - wohl um den enzyklopädischen Charakter zu unterstreichen - auf Fuß- bzw. Endnoten gänzlich (sogar bei längeren Zitaten) verzichtet. Zumindest partiell wettgemacht wird dieses Manko durch die jedem Beitrag angehängte Quellen- und Literaturliste und die im Textverlauf allerdings nur sporadisch vorhandenen Literaturbelege in Klammern, wie dies im deutschsprachigen Raum in den Sozial- und Naturwissenschaften Usus ist. Die zahlreichen aussagekräftigen und teilweise von Mitarbeitern des OSI neu erstellten Tabellen, Diagramme, Karten und Abbildungen werten den Sonderband erheblich auf. Eine nach Themen geordnete und sich zur leichteren Orientierung auf deutsch-, englisch- und französischsprachige Werke beschränkende Bibliographie (S. 933-949), das Autorenverzeichnis (S. 951-956) und ein detailliertes Personen- und Sachregister mit Lebensdaten und Funktion der wichtigsten Persönlichkeiten (S. 957-976) runden das voluminöse Werk ab.

Für den stolzen, aber angesichts des Umfangs kaum erstaunlichen Preis erhält man informatives und umfassendes Kompendium, das nicht nur für Wissenschafter sondern ebenso sehr für all jene geeignet ist, die in ihrer Funktion als Politiker, Manager, Investoren, Kulturschaffende oder Touristen mehr über das in Westeuropa nach wie vor geheimnisumwitterte und vielleicht sogar etwas unheimlich anmutende Balkanland (Stichwort Dracula) Rumänien erfahren wollen. Vereinzelte inhaltliche Ungenauigkeiten (z. B. S. 10: EU als Staatsgebilde oder S. 212: Der Name Tschechien für die Zeit des Mittelalters) und sprachliche und stilistische Misstritte (z. B. S. 9, S. 212, S. 237, S. 239, S. 248, S. 822) lassen sich bei diesem Umfang kaum vermeiden und trüben den ansonsten sehr guten Gesamteindruck nur unwesentlich. Natürlich müssen sich die Herausgeber von Büchern mit annähernd tausend Seiten stets die Fragen gefallen lassen, ob weniger nicht mehr gewesen wäre und ob man nicht den einen oder anderen Beitrag zu Gunsten einer saubereren Endredaktion hätte weglassen können. Letzten Endes hängt die Beantwortung dieser Fragen von den Ansprüchen des Zielpublikums ab. Eingedenk des potentiell längst nicht nur aus der Wissenschaft kommenden Leserkreises entschieden sich die Editoren wohl zu Recht für Quantität, zwar sicher nicht anstelle, aber stellenweise etwas zu Lasten der stilistischen und sprachlichen Qualität. Dennoch: Der Sonderband Rumänien gehört - ebenso wie die anderen Ländersonderbände des OSI - unbedingt in die Bibliothek jener Personen, die sich in der einen oder anderen Form mit Südosteuropa und seiner vielfältigen Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Politik beschäftigen.




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