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Kann man als Comiczeichner in Würde altern? Diese Frage beschäftigt Lewis Trondheim, als er 2004 plant, eine Auszeit vom Comiczeichnen zu nehmen, und sich nur noch dem Schreiben von Szenarios für andere Zeichner zu widmen. Doch er kann sich nur für vier Monate zurücknehmen... Auf der Suche nach der Antwort auf seine Frage führt er zahlreiche Interviews, unter anderem mit Pti'Luc ('Miasma Blues') oder Tibet ('Rick Master'), und beginnt, seine Recherchearbeit in einen Comic umzusetzen, der 2005 zunächst bei L'Association erschien und nun bei Reprodukt in deutscher Sprache veröffentlicht wird.
Nabelschau - auf Dauer langweiligEigentlich mag ich die Comics von Trondheim. Bisher hätte ich keinem davon weniger als vier Sterne gegeben, die meisten hätten sogar fünf von mir bekommen.
Der vorliegende Band allerdings - mal wieder einer in eigener Sache - treibt es mit der Nabelschau zu weit. Am Anfang ist Trondheim ja noch ganz lustig, wie er sich selbst eine Zwangspause im Comicschaffen verordnet und darüber nachdenkt, ob er in einigen Jahren vielleicht völlig ausgebrannt sein könnte. Der Höhepunkt ist das Auftauchen von Herrn Hase, der sich darüber beschwert, dass ihm in seinem letzten Band so übel mitgespielt wurde. Trondheim stellt ihm weitere Bände in Aussicht - z.B. als Rückblende oder Historienabenteuer -, woraufhin Herr Hase fragt, wann es denn endlich so weit sei. Trondheim vermag es ihm nicht zu sagen. Dafür der eine Stern mehr als die schlechteste Bewertung.
Danach wird es mit dem Wälzen von Trondheims Luxusproblem irgendwann zuviel. Selbstrefenzialität als Kunstgriff ist seit der Postmoderne-Welle der achtziger und neunziger Jahre nun wahrlich nichts neues. Trondheim hätte diesen Comic einige Male kopieren sollen, um ihn unter seinen Kollegen zirkulieren zu lassen. Als einfacher Leser ist man am Ende nur noch genervt.
Vom ÄlterwerdenDa kann ich den bisherigen Rezensionen in der Bewertung nicht zustimmen. Vielleicht haben sie auch einfach anderen Comic erwartet, einen wie Donjon oder den Herrn Hase der auf schön andere Art und Weise klassische Comic-Abenteuer erzählt.
Das ist dieser Comic nicht. Was er ist ist die Beschäftigung Trondheims mit dem Älterwerden, will er wirklich so weitermachen mit dem Schaffen von Comics wie bisher? Kann man als Comicschaffender (oder Kreativer generell?) gut alt werden, ohne sich dauernd zu wiederholen ?
Trondheims Gedanken und Recherchen darüber sind nicht immer, aber oft, unterhaltsam. Es hilft wenn man sich ein wenig für die Comicschaffenden interessiert, es hilft wenn man sich schon mal Gedanken über das Älterwerden gemacht hat.
Nette Idee, aber......was dem Comic fehlt, ist der rote Faden. Trondheim erzählt keine Geschichte, sondern reiht wie in einem Tagebuch Geschehnisse aneinander. Das mag für ihn selbst interessant sein, für den Leser ist es das nicht.
Wer hier eine Geschichte erwartet, wird enttäuscht werden. Wer was witziges erwartet, übrigens auch.
Adelung-1793: Außer · Dienst, der
Eisler-1912: Morgan, Lewis Henry
Herder-1854: Lewis · Caß, Lewis
Meyers-1905: Außer-Rhoden · Dienst · Lewis [2] · Lewis [1]
Pagel-1901: Smith, Job Lewis · Sayre, Lewis Albert
Pierer-1857: Auser · Dienst · Kleiner Dienst · Dienst · Lewis [2] · Lewis River · Lewis [1]