Das PRAXIS-Denken stellt für eine emanzipierte politische Philosophie, wie überhaupt für gesellschaftsveränderndes Handeln, eine unverzichtbare Referenz und Inspirationsquelle dar. Der Ansatz kam mit Marx in die Welt und artikulierte sich im 20. Jahrhundert in einer bedeutenden europäischen Denkströmung. Die Beiträge dieses Buches aktivieren das PRAXIS-Konzept als Paradigma einer praktisch-kritischen Gesellschaftswissenschaft. Sie setzen Markierungen auf dem Feld der Marxismus-Diskussion. Ein utopistisch inspiriertes Begreifen der Praxis erweist sich als unerlässlich, um die Prekaritäten und Krisen der herrschenden Praxisform an der Wurzel zu fassen und in der eröffneten historischen Periode mit Blick auf eine bessere Zukunft zu orientieren. Dazu werden auch Grundfragen der ökonomischen Praxis aufgegriffen. Rekurse auf die Marxsche Wert-, Kapital- und Reproduktionstheorie verdeutlichen die Zusammenhänge. Im Versuch, durch Überschreitung der Marxschen Prozessanalyse eine neue Reproduktionsordnung zu modellieren, sollen die Umrisse einer Sozialwirtschaft als konkrete System-Alternative zur Kapitalwirtschaft kenntlich werden.