Obama, Barack

Dreams from My Father\Ein amerikanischer Traum, englische Ausgabe

Dreams from My Father\Ein amerikanischer Traum, englische Ausgabe
  • Verlag: Three Rivers Press
  • Erscheinungsdatum: 2004-08-10
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 480
  • ISBN: 1400082773
  • EAN: 9781400082773
  • Amazon.de Verkaufsrang: 1.601
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Beschreibung von buecher.de

Obama, the son of a white American mother and a black African father, writes an elegant and compelling biography that powerfully articulates America's racial battleground and tells of his search for his place in black America. photos. High school & older.

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One of the many refreshing things about Barack Obama is his self-deprecating sense of humour. Responding to the unrealistic expectations for his presidency, Obama said 'I've been sent by my father from the planet Krypton to save the Earth.' Unfortunately, the irony of this self-comparison to Superman was probably lost on many of his dedicated followers, who clearly believe that – once in office – he can exercise a few super powers and rid the world of all its thronging ills, economic and otherwise. But as Dreams from My Father proves, Obama is no fool, and knows the cold realities that face him, even though this intelligently written book is filled with optimism and hope. Which is understandable enough; after all, what else could Obama offer?The politicians who can actually write may be counted on one hand, but on the evidence here, Barack is among their number (he reminds us that William Faulkner said the past is never dead and buried – it isn’t even past; can you imagine Barack's predecessor in the Oval Office quoting Faulkner – unless the allusion was written for him by one of his speechwriters?). In fact the book -- Obama’s remarkable life story – was, of course, written before his destiny was irrevocably changed by his success in the US presidential election, and it is a striking account of a young man coming to terms with the problem of his identity and issues of belonging in a racially divided country (a racial division that Obama – by the very example of his success – may do a considerable amount towards healing). The son of a black African father and a white American mother, Obama details the dramatic journey that constituted his parents’ life before his own trip to Kenya to confront the sobering realties of his father’s life. It is a book about coming to terms with the past – and comparisons with writers such as Proust in such areas are not as ridiculous as they would be if almost any other politician were involved. Dreams from My Father gives real hope that ‘dumbing down’ – in order to appeal to the lowest common denominator – will not be the hallmark of the Obama presidency. --Barry Forshaw

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Ralph Doh fanden 43 von 44 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Inspiring

In Barack Obama's "Dreams from My Father" I discovered a fascinating brain and an accepting mind that came to terms with his dual inheritance. He provided us with an insight of the African-American experience, of the hopes and dreams of the people, of the realities they confronted and of their failures.

In his inspiring appearance at the Democratic convention, Obama emerges as a rising star in the American politically scene, a figure with a strong personality that is easy to relate to. The speech was very moving.

The fact that this book was written before Obama gained so much political popularity, is the reason why it is so authentic, unlike many of the autobiographies we read. And as a mulatto, this book reminded me of Disciples of Fortune. It is so amazing how the heroes in these books came to terms with their inheritances.Recommended: DISCIPLES OF FORTUNE, LE MIRADOR, COLLIN POWELL, MY LIFE,LONG WALK TO FREEDOM

Diese Rezension von Thomas Reuter fanden 30 von 32 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen American Dream come true

In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995 erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner 30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm, um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und der weiß, dass er es erreichen wird.

Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors - um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das Amt nun einmal mit sich bringt.

Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert. Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist eine besonders lesenswerte Episode.

Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien berühren - jenseits aller multi-kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es, dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen.

Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen Lehrjahre als Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat.

Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant.

Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre, die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.

Thomas Reuter

Diese Rezension von Pius fanden 28 von 33 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen A classic

Dreams from My Father is a greatly inspiring memoir. Controversial, though it is, the story reflects the soul of a man who is open to his identity. In this book, Obama argues with himself and comes to terms with his identity. You will not regret getting into the pages of this page turner that bear the hallmarks of a classic. It is a recommendable read.Also recommended: DISCIPLES OF FORTUNE, THE COLOR OF WATER

Diese Rezension von Mario Pf. fanden 25 von 33 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Barack Obama auf der Suche nach seiner Herkunft

Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der United States of America - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär geworden ist, sein Leben steht als Inbegriff für den American Dream und die Chancen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Um Obamas Wurzeln und Herkunft zu verstehen ist "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance" verständlicherweise die beste Quelle, denn das Werk zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde von ihm persönlich verfasst. Dadurch ist es schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die nach 2008 erscheinen werden.

Dazu kommt, dass Obama seine Autobiografie noch vor Beginn seiner politischen Karriere im Regionalparlament von Illinois geschrieben hat, nachdem ihm ein Verleger anlässlich seiner da schon ein paar Jahre zurückliegenden Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag angeboten hat. Somit ist "Dreams from my father" relativ frei vom Einfluss der Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im Falle von "The Audicity of Hope", dass 2004 im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem die Neuauflage von "Dreams from My Father" bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama höchstpersönlich gesprochenes Hörbuch 2006 sogar einen Grammy gewinnen konnte.

Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen" Vortragenden (auch wenn er mal vom Teleprompter abliest) beigetragen hat. Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken, dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen.

Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte Kindheit, sein Leben in Chicago und die Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger seine Lebensgeschichte, als vielmehr die Familiengeschichte, mit ihm der Hauptrolle. Ganz in der Tradition der in den USA sehr beliebten Ahnenforschung versucht Obama den Leser auf eine kulturelle und persönliche Identitätssuche zu führen. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort endet. Was aus Barack Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung, ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "The Audicity of Hope" nachlesen, welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der Nation gilt.

Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle, wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch aufgrund der Unvollständigkeit, was die Lebensgeschichte angeht. Interessant wären im Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch einzig und allein auf dem Umschlag finden.

Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Dreams from My Father" von seiner betont verträumten, romantisierenden, hoffnungsvollen Seite zeigt. Obwohl es ein sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er unbemerkt dessen ungeachtet relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive ist in einer Autobiografie durchaus erwünscht, besonders wenn er seinem Umfeld gegenüber nicht selten doch auch kritisch auftritt.

Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die Tradition "amerikanischer Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004, ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner besonderen Herkunft bedienen kann.

Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt, sondern schon in der Jugend seiner Großeltern. Der künftige Großvater des 44. US-Präsidenten Stanley Dunham wuchs selbst bei seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, ein bekennender Frauenheld, die Familie verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte.

Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro(-Ng) hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte.

In einem Land wo Minderheitenpolitik immer häufiger auch hinterfragt wird und demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich protestantischen angelsächsischen Nation längst zur Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter Afroamerikaner in den Senat und als bisher einziger ins Oval Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar Beispiel für die Möglichkeiten die die USA bieten, entzieht sich aber zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles, am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den Großeltern aufgewachsen ist, jedoch fast immer Privatschulen besuchen konnte und die Lage der Ohnmächtigen, wie in Djakarta, Nairobi oder der Chicagoer South Side nie am eigenen Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind, Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt.

"Change we can believe in", mag er seinen Wählern 2008 versprochen haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen, frei nach dem Motto, wer gegen Bush war, muss nun bedingungslos für Obama sein. Herkunft und Erbe sind keine Garantie für staatsmännische Eignung, was man nach Bush II. durchaus anerkennen muss, wenn man nicht schon weiter in die Vergangenheit zurückblicken will, um das einstige Primat des Adels, der auch aufgrund seiner Herkunft und Erziehung für sich reklamierte den Staat am besten führen zu können, in Frage zu stellen. Freilich, um eine Fortsetzung der Ära Bush und eine mögliche Vizepräsidentin Sarah Palin zu vermeiden, schwiegen zumindest Obamas Kritiker unter den Bush-Gegnern, nachdem er sich knapp bei den demokratischen Vorwahlen durchsetzen konnte. Genauso irreführend wie Bushs Gemütlichkeit als der Kandidat mit dem man lieber ein Bier trinken gehen würde, als Al Gore, kann Obamas Talent als Storyteller/Geschichtenerzähler und intelligenter Charismatiker mit großer rhetorischer Gabe sein. In Erinnerung an die Worte eines jener Bush-Kritikers, der sich 2008 eurphorisch in Obamas Lager wiederfand, am Ende ist es doch so wie bei Bill Clinton, das Wasser war nicht sauberer, aber man wurde wenigstens von einem vor allem sympathischen Menschen darüber belogen. Nach Bush ist Obama der größtmögliche Wandel, ein Glücksfall, besonders da er viele Anknüpfungspunkte bietet und sein Saubermann-Image dank positiver Berichterstattung weitgehend wahren konnte. Er ist schlichtweg eine perfekte Projektionsfläche für Schwärmereie, Träumereien, Verklärung und Hoffnung, der Traumprinz, von dem man hofft dass er genauso integer ist, wie die beiden einzigen schwarzen US-Präsidenten David und Wayne Palmer die man auf Fox in der Action-Serie 24 erleben konnte.

"Dreams from My Father" ist keine Offenbarung, es ist die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann. Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern. Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen.

"Dreams from My Father" verkörpert einen besonderen Charme, das Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004 kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist, obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach Harvard.

Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend, nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit, aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen gegen dieses Genre entspricht. Inhaltliche Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten Handlungssträngen und all das als Folge des Titels und dieser ist eben "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance".

Das Ergebnis ist eine Familienbiografie, wie man sie von Barack Obama eben erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber trotzdem verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des "Lebenslaufs" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken, genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig von den Werken Dritter abheben.

Fazit:

Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische, gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wer bin ich?".

Diese Rezension von Herbert Marouschek fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen faszinierend, ehrlich, wunderschön

Das Buch ist Obamas erstes. Er schrieb es, als er noch nicht in der Politik war. Es ist also ein persönliches, kein politisches Buch. Es handelt von einem jungen Menschen, der aufgrund seiner gemischtrassischen Herkunft auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Genau genommen sucht er seinen Vater, den er kaum gekannt hat, und der durch die langen Schatten, die sein Leben warf, für den jungen Obama eine schwer zu erreichende Steilvorlage darstellte. Obwohl es sich um eine Teilbiographie handelt, will der Autor eigentlich nicht im Mittelpunkt stehen. Es sind ihm vielmehr die Personen wichtig, die sein Leben begleiten, und die er mit grossem Respekt, ja Zuneigung, behandelt. Das Buch, geschrieben in einer eines echten Schriftstellers würdigen Sprache, ist bar jeder Eitelkeit, ja von fast brutaler Ehrlichkeit. Es gewährt einen faszinierenden Einblick in die Art, wie ein Mensch denkt und handelt, der mittlerweile das wichtigste politische Amt dieses Planeten bekleidet.




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