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Die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Wundervoll zart und traurig zugleich. So mühelos-leicht, so witzig und komisch erzählt, daß man lacht und weint. Eine Entdeckung.
Eine ganz tolle Erzählung!Das Besondere an diesem Buch sind, wie ich finde, drei Dinge:
Erstens wird in dem Buch eine schöne, streckenweise aber auch durchaus traurige und bewegende Geschichte erzählt, bei der es um Freundschaft sowie um Krankheit und Tod geht. Die Geschichte handelt von Skarlet und von Paul, der etwa im Alter von Anfang 40 kurz nach der Geburt seines Sohnes einen Tag vor Silvester an Krebs stirbt und seine beste Freundin Skarlet gebeten hat, seine Grabrede zu halten. An den Tagen zwischen seinem Tod und der Beerdigung und Grabrede begleiten wir Skarlet auf dem Weg durch das Leben, wie es für sie weitergeht, und wir begleiten sie bei ihren Rückblicken auf die Freundschaft mit Paul, die schon im Kindergarten begann.
Zweitens wird eben diese Geschichte ganz toll erzählt: Feinsinnig, unaufgeregt, nicht zu sanft, aber auch nicht sprachlich überdreht oder allzu "konstruiert". Das macht die Geschichte und die Figuren sympathisch und glaubhaft, aber gleichzeitig durchaus auch eigensinnig. Eben toll erzählt.
Drittens schließlich wird gewissermaßen "ganz nebenbei" die Kindheit von Skarlet und Paul in der DDR beschrieben. Diese habe ich selbst zwar nicht kennengelernt, man kann sie sich aber gut vorstellen: Dies gelingt deshalb, weil dabei Bilder von Vätern und Müttern und Kindergärtnerinnen benutzt werden, die wir alle aus unserer Kindheit so oder zumindest irgendwie so ähnlich kennen, wobei diese Bilder zum Glück nie ins Kitschige oder Verklärende abdriften.
Fazit: Insgesamt ein tolles Buch - sowohl zum Selberkaufen als auch zum Wünschen und Verschenken!
Ein großartiger RomanKathrin Aehnlich's Debütroman ist ein recht leicht erzählter und doch sehr doppelsinniger Roman über eine Freundschaft, zwei Lebensläufe und eine traurige Kindheit in der DDR und selbstverständlich, wie der Titel schon sagt, über das Sterben. Die Hauptfigur Skarlet arbeitet in einem Zoo. Als sie um zwei Tage Sonderurlaub bittet, um zu der Beerdigung ihres ehemaligen Freundes Paul zu fahren zu können, da macht ihr Chef die idiotische Bemerkung, Alle sterben, auch die "Löffelstöre". Er liebt die "Löffelstörzucht" mehr als alles andere. Löffelstöre, soviel sei zum Verständnis bemerkt, gehören zu der Familie der Störartigen. Beide aus dieser Gattung bekannten Arten sind, aus unterschiedlichen Gründen, in ihrer Existenz bedroht.
Skarlet erzählt einfühlsam, dann wieder witzig mal auch melancholisch von ihrer langen Freundschaft mit Paul. Paul hatte keinen Vater, hätte für sein Leben gerne einen gehabt. Scarlett hatte einen Vater, von dem wir erfahren, dass sie ihn gern losgeworden wäre, weil er spießig, lieblos, geizig und ausgesprochen humorlos war.
Jetzt,während sie nach der Wende über die Vergangenheit intensiv reflektiert, kommen ihr all die vielen Erlebnisse aus der engen, spießbürgerlichen Kindheit wieder in Erinnerung. Schon im Kindergarten war sie mit Paul zusammen und er hat ihr eigentlich während der ganzen Kindheit Halt gegeben. Sie erinnert sich an die Tante Edeltraut, die ihr allerlei unsinnige Benimmregeln auferlegt hat und die sehr schnell beleidigt war, wenn man sich nicht wie ein gutes DDR Kind benahm. Sie erinnert sich an den Pfarrer, der sie mit seiner Aussage "Gott ist überall, Gott begleitet uns auf allen Wegen", über die Maßen in Verlegenheit gebracht hat. Scarlett zermürbte sich ihr kleines Hirn mit der Vorstellung, Gott kann doch nicht Schmetterling und DDR Soldat zugleich sein.
Scarlett erzählt mit viel Witz und trotzdem auch mit viel Schwermut die Geschichte eines Landes, der DDR, dem deutschern Staat, den die Historie nach nur vier Jahrzehnten wieder verabschiedet hat. Und dann heißt es an einer Stelle, "Skarlet hatte kein Land, das sie im Herzen tragen konnte. Ihr Land war eine Inszenierung gewesen, ein vierzig Jahre währendes Theaterstück." Am Anfang, 1949, waren noch Hoffnungen erlaubt, es sollte ein neuer Anfang im Bauern- und Arbeiterstaat werden. Am Ende waren noch die letzten Illusionen zerstört worden. So vermittelt das Buch auch ein sehr schönes Bild von der untergegangen DDR, wo man sich anfangs als Sieger der Geschichte betrachtet hat.
Paul, der gerade sein Leben selbst in die Hand nehmen wollte, ein seelisch "Kriegsversehrter", der nun in der DDR mit seiner jungen Frau und seinem kleinen Kind die Biografie seiner eigenen Familie basteln wollte, er stirbt plötzlich an Krebs. Wenn Scarlett nun ihre Erinnerung an die lange Freundschaft mit Paul Revue passieren lässt, dann macht sie das auch nicht jammernd, sondern eher humorvoll und ein bisschen zynisch. Sie kommt schließlich zu der Erkenntnis, dass auch das Scheitern im normalen Leben häufig von Kleinigkeiten ausgelöst wird und das alles am Ende vielleicht noch banaler ist, als man sich das in den kühnsten Vermutungen vorstellen konnte.
Ein Roman von bestechender Aufrichtigkeit, ein rundum schönes Buch
So schön - und so schön traurigEs wäre zu einfach zu sagen, was bei Elke Heidenreich empfohlen wird, passt! Aber es passt meistens - und so ist es definitiv in diesem Fall.
Das Buch enthält eine so schöne und so schön traurige Geschichte, dass man es nicht wegzulegen mag, bevor man weiß, was passiert. Falscher Satz: Denn genau das weiß man recht schnell.
Aber der Leser will wissen, wie und warum das passiert, wie sich alles entwickelt - und mitleiden/mitheulen; eine lange Bahnfahrt, einen Nachmittag lang. Eine schön verbrachte Zeit.
Ganz nah dran an den großen Dingen des AlltagsEin wunderbares Buch! Leicht und klar erzählt, betrachtet es das Leben und die Großartigkeit der menschlichen Dinge zwischen Kindergarten und Friedhof aus einer unprätentiös handfesten Perspektive. Die Figuren werden mit einer schnoddrigen Herzlichkeit lebendig gemacht, dass man sie hinter am liebsten anrufen und auf einen Tee einladen möchte... (man lernt u.a. auch, keine Angst vor dem Gesang der Teefische zu haben!) Eine hervorragend erzählte Leipziger Geschichte mit Witz und Tiefe - über Freundschaft und Tod, über Kindheitsphantasien und Alltagsgefühle, über damals und heute. Und über ein leises Gefühl, das nie beim Namen genannt wird und dennoch das ganze Buch durchzieht, dass man lachen und weinen zugleich möchte. Unbedingt lesen!
Einfach lesen und genießen!!!Am Anfang war ich etwas über den Buchtitel irritiert, doch das Cover und der Klappentext hatten mein Interesse sofort geweckt.
Es ist eine sehr schöne Geschichte über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und den Tod, ohne jemals kitschig zu werden.
Dieser Roman hat mir viele heitere aber auch traurige Stunden geschenkt.
Da im Buch rückblickend humorvoll über den Alltag im DDR-Kindergarten ohne nostalgisch zu wirken erzählt wird, ist es sicherlich schwer für LeserInnen der Altbundesländer darüber herzhaft lachen zu können.
Ich freue mich schon auf einen neuen Roman der Autorin, da mir ihre Art zu schreiben sehr gefallen hat.