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Mit 'Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken' und 'Warum Männer lügen und Frauen Schuhe kaufen' haben Allan und Barbara Pease Millionen von Lesern die kleinen, aber bedeutenden Unterschiede zwischen Mann und Frau erklärt. Jetzt endlich sind diese auch auf der Leinwand zu sehen in Starbesetzung: Darsteller: mit Jessica Schwarz, Detlev Buck, Benno Fürmann, Mario Barth Regie: Leander Haußmann Produktion: Constantin
pseudowissenschaftlich und vorurteilspraegendIch kann dieses Buch nicht gut heissen. Unterhaltsam, ja, aber zu ungunsten der Wahrheit. Diese wurde im Buch stark verzerrt.Von Beruf aus Biologin, musste ich entdecken, dass die Quellenangaben nur unzureichend sind. Einige der Quellen kenne ich und konnte die daraus von den Autoren entnommene Information nicht nachvollziehen. Zum Beispiel, dass Maenner wie Eulen hoeren sollen und angeblich deshalb nicht ihre Gesichtsfront, sondern ihr Ohr dem Sprecher zuwenden. Haetten die Autoren den Artikel (Knudsen) richtig gelesen, so wuessten sie, dass das Eulenhoervermoegen auf seitlich asymmetrisch liegenden Ohren beruht, d.h. das eine Eulenohr liegt seitlich etwas hoeher als das andere.
Nun, mir ist nicht bekannt, dass dies auch auf Maennerohren zutrifft. ;-)Ausserdem wurden immer nur die Quellen ausgewertet, die der Autorenmeinung einer von der Steinzeit gepraegten Maenner- /Frauendenkweise entgegenkommen.Der im Buch fuer den Leser enthaltende Test, bei dem man erfahren soll, wie sehr weiblich bzw. maennlich dessen Gehirn ausgebildet ist,
ergibt schon deshalb keine richtigen Ergebnisse, weil fuer die Frau jede "weiblich" beantwortete Frage mit 15 Punkten, fuer den Mann dieselbe Antwort aber mit 10 Punkten bewertet wird. Schon deshalb wird das Ergebnis von vornherein verfaelscht. Es mag sein, dass die Autoren in manchen Punkten recht haben, aber diese wenigen Punkte werden durch die vielen anderen, maßlos uebertriebenen und falschen Aussagen erdrueckt.Im Uebrigen bin ich eine Frau und sehr gut in der Lage, eine Straßenkarte zu lesen. Ich muss sie auch nicht drehen, wenn ich in Richtung Sueden will.
Mein Freund ist nicht in der Lage, in einem geschlossenen Raum ohne Fenster die Richtung Norden zu bestimmen. Im Freien sind wir alle beide dazu in der Lage.
In diesen und vielen anderen Punkten widersprechen meine Erfahrungen (und sicher auch die anderer Leser) denen der Autoren. Ich fand das Buch einfach nur traurig und dumm. Kommerzware eben.
Populärpsychologie für manche Frauen-StammtischeDie Autoren Allan und Barbara Pease haben offensichtlich von John Grays Buch "Männer sind anders, Frauen auch" nicht nur das Buchkonzept für ihren Millionen-Seller abgeschrieben... Für Freunde des Plagiats, des Vorurteils und des Stammtisch-Niveaus in der Tat ein wahrer Leckerbissen, der in der Runde Gleichgesinnter reichlich Geprächsstoff liefert...
Vermeintlich soziobiologische Erkenntnisse werden zusammengetragen, geschlechtsspezifisches Verhalten anhand der menschlichen Gene mit gewagten Thesen eloquent erklärt. Kein Buch für wissenschaftlich denkende Menschen also und schon gleich nicht für Männer, denn diese werden in deutlich schlechterem Licht dargestellt als Frauen. Reiner Grißhammer
Von haarigen Jägern und kuscheligen Weibchen?!Das Buch hinterläßt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Es ist enorm gut lesbar, mit Witz und Scharfblick geschrieben. Aber die ständigen Wiederholungen lassen darauf schliessen, dass den Autoren nach 2/3 der Strecke einfach der Stoff ausgegangen ist. Irgendwie musste man die in den Staaten so beliebten 400 Seiten voll bekommen. Sollte das wirklich alles gewesen sein? Ein paar Anmerkungen seien erlaubt:
1. Das Buch scheint eher von angloamerikanische Männern und Frauen zu handeln. Hierzulande sind die Verhaltensweisen doch etwas vermischter (meine Frau lässt stets den Klodeckel oben!) Auch den Autoren sind die stereotypen Beispiele scheinbar nicht geheuer, und so kann man mittels "Hirntest" bestimmen, ob man eher ein weiblicher Mann, oder nicht doch eine männliche Frau ist (ich scheine danach, trotz starker Körperbehaarungein, ein recht weiblicher Mann zu sein).
2. Natürlich stecken wir voller seit Urzeiten vererbter (hormonell und genetisch gesteuerter) Verhaltensweisen. Doch darüber befindet sich seit einigen 10.000 Jahren ein ähnlich mächtiger zivilisatorischer und kultureller Überbau, der im Buch doch etwas arg vernachlässigt wird.
3. Der Schreibstil ist populär bis hin zur Trivialität, und die Fakten z.T. comichaft vereinfacht.Warum ich es trotzdem gern gelesen habe? Nun, zum einen wegen des humorigen Stils. Und dann ist das Thema Männer und Frauen immer wieder spannend und lohnend.
Und seitdem bemerke ich erstaunt, dass meine Frau zuweilen Strassenkarten auf den Kopf dreht!
Meine Empfehlung: kaufen, lesen, Spaß haben und - nicht zu ernst nehmen ;-)
Warum Bücher nicht immer Bestseller werden sollten„Bei der Lektüre dieses Buches wird vielleicht der eine oder andere selbstgefällig lächeln, arrogant die Augenbrauen heben oder das Buch verärgert zur Seite schleudern."
Es ist nicht so, als hätte es keine Warnung gegeben.
Allan und Barbara Pease unternehmen mit ihrem Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" den Versuch, die neusten Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften, der Soziobiologie und der Verhaltenspsychologie auf unterhaltsame Art darzustellen, um das gegenseitige Verständnis von Mann und Frau zu erleichtern. Offensichtlich ging es ihnen auch darum, einen Bestseller zu schreiben.
Populärwissenschaftliche Bücher werden in ihrer Wirkung gern unterschätzt. Durch ihre leichte Zugänglichkeit und ihre durchaus interessante Themenwahl erfreuen sie sich mitunter einer großen Leserschaft, werden auf der anderen Seite jedoch von der Wissenschaft hartnäckig ignoriert. Ihrem Wesen nach neigen sie zu starker Vereinfachung, Einseitigkeit und Verzerrungen in der Darstellung von Einzelerkenntnissen. Die Grundannahmen sind oftmals spekulativ, ihre Ableitungen abenteuerlich. Hinzukommt, dass sie sich meist durch ihre schlampigen Quellenangaben und Relativierungen selbst immunisieren. Der einfache Leser ist zur Kritik oftmals nicht in der Lage, der wissenschaftliche Leser, hat kein Interesse daran. Was dabei herauskommt sind breitenwirksame Bücher, die das Bewußtsein der Masse (nicht nur der Leser) bis hinein in die Alltagswelt beeinflussen und dem Einzelnen suggerieren, er sei über den aktuellen Stand der Wissenschaft im Bilde.
So weisen auch Pease & Pease auf ihr wissenschaftliches Fundament hin und zählen stolz 22 Nationen auf, wo sie schon Seminare als Kommunikationstrainer geleitet und Interviews mit Experten geführt haben. Ihre Hauptthese - die sie für unglaublich revolutionär halten - besagt, dass Männer und Frauen tatsächlich in ihrem Erleben und Verhalten unterschiedlich sind, was hauptsächlich durch ihre evolutionäre Vergangenheit zu erklären ist. Männer waren seit jeher die Beutejäger und Ernährer, Frauen die Nesthüter und Erzieher. Das große Geheimnis sind die Hormone, deren Verhältnis besonders in einer sensiblen vorgeburtlich Phase, das anatomische und psychologische Geschlecht bestimmt: „Wir sind das Ergebnis unserer chemischen Zusammensetzung".
Was folgt ist eine Auflistung vermeintlicher Geschlechtsunterschiede und deren Ursachen, eben „Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen". Als Paradebeispiel gilt die Überlegenheit der Männer bei räumlichen Fähigkeiten im Gegensatz zu den besseren sprachlichen Fähigkeiten der Frauen (siehe Buchtitel). Kleine Exkurse in die Welt der Neurowissenschaften führen anhand von Schaubildern (die denen der Hirnkartographie des 19. Jahrhunderts nicht unähnlich sind) plastisch vor Augen, warum „Frauen bei allgemeinen Intelligenzfragen um drei Prozent besser abschneiden" oder „Männer in gewisser Hinsicht ‘beschränkt’ sind, was Sprache und Unterhaltung anbelangt".
Gespickt werden derartige Erörterungen, durch persönliche Beispiele und hervorgehobene Merksatzkästchen (etwa: „Barbara Pease hat keinen Orientierungssinn, dafür kann Allan Pease seine Socken in der Schublade nicht finden"). In der Tat ist es die Stärke des Buches gängige Klischees auszukramen und plausible Erklärungen anzubieten. Die Wissenschaft dagegen beschränkt sich auf Tatsachen statt in der alltagspsychologischen Mottenkiste zu wühlen. Zudem ist sie sich durchaus bewußt, dass Plausibilität noch kein Wert an sich ist - es klang auch lange plausibel, die Erde sei eine Scheibe.
Das Selbstbewußtsein mit dem die Verfasser argumentieren sucht in der Fachliteratur seinesgleichen, so werden in Nebensätzen Fragen beantwortet, die Kognitionwissenschaftler und Philosophen noch immer um den Schlaf bringen, etwa dass Tiere nicht denken, sondern nur reagieren oder woentlang der Weg zu wahrer Glückseligkeit führt. So wird in Lehrbüchern zur Persönlichkeitspsychologie darauf hingewiesen, dass Geschlechtsunterschiede durchaus bestehen, dass ihre Größe und Determiniertheit jedoch eher überschätzt werden. Dass bei räumlichen Fähigkeiten Männer zwar deutlich besser abschneiden, aber gerade bei heutigen Jägerkulturen wie den Eskimos oder den Cree-Indianern lassen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen. Dass Anthropologen nicht einmal für die Jahrmillionen Beutejägerkultur bürgen, sondern erst seit 40.000 Jahren belegen, evolutionsbiologisch ein Augenzwinkern. Dass darüber hinaus der Hormonhaushalt etwas komplizierter als die mechanistische Vorstellung von umso-mehr-desto-mehr funktioniert, etwa in Rückkopplung verschiedener Hormonsysteme und Kompensationseffekten, die teilweise genau entgegengesetzte Erscheinungen hervorbringen. Dass - um hier abzubrechen - der naturalistische Fehlschluß, das Schließen vom Sein auf das Sollen, noch immer zu vermeiden sei und nicht etwa Verhaltensregeln in Merksätzen vorgeschrieben werden.
Aber wissenschaftliche Behutsamkeit, differenzierte Darstellung und unspektakuläre Metaanalysen verkaufen sich nicht so gut und manchmal muß man eben Prioritäten setzen. Warum aber Ehepaar Pease uns weismachen, die Recherchen zu diesem Buch seien so schwer und die Literatur zu diesem Thema so knapp; warum sie nicht bemerkten, dass Geschlechtsunterschiede das am weitesten erforschte Gebiet der Persönlichkeitspsychologie ist, halte ich für verantwortungslos. Um es mit J. B. Asendorpf, Verfasser des Buches „Psychologie der Persönlichkeit", zu sagen: „Dass Geschlechtsunterschiede auch ein Revier für Laienprediger und obskure Theoretiker sind, hängt eher mit der emotionalen Besetzung des Themas zusammen, als mit mangelndem Wissen - man muß es nur zu Kenntnis nehmen."
Uralte Klischees und unwissenschaftliche ArbeitsweiseDieses Buch scheint sich mit einer Welt zu beschäftigen, wie sie vielleicht für meine Grosseltern noch gewesen sein mag. Wobei für mich viele Dinge, die die Autoren als völlig offensichtlich und gegeben voraussetzten, nicht mal den Tatsachen entsprechen. Ich würde als Frau die Längsparkplätze nicht abschaffen wollen, empfinde Strassenkarten als keine Hürde in meinem Leben und bin sicherlich nicht der Meinung, dass nächtliches Autofahren problematisch ist. Gleichermassen denke ich auch, dass viele Männer wahrlich verletzt wären, wenn man ihnen unterstellte, dass sie eigentlich nur EINE Sache gleichzeitig machen können und über ihre Kinder nur wissen, dass es da welche gibt.
Das Buch wiederholt sich auf fast schon jeder zweiten Seite und alle aufgeführten Eigenheiten werden auf das mangelnde Orientierungsvermögen der Frauen und die mangelnde Sprachbegabung der Männer zuückgeführt, die wiederum im Leben unserer Vorfahren als Jäger und Sammler begründet liegen. Die Ergebnisse der wenigstens gelegentlich angeführten Studien werden auf abenteuerlichste Weise interpretiert und sind stellenweise einfach falsch.
Auf mich erweckt das Buch den Eindruck, als handelte es sich bei Barbara und Allan Pease um zwei Menschen, die mit unserer veränderten Gesellschaftsstruktur und der sich aufweichenden Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen nicht klarkommen, und deshalb den Verhältnissen von vor 100 Jahren nachtrauern.
Das Buch hat nicht meinen Gefühle verletzt, wie die Autoren annehmen würden, sondern ich halte es einfach nur für eine Menge unfundierter Aussagen, die kein halbwegs intelligenter Mensch ernst nehmen, geschweige denn zu einer Verbesserung seiner eigenen Partnerschaft nutzen kann, wie es die Zielsetzung des Buches wäre.
Gelesen habe ich dieses Buch, weil ich es von einem guten Freund, der völlig begeistert war, geschenkt bekommen hatte und obwohl es kurzweilig geschrieben ist, habe ich es nach 200 Seiten einfach weggeworfen.