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Diese vollständige Neubearbeitung eines der grundlegenden Textes des Empirismus und des erkenntnistheoretischen Positivismus erschließt auf übersichtliche und enorm gründliche Weise das ganze, bisher nur in dreiteiliger Form vorliegende Hauptwerk Humes. Die ursprüngliche Übersetzung von Th. Lipps wurde komplett aktualisiert, und zwar sowohl im Hinblick auf die neue deutsche Rechtschreibung, als auch stilistisch und lexikalisch. Beibehalten wurde der umfangreiche Anmerkungsapparat von Lipps, der als begleitende Einführung in den Originaltext zu lesen ist. Diese Ausgabe eignet sich hervorragend als Einstieg für Philsophiestudenten und Laien, die sich einen gründlichen Einblick in die Humesche Philosophie verschaffen möchten.
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sichDavid Humes Traktat über die menschliche Natur ist eigentlich von ihm selbst zu Lebzeiten abgelehnt und durch die Abhandlung: "Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand" ersetzt worden. Hume sieht in seinem Jugenwerk (er war zarte 21 als er die Treatises schrieb) zu viele Schwachstellen. Besagt Schwachstellen sind für den Einsteiger, Anfänger und Laien allerdings eher nebensächlich. "Wie funktioniert Denken überhaupt? Was steuert und lenkt meine Gedanken? Was ist Wissen?" Wer sich solche Fragen stellt, oder sich zumindest für ebend solche interessiert, findet hier eine Theorie in verständlicher Sprache und in über weite Strecken klarer Formulierung. Humes Ansatz: Alles, was wir uns vorstellen, muss zuvor wahrgenommen worden sein. Jeder Eindruck (Impression), bzw. jede Wahrnehmung erzeugt eine Vorstellung (Idea) im Geist. Unsere Erfahrung ist somit das A und O der Erkenntnis, weswegen die philosophische Richtung auch Empirismus heißt. Viele der elementaren Grundzüge der Humeschen Theorie finden sich übrigens schon bei John Locke dem Begründer des Empirismus in seinem "Versuch über den menschlichen Verstand".Es steckt also viel in diesem Buch. Prädikat: interessant und verständlich für jedermann - ein echter Klassiker.Ein Hinweis noch für alle nicht-ganz-Laien: Hume ist der erste Philosoph, der das Induktionsproblem erkennt, bzw. formuliert. Kant bedankte sich später bei Hume für diese Erkenntnis da sie ihn aus seinem "dogmatischen Schlummer" geweckt habe und somit den Weg zur "Kritik der reinen Vernunft" zumindest mit ebnete.
Klassiker des EmpirismusTag für Tag werden wir von den einfachen Assoziationen unseres Verstandes in die Irre geleitet: Wir heben eine Kugel auf und lassen sie los. Die Kugel landet mit lautem Krachen auf dem Boden. Das wiederholen wir hundertmal und es passiert immer das Gleiche. Die Kugel wird immer auf den Boden fallen, denken wir. David Hume würde einwenden: Dass auf das Loslassen auch das Herabfallen folgt, ist keineswegs eine gesicherte Erkenntnis, sondern eine Vereinfachung unseres Verstandes. Wo gleiche Ereignisse immer wieder aufeinander folgen, erliegen wir der Kausalitätsvermutung - die auch eine Täuschung sein kann. Hume war ein Skeptiker. Für seine Erkenntnistheorie, die er im "Traktat über die menschliche Natur" formuliert, will er eigentlich gar nichts gelten lassen, außer die gesicherten Erkenntnisse, die uns unsere Sinne liefern. Nicht mal das "Ich" betrachtet er als eigenständiges Seiendes, denn auch hierbei handelt es sich für ihn lediglich um eine Serie von Sinneseindrücken, aus der wir das konstruieren, was wir "Ich" nennen. Der vielleicht radikalste der englischen Empiristen machte sich durch seine Philosophie nicht nur Freunde: Seine Gegnerschaft zur kirchlichen Orthodoxie verunmöglichte ihm die Besetzung eines Professorenstuhls. Der Traktat fiel beim Publikum durch - und gehört heute zu den wichtigsten Werken der Philosophiegeschichte.
Brockhaus-1809: David Hume · Reiche der Natur
Brockhaus-1911: Traktat · Hume
Eisler-1904: Plastische Natur · Natur · Natur · Natur, plastische
Herder-1854: Hume [2] · Hume [1] · Natur
Kirchner-Michaelis-1907: Natur
Meyers-1905: Traktāt · Hume · Natūr
Pierer-1857: Traktat · Menschliche Zeichen · Hume [1] · Hume [2] · Natur