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Wallander soll die brutalen Morde an fünf Männern aufklären. Die Opfer scheinen auf den ersten Blick achtbare Bürger gewesen zu sein, doch stellt sich bei genaueren Nachforschungen sehr bald heraus, daß auch sie Frauen grausam mißhandelt haben. Wenn nun aber der Mord die Rache eines Opfers an Mördern und Vergewaltigern ist, muß Wallander sich beeilen, bevor das nächste, noch grausamere Verbrechen geschieht...
Henning Mankell gehört zu den bekanntesten Krimischriftstellern in Schweden und mit seinem neuen Roman Die fünfte Frau wird er sich auch in Deutschland einen Namen machen. Jeder Krimiliebhaber, der von einem Thriller mehr erwartet als nur einen spannenden Plot, liegt hier richtig. Im Jahr 1994 werden in Algerien fünf Frauen von Fundamentalisten ermordet. Vier davon sind französische Nonnen, die fünfte ist eine schwedische Touristin. Ein Jahr später ereignen sich in Schweden eine Reihe grausamer Morde. Die Opfer haben keine Verbindung zueinander. Gemeinsam ist ihnen aber, daß sie sich Frauen gegenüber besonders gewalttätig verhalten hatten. Kommissar Wallanders Aufgabe ist es, mögliche Zusammenhänge und Motive aufzudecken. Gibt es eine Beziehung zu den Toten in Algerien, und wenn ja, welche? Die fünfte Frau ist Krimi, Gesellschaftsroman und psychologische Studie -- was will man mehr? --Manuela Haselberger
"Ich hatte Angst, dass das Leben irgendwann so unbegreiflich für mich wäre, dass ich nicht mehr damit zurechtkäme." Der Verzweiflung nahe sinniert Henning Mankells Kommissar Kurt Wallander angesichts zweier unbeschreiblich grausamer Morde, die in kurzer Folge in der Umgebung von Ystad geschehen. Der Täter hatte offenbar die Verbrechen akribisch geplant, seine Opfer gekannt und diese absichtlich leiden lassen. Die Polizei steht unter extremem Druck -- die aufgebrachte Bevölkerung beginnt mit der Organisation von Bürgerwehren, um ihr "Recht" selbst in die Hand zu nehmen. Fieberhaft versuchen Wallander und sein Team, Zusammenhänge zwischen den Morden und Verbindungen der Opfer untereinander in Erfahrung zu bringen. Doch bevor sie zu Ergebnissen kommen können, schlägt der Mörder erneut zu. Die Produktion des Westdeutschen Rundfunks aus dem Jahre 1999 nach dem Bestseller des schwedischen Autors Henning Mankell vermag die skeptische und düstere Atmosphäre des Romans akustisch einzufangen und noch zu verdichten. Die Hörspielbearbeitung schafft darüber hinaus aber auch durch glänzende Dialoge eine verschärfte nervöse Spannung, die durch sparsam eingesetzte und klug ausgewählte Musik- und Geräuschkulissen verstärkt wird. Hervorragende Sprecherleistungen, allen voran der großartige Ulrich Pleitgen als Wallander, lassen ein vom Buch angenehm emanzipiertes, eigenständiges Werk entstehen, das selbst den Lesern des Originals ein völlig neues Erlebnis des Stoffs bietet. --Ulrich Deurer
Er gilt als der erfolgreichste Roman von Henning Mankell: Die fünfte Frau, 1998 als „Buch des Jahres“ ausgezeichnet, thematisiert ein auch in unseren modernen Gesellschaften oft vertuschtes Thema: Gewalt gegen Frauen, begangen von Ehemännern, Liebhabern, Männern, die glauben sich dies erlauben zu dürfen. Der Text ist ein durch und durch komplexes Gefüge, in dem die Spannung durch die Ahnung über das Geschehen und die tatsächlichen Ermittlungen der Polizei entsteht. Ulrich Pleitgen, einer der besten Hörbuchsprecher, liest die spannende „Variation eines Themas“. In seiner der eigentümlichen Mischung aus Erwartung und völliger Unwissenheit entsprechenden Interpretation ist der Hörer vom Anfang bis zum Ende gefangen. Kurt Wallander, den populären Serienkommissar, stellt Pleitgen überzeugend als durch seine eigene Geschichte unsicheren Mann dar, voller Zweifel, geplagt von schlechtem Schlaf. Dessen unübertroffene Intuition, die Hartnäckigkeit in den Ermittlungen und seine legendäre Spürnase bekommen in seiner Lesung scharfe Konturen und verfestigen sich zu einem klaren Bild. Die anderen Figuren erhalten eine unverkennbare eigene Färbung, die dem Hörer vor allem in den häufigen Dialogen eine große Hilfestellung ist. Am glaubwürdigsten wirken allerdings die Passagen, in denen Wallander, oft verzweifelt und mutlos, selbst den Geschehnissen ausgeliefert ist; in denen er nicht loslassen kann, aber auch nicht vorankommt… Wie er und sein Team es dennoch schaffen, die drei Morde an Männern, die offenbar Frauen körperlich und auch seelisch missbraucht haben, in einen Zusammenhang zu stellen, wie sie langsam die Sprache der Morde verstehen lernen und sich Zug um Zug der Verdacht erhärtet, dass eine Frau an den Morden zumindest beteiligt ist -- diese brillante und unglaublich fesselnde Inszenierung von Verbrechen kristallisiert sich in dieser Lesung eindrucksvoll heraus. Fazit: Diese erstklassige Lesung von Ulrich Pleitgen zeigt, dass es nicht immer ein Hörspiel sein muss! In diesem Fall ist die Tonlage -- verzweifelt, grausam, verstört -- dem Text so überzeugend angepasst, dass man sich fragt, ob mehr nicht zuviel wäre. Am Ende bleibt das Verstörtsein über die Gewalt und ihre Motive, über Opfer und Täter! Gekürzte Lesung Spieldauer: ca. 471 Minuten, 6 CDs. Mit Booklet. --culture.text
Mankell in Bestform!"Die fünfte Frau" war das Buch, mit dem Henning Mankell in Deutschland den Durchbruch schaffte und den Kultstatus der Kurt Wallander-Kriminalromane begründete. Er löste damit nicht nur eine große, Jahre anhaltende Begeisterung in eigener Sache aus. Kriminalromane aus Skandinavien erlebten einen großen Boom. Nur wenige jedoch reichten an diesen Kriminalroman, für mich der beste aus der Wallander-Reihe, heran.
Irgendwann in den Neunziger Jahren: Wallander ist gerade von einer Reise mit seinem Vater zurück gekehrt, als er an einen Tatort gerufen wird, der auch einem hartgesottenen Kriminalisten das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein Autohändler ist auf seinem Grundstück aufgespießt worden. Nur wenige Tage später wird ein Blumenhändler vermisst gemeldet. Seine Leiche wird kurz darauf gefunden, ebenfalls übel zugerichtet. Ein weiteres Opfer lässt Wallander und sein Team einen Zusammenhang vermuten, doch es dauert lange, bis eine Parallele zwischen den Opfern gefunden wird: Alle hatten ein gestörtes Verhältnis zu Frauen...
Allmählich kreisen Kurt Wallander und sein Team die mögliche Täterin ein, doch bis es soweit ist und sie gefasst werden kann, haben Wallander und sein Team viel Ermittlungsarbeit zu leisten, die bis in ein algerisches Kloster führt.
"Die fünfte Frau" ist nicht nur ein meisterhafter und anspruchsvoller Kriminalroman mit überraschenden Wendungen und einem perfekt ausgefeilten Plot. Es ist auch ein Buch, in dem Täter-Opfer kein Schwarz oder Weiß-Bild abgeben, sondern eines, dass die Frage nach der Schuld durchaus in alle Richtungen stellt. Kurt Wallander ist außerdem ein so charismatischer Ermittler mit so vielen Fehlern, dass er im kollektiven Krimi-Liebhaber - Gedächtnis spätestens seit "Die fünfte Frau" fest verhaftet ist.
Ein düsterer Roman, Ystad im November, aber ein vielschichtiger und spannender Kriminalroman, der auch beim zweiten Lesen noch einen großen Sog entwickelt!
Achtung - nicht vor "Die falsche Fährte" lesenWieder ein Krimi, den ich vom Anfang bis zum Ende spannend fand. Besonders gefallen mir bei Henning Mankell die nicht so glatten, "menschlichen" Figuren und die realistische Beschreibung der Polizeiarbeit (jedenfalls empfinde ich die Darstellung als realistisch), inkl. falscher Spuren, Rückschlägen und auch Dienstbesprechungen. Einziges Ärgernis: wider besseren Wissens las ich "Die fünfte Frau" als vierten Wallander-Krimi, so wie er in Deutschland erschienen ist. Ginge es mir nur um die Identität des Mörders, könnte ich mir die Lektüre von "Die falsche Fährte" sparen, da dieser Band zeitlich vor "Die fünfte Frau" spielt (und auch im Original früher erschien), entsprechend wird in "Die fünfte Frau" mehrfach und deutlich Bezug darauf genommen. Auch wenn der Zsolnay-Verlag es einem schwer macht, empfehle ich, die Wallander-Krimis in der Reihenfolge "Mörder ohne Gesicht", "Hunde von Riga", "Die weisse Löwin", "Der Mann der lächelte", "Die falsche Fährte", "Die fünfte Frau", "Mittsommermord" und "Die Brandmauer" zu lesen - falls es nicht schon zu spät ist.
Tolles BuchDas Buch liest sich sehr leicht, ich fande den Stil besonders gut.
Die Sprache war leicht zu verstehen und trotzdem durchaus anspruchsvoll.
Man merkt kaum wie man von Seite zu Seite fortschreitet und auf einmal hat man es ausgelesen.Das Spannende an dem Buch ist nicht zu erfahren wer der Mörder ist sondern wie Wallander, die Hauptperson (um die sich auch eine ganze Krimireihe dreht), den Täter stellt.
Wird Wallander es schaffen trotz seiner eigenen Probleme?Das Buch ist sehr empfehlenswert, nicht nur für Freunde des Krimi.
Nett aber kein ToppkrimiDieser Krimi war mein erster Wallander und meine Erwartungen waren bedingt durch Mankells Popularität entsprechend hoch.
Was mir sehr gut gefallen hat war die sehr anschauliche Schilderung des herbstlichen Schwedens. Auch die Stimmung in der schwedischen Gesellschaft Mitte der 90er - Verhärtungen durch erste Auswirkungen der Globalisierung - wird gestreift, was ich sehr interessant fand.
Die Story selbst überzeugt zwar durch einen klaren roten Faden und ist sehr spannend. Wie andere Rezensenten auch hat mich aber die Detailfülle mitunter gelangweilt: Wenn auch die 20. Teamsitzung noch seitenlang und minutiös genau beschrieben wird und ein letztlich ergebnisarmer Ausflug in die Vergangenheit eines Opfers ein halbes Kapitel verschlingt, dann ist das etwas zuviel des Guten: Insgesamt hätten dem Buch circa 150 Seiten weniger gut getan, wie ich finde.
Sehr sympathisch aber Wallander mitsamt seinen privaten Problemen und seiner fairen, ausgleichenden Art. Das wird sicherlich nicht mein letzter Wallander gewesen sein, aber es gibt bessere Krimis als diesen.
Klasse Krimi!Wer es gern mysteriös und spannend mag, der dürfte mit diesem Buch richtig liegen. "Die fünfte Frau" ist dramaturgisch sehr gut aufgebaut, man wird schnell in die Geschichte gezogen und kann dann kaum noch mit dem Lesen aufhören. Die Handlungen sind schlüssig, die Charaktere rund. Dass die Sprache manchmal etwas holpert und sich bestimmte Ausdrücke wiederholen, könnte auch an der Übersetzung liegen. Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert und für jeden "Wallander"-Fan ein Muss.