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Die Wahrnehmung der Berge durch den Menschen hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte gewandelt: Die Berge, zu denen der Mensch schon immer eine besondere Beziehung hatte, galten als Sitz von Göttern, als Zuflucht sagenhafter Gestalten und Ungeheuer, als heilig - bis sie im Zuge der Aufklärung wissenschaftlich erschlossen wurden. Den Wissenschaftlern folgten Esoteriker, Bergsteiger, Sportler, Erholungssuchende und schließlich der Massentourismus sowie die Kommerzialisierung.
Das Buch vermittelt Betrachtungen über das Zusammenleben von Mensch und Bergwelt im Laufe der Geschichte und gibt Einblick in einzelne Themen wie Strategien des Tier- und Pflanzenlebens im Hochgebirge, die Entwicklung des Bergsteigens zum Sport und Freizeitvergnügen.
Den Hauptteil des Buches - gut zwei Drittel mit annähernd 300 großenteils doppelseitigen Abbildungen - machen die außergewöhnlichen großformatigen Bergfotos aus, die allein schon ein Genuss sind.
Würdiges Denkmal für grandiose NaturmonumenteFür manche ist der Berg einfach nur eine topografische Erhebung, auf andere aber übt er eine magische Faszination aus. Majestätisch, schroff, einsam, zerklüftet, grandios und erbarmungslos all diese Facetten haben die Gipfel dieser Erde. Sie lassen uns Menschen ganz klein werden. Und stumm in stiller Andacht verweilen. Welche Größe, welche wilde Schönheit ragt vor uns empor!
Der Bildband setzt diesen Naturmonumenten ein würdiges Denkmal: "Berge der Welt" zeigt mit annähernd 300 prachtvollen, großenteils doppelseitigen Fotos die steilen Hänge und Gipfel von Himalaya, Kaukasus, Karakorum, Rocky Mountains, Anden und Alpen: Polarwelten, karge Steinwüsten, Meere aus Eis und Schnee, die das Herz des Betrachters gefangen nehmen. Das Spektrum des Lichts, die Stimmungen des Augenblicks sind die Palette der fotografischen Naturgemälde.
Doch das Buch ist mehr als eine imposante Bilderschau. Ein Drittel umfasst der Textteil, in dem das Zusammenleben von Mensch und Bergwelt im Laufe der Geschichte erklärt, Tiere und Pflanzen des Hochgebirges vorgestellt und die Entwicklung des Bergsteigens nachvollzogen werden. Ein großartiger Prachtband für alle, die der Berg ruft.
Berge und NaturDie von spanischen Autoren verfassten Texte geben einen fundierten, sachlichen, dabei aber nicht emotionslosen Überblick über das Verhältnis vom Menschen zu den Bergen dieser Welt, wobei ganz unterschiedliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Der Naturwissenschaftler findet hier ebenso interessante Anregungen wie der historisch Interessierte oder der Sportler. Vor allem geht die zwiespältige Haltung der Menschen den Bergen gegenüber sehr gut in die Texte ein: Es wird nicht beschönigt, Todesopfer finden gleichberechtigt neben den Triumphen Erwähnung, zugleich jedoch vermögen es die Autoren, die Faszination der Welt der Hochgebirge ganz unmittelbar zu vermitteln. Immer wieder ergänzen Skizzen oder kleinformatige Fotos die Texte.
Das Buch würdigt vor allem die Berge in Asien, Europa und Amerika, wo das Bergsteigen auch besonders verbreitet ist. Besonders intensiv kommt diese geografische Flexibilität in den zwischen den Texten befindlichen Bildteilen zur Geltung. Eingeleitet werden die Bildabschnitte übrigens von Beschreibungen der zahlreichen nachfolgenden großen Aufnahmen; kleine Abbildungen ("Thumbnails") der Fotos in diesen Erläuterungsteilen ermöglichen eine eindeutige und unproblematische Zuordnung.
Die Fotos sind von hoher Qualität, sowohl, was den ästhetischen beziehungsweise künstlerischen, als auch, was den technischen Aspekt angeht. Sie erstrecken sich entweder über eine oder aber zwei ganze Seiten - bemerkenswert angesichts des ohnehin großen Buchformats. Wo immer technisch möglich, sind die Fotos trotz der Größe gestochen scharf. Sie spiegeln ganz unterschiedliche Stimmungen wider, zum Beispiel Details der Gebirgsflora, faszinierende Beleuchtungen zu bestimmten Tageszeiten, charakteristische Gipfelporträts, hochkomplizierte Aufstiegsrouten oder die scheinbare Unendlichkeit der Fels- und Schneewüste in den Höhen der Anden. Zugleich bilden sie die Gebirge der einzelnen Kontinente in abwechslungsreicher Weise ab.
Bei diesem Buch ist die Mischung aus Bildband und Sachbuch hervorragend gelungen. Wenn man eigentlich nur ästhetische Fotos aus der Gebirgswelt betrachten möchte, wird man sich höchstwahrscheinlich trotzdem von den interessanten und vielseitigen Texten fesseln lassen, und kaum jemand, der nur nach Informationen rund um Hochgebirge und einzelne Gipfel sucht, kann sich der Faszination der Abbildungen entziehen.
Wer die Berge oder die Natur allgemein liebt, wird an diesem prachtvollen Band mit Sicherheit sehr viel Freude haben.