Nach der Zerstörung des Alten Theaters in Leipzig wurde zwischen 1954 und 1957 das ehemalige Centraltheater zum neuen Schauspielhaus um- und ausgebaut. Die Bühne wurde am 1. März 1957 mit Schillers 'Wallenstein' eingeweiht. Im März 2007 wird der 50. Geburtstag ebenfalls mit einer Inszenierung des 'Wallenstein' gefeiert. Wolfgang Engel, seit 1995 Intendant des Schauspiels Leipzig, ist der Herausgeber einer Dokumentation zur 50-jährigen Geschichte des Hauses. Eine Zeit, geprägt von politischen und künstlerischen Wandlungen. Karl Kayser, seit 1958 Generalintendant des Theaterkombinats, stellte das Schauspiel zunächst in den Dienst kulturpolitisch reglementierter Vorgaben. Seit Mitte der 70er-Jahre setzten jüngere Kräfte eine Qualifizierung des Repertoires durch. Stücke von Volker Braun, später die 'Perestroika'-Dramatik, eröffneten neue Horizonte. Nach der Wende begann das oft auch polemisch zugespitzte Ringen um ästhetische Neuorientierung. Seit 1995 entwirft das seit 1990 selbstständige Schauspiel, wiederholten Sparanordnungen trotzend, immer neue Initiativen, das Haus für neue Zuschauerschichten zu öffnen und zugleich den eigenen Anspruch an ein künstlerisch hochwertiges Niveau zu bewahren. Der Versuch, Tendenzen der Leipziger Schauspielgeschichte zu dokumentieren, ist verbunden mit dem Diskurs um Perspektiven des deutschen Stadttheaters.