Balzac, Honore de

Tante Lisbeth

Tante Lisbeth
  • Verlag: Diogenes
  • Erscheinungsdatum: 2007-11
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 639
  • ISBN: 3257066171
  • EAN: 9783257066173
  • Amazon.de Verkaufsrang: 467.654
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Beschreibung von buecher.de

Lisbeth empfindet eine tiefe Zuneigung zum talentierten Bildhauer Steinbock. Als dieser schließlich ihre Nichte heiratet, macht Lisbeth sich verbissen daran, ihre ganze Familie zu ruinieren.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Ludovic fanden 11 von 12 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Brillant!

"Tante Lisbeth" ist meines Erachtens neben "2 Frauen", "Die Frau von dreissig Jahren" und "Das Mädchen mit den Goldaugen" der beste Roman Balzacs. Vom ersten bis zum letzten Wort ist dieser Roman perfekt! Wie aus einem Guss! Die Tante "Lisbeth Fischer" ist Balzacs mächtigste und köstlichste Figur, sie lebt! Schon in der Mitte des Romans weiss man genau, wie sie sich bewegt, wie sie ist, wie sie aussieht - er hat sie fabulös gezeichnet. Dieser Roman entstand, als Balzac sich in völligem Defätismus verlor, daher ist der Roman scharfsinnig und röntgend. Ferner hat er ihn mit grellem, süberben Humor verziert. Wie er die Religion in dieses Buch einflicht, hat mich fast wieder in den Schoss der Kirche zurückgebracht;-)) Tante Lisbeth kollaboriert mit der Feindin der Familie Hulot, einer prächtigen, bestrickenden Frau, die den Familienvater Hulot und viele andere Männer in ihr Garn lockt, um ein Netz der Intrigen immer enger um die Familie ihrer Cousine Adeline Hulot zu spannen und sie sukzessive zu zerstören. Sie zehrt aus ihrem Neid und ihrem Hass und wird schlussendlich unter den von ihr in Gang gebrachten Mühlen zermalmt.

Dieser Roman ist gleichsam ein literarischer Fackelzug für die Frauen, dieses prächtige Geschlecht, das Balzac verehrt. Es ist ein Genuss, wie er die Frauen beschreibt, vor allem ihre Gefühle, wie er beschreibt wie sie sich kleiden und geben, ihre Macht, ihre Gelüste und ihre Liebe.

Diese Rezension von Lissy Bennet fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Unvergleichlich

BalzacŽs Werke zu beschreiben ist etwas was mir äußerst schwer fällt. Ich finde es ausgesprochen schwierig Worte zu finden die treffend sind und Ihm gerecht werden. Daher versuche ich es garnicht mehr. Auf Balzac sollte man sich einfach einlassen und seine Werke genießen. Allen voran den Roman "Tante Lisbeth". Dieser hat auf mich den bis jetzt nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Ich kann nicht genau sagen was für mich die Faszination von Balzac ausmacht, ich weiß nur das mich seine Werke immer wieder in Ihren Bann ziehen. Mag es an der geschliffenen Sprache, den ausgefeilten Charakteren oder der spitzen Feder dieses Autors liegen, Tante Lisbeth ist jedenfalls eine unvergleichliche Figur in seinem Universum die mich obwohl Sie eine hinterhältige, verbitterte Frau ist trotzdem tief berührt hat. Vielleicht sind seine Werke deshalb so faszinierend für uns weil Er es schafft diese echten Gefühle in uns zu wecken. Daher 5 Sterne.

4 von 5 Sternen Intrigen damals wie heute

Es ist ein schillernder, faszinierender Kosmos, den Balzac auch mit "Tante Lisbeth" entwirft. Kleidung, Umgangston, Tischsitten, Ausstattung der Räume, die Rolle des Geldes - ich frage mich, warum man Geschichte nicht immer so lebendig verinnerlicht, dann hat man etwa die Zeit der Bonaparte Herrschaft und die Folgen für die Gesellschaft ganz anders im Kopf und vor allem auf "Tuchfühlung". Ich bin hin und weg von der Schilderung der intriganten Lisbeth, dann einem schweinchenschlauen Händler und einer verarmten Madame, die nichts anderes im Kopf hat als ihre Tochter trotz fehlender Aussteuer "standesgemäß" zu verheiraten und sich dabei allerlei über ihren untreuen Gatten anhören muss. Das pralle Leben - es macht wirklich Spaß, das zu lesen!

5 von 5 Sternen Der Sündenpfuhl Paris

Balzacs Roman Tante Lisbeth ist ein breit angelegtes Porträt der Pariser Bourgeoisie Mitte des 19. Jahrhunderts einer Gesellschaft, die dekadenter kaum sein könnte. Die Hauptfigur Tante Lisbeth setzt aus Hass, Neid und purer Bosheit alles daran, die Familie Hulot zu vernichten. Baron von Hulot ist mit Lisbeths Cousine verheiratet, einer geduldigen, treuen, still vor sich hin leidenden Frau. Ihr alternder und immer fetter werdender Ehemann setzt in seiner unersättlichen sexuellen Gier seine Karriere und sein gesellschaftliches Ansehen aufs Spiel und droht damit zugleich die eigene Familie zu ruinieren. Die Besessenheit des Barons wird von einer nach Geld und Einfluss dürstenden Dirne ausgenutzt, die wiederum von Tante Lisbeth unterstützt und beraten wird. Es kommt zu zahlreichen Intrigen, erotischen Verwicklungen und Ehedramen, es wird gelogen, betrogen und sogar gemordet. Tante Lisbeth ist ein spannendes, unterhaltsames, psychologisch meisterhaftes Werk über eine zutiefst amoralische Gesellschaft, die rettungslos der Geldgier und der Heuchelei verfallen ist.

Diese Rezension von helen fanden 3 von 7 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Balzac natürlich bewundernswert....aber!

Aber diese Übersetzung ist eine einzige Katastrophe. Es wird Zeit, sich hier neu dran zu setzen, lieber Diogenes Verlag. Der unglaubliche 50er Jahre Stil - "das junge Geschöpf"... ach, ich mag keine anderen Beispiele geben, mir dreht ich der Magen um vor Peinlichkeit - ruiniert ganz und gar diesen wunderbaren Roman. ("Lisbeth"???, "Tante"????) Setzen, sechs.




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