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Fragile VerträgePersonalabbau und Restrukturierungen beherrschten in den letzten Jahren den Arbeitsalltag von Belegschaften, Betriebsräten und Management. In der Folge wirken sie sich auf die wechselseitigen Übereinkünfte zwischen Mitarbeitern und Management aus. Anhand von drei Fallstudien (Steinkohlenbergbau, Automobil- und Glasindustrie) analysieren die Autoren, wie fortschreitender Personalabbau und damit einhergehende tief greifende Restrukturierungen einerseits die psychologischen Verträge modifizieren, andererseits die betrieblichen Interaktionskulturen modellieren. Zudem zeigen sie die verschiedene Wirkungsfaktoren und deren Bedeutung auf, wie z.b. den Zusammenhang zwischen Mitbestimmungsstruktur und Handlungsorientierung.
Wer mehr über dieses Buch wissen möchte, beachte bitte die Besprechung von Markus Bauer, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Betriebsrates von Opel Bochum. Erschienen ist die Rezension unter dem Titel "Fragile Verträge" in: Mitbestimmung 1+2/2008, S. 64
Der Preis der Motivation in betrieblichen VeränderungDie Autoren erforschen die Auswirkungen von Personalabbau und begleitenden betrieblichen Veränderungsprozessen auf die verbleibenden Mitarbeiter in drei von der Beschäftigtenzahl, den Produkten und den Mitbestimmungsformen unterschiedlichen Unternehmen.
Interessanterweise muss Personalabbau nicht zwangsläufig zu Motvationseinbrüchen und ausschließlich negativen Emotionen führen. Wenn die Beschäftigten umfassend und frühzeitig informiert werden und das Management gemeinsam mit Betriebsräten und Gewerkschaften sozialverträgliche Wege im Personalabbau entwickelt, können die Mitarbeiter für betriebliche Veränderungsprozesse gewonnen werden. Im deutschen Steinkohlenbergbau ist das Unternehmen einen solchen Weg gegangen: zwar wurden mehr als 60 % der Mitarbeiter abgebaut, aber die Betroffenen wurden alle persönlich eingehend beraten, der Personalabbau war freiwillig und durch eigene Akquisiteure konnte das Unternehmen attraktive Arbeitsplätze in anderen Unternehmen anbieten. Eine Anerkennung der Lebensarbeitsleistung, also eine persönliche Wertschätzung, Hilfestellungen im Übergang in andere Unternehmen sorgten zum einen für sozialverträgliche Regelungen im Personalabbau, auf der anderen Seite wurden die Vertrauensbeziehungen zwischen den Beschäftigten und Management nicht beschädigt. Auch eine aktive Beteiligung der im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter an den schwierigen und tief greifenden Veränderungsprozessen zur Steigerung der Leistungen, Senkung der Kosten und zur Behebung des Know-How-Verlustes war dadurch möglich.
Wer wissen will, wie Restrukturierungsprozesse positiv oder auch negativ gestaltet werden können, findet hier in den Betriebsfallstudien umfassende Informationen.