Wassermann, Sabine

Das gläserne Tor

Das gläserne Tor
  • Verlag: Heyne TB
  • Erscheinungsdatum: 2007-12-11
  • Bindung: Broschiert
  • Seitenzahl: 688
  • ISBN: 3453523393
  • EAN: 9783453523395
  • Amazon.de Verkaufsrang: 56.677
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Beschreibung von buecher.de

Es geschehen seltsame Dinge am Ausgrabungsort des jungen Berliner Archäologen Friedrich. Nicht datierbare Schmuckstücke tauchen auf, und eines Nachts stößt seine Verlobte Gracia auf einen dunklen Fremden, der vor ihren Augen im Wasser verschwindet. Wenig später zieht es auch Gracia in den See, doch sie findet sich nicht am Grund des Sees wieder, sondern in einer fremden Welt voller Magie, Zauber und Gefahr. Während Friedrich in Berlin verzweifelt nach Gracia sucht, wird sie von Kriegern gefangen genommen und vor deren despotischen Herrscher geführt. Als ihr ein mysteriöser Sklave zur Flucht verhilft, beginnt für die junge Frau das Abenteuer ihres Lebens ...

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Andraste fanden 13 von 13 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Absolut lesenswert!

Berlin 1895: Die junge Grazia Zimmermann begleitet ihren Verlobten, den Archäologen Friedrich, zu der Ausgrabungsstelle eines kürzlich entdeckten, vermutlich aus der Bronzezeit stammenden Grabes. Während Friedrich sich der Sicherung der Fundstelle widmet, spaziert Grazia an die Havel. Dort entdeckt sie im Wasser ein unerklärliches Licht, welches sie magisch anzieht. Als sie dieses näher untersuchen will und dabei in den Fluss stürzt, wird sie unvermittelt in die Tiefe gesogen. Doch anstatt zu ertrinken, erwacht sie in einer antiken Wüstenwelt.

Dort trifft sie auf den Krieger Anschar. Gemeinsam fliehen beide vor den Wüstenstämmen nach Argadye, wo Anschar dem König von Argad dient. In einer vollkommen fremden und archaischen Welt, ist der Krieger Grazias einziger Vertrauter, und auch Anschar kann sich der wachsenden Nähe nicht entziehen. Doch beide tragen ein Geheimnis mit sich, welches sie dem anderen bis dato verheimlicht haben und welches das Schicksal der zwei entscheidend beeinflussen wird. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn schließlich sollt ihr das Buch selbst lesen – es lohnt sich!

Sabine Wassermann schafft es – scheinbar ohne Mühe – eine exotische und farbenfrohe Welt zu erschaffen, mit unterschiedlichen Völkern und einer ganz eigenen Pflanzen- und Tierwelt. Besonders die argadische Hochkultur des Hochlandes fasziniert mit einer einzigartigen Götter- und Legendenwelt, mit fremdartigen Bräuchen und grausam anmutenden Ritualen.

Besonders gut haben mir die beiden Hauptcharaktere gefallen, die wunderbar ausgearbeitet sind und im Laufe der Geschichte eigene Grenzen erfahren und überwinden müssen. Dem Leser ist natürlich sehr schnell klar, dass Grazia und Anschar eigentlich zusammengehören, doch sowohl die jeweilige kulturelle Prägung als auch die Fährnisse des Schicksals kommen immer wieder dazwischen. Der Ausgang der Geschichte bleibt bis zum letzten Ende offen und hat mit so mancher unerwarteter Wendung aufzuwarten. Also: Spannung bis zur letzten Seite. Unbedingt lesen!

Diese Rezension von Bouquineur fanden 12 von 12 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Zwei Welten

Für mich war es ebenfalls ein Pageturner, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Die Kombination der beiden Welten ist einfach perfekt gelungen und gerade die unbekannte Welt hinter dem Tor mit all ihren liebevoll und facettenreich gezeichneten Personen, Tieren und Städten lässt vor dem inneren Auge ein wunderbares Szenario entstehen.

Die beiden Hauptfiguren Grazia und Anschar sind mir von Anfang an ans Herz gewachsen. Ihre Entwicklung, die Entwicklung ihrer Beziehung zu einander, die nicht immer leicht ist, ihre Ecken und Kanten und auch Hochs und Tiefs hat, fand ich besonders spannend. Man lebt mit den beiden wirklich mit.

Sabine Wassermann führt den Leser mit Tempo, Witz, Spannung, Leid und Glück durch die Geschichte, dass es eine wahre Freude ist und es findet sich so manche überraschende Wendung, die so für den Leser nicht vorhersehbar ist.

Ich bin jedenfalls restlos begeistert und gebe hier gerne die volle Punktzahl.

Diese Rezension von Zabou1964 fanden 12 von 12 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein außergewöhnlicher Fantasyroman

Das gläserne Tor ist der erste Ausflug in das Genre Fantasy von Sabine Wassermann, die bisher für historische Romane bekannt war. Der Roman ist nicht das übliche Fantasy-Einerlei mit Elfen, Drachen und Dämonen. Die Autorin hat eine Welt erdacht, die bis auf die Riesenechse Schamindar in der Vergangenheit wirklich so existiert haben könnte.

Grazia, behütetes Gelehrtentöchterchen in Preußen Ende des 19. Jahrhunderts, begegnet bei einem Spaziergang an der Havel einem Mann, der im Wasser in einem seltsamen Licht verschwindet. Sie fällt selbst in den Fluss und kommt in einer Wüste wieder zum Vorschein. Dort trifft sie auf den Krieger Anschar, mit dem sie gemeinsam die Wüste durchquert um in seine Heimatstadt Argadye zu gelangen.

Anschar ist einer der zehn besten Krieger des Landes und wurde von seinem Herrn, dem König Madyur, an dessen Bruder bei einer Wette verloren. Fortan muss der stolze Krieger unter der Herrschaft des brutalen Mallayur leben und ihm dienen.

Grazia sehnt sich nach Anschar und will ihm helfen. Beide Herrscher haben Interesse, sie in ihre Gewalt zu bringen, da sie nach der Begegnung mit dem Mann an der Havel die besondere Gabe besitzt, aus ihrem Körper Wasser fließen lassen zu können. Gleichzeitig plagt die junge Frau aber das Heimweh und sie sucht den Weg zurück in ihre Welt. Bis sie den findet, haben Grazia und Anschar einige Abenteuer zu überstehen und die Liebe kommt dabei auch nicht zu kurz.

Sehr detailliert beschreibt die Autorin Personen, Orte und Handlungen. Dies ermöglichte es mir, in meinem Kopf ein genaues Bild entstehen zu lassen. Leider verursachen diese Beschreibungen aber auch einige Längen in der ansonsten spannenden Geschichte.

Grazia ist zu Anfang des Romans ein etwas zickiges und zimperliches Mädchen, das sich immer nur hilfesuchend an den starken Anschar klammert. Ihre ständige Besorgnis, dass ein Mann auch nur einen kurzen Blick auf ein winziges Stückchen ihres Beines werfen könnte oder das dauernde Gehabe mit ihrem Korsett, fand ich stellenweise etwas nervig. Jedoch entwickelt sich die Figur im Laufe des Romans zu einer selbstbewussten jungen Frau, die mir immer besser gefallen hat.

Anschar ist ein stolzer und starker Krieger. Aber in der Geschichte werden sehr schön auch seine schwachen Seiten gezeigt. Er bricht oft, wie alle Argaden, aus geringem Anlass in Tränen aus und trauert sehr intensiv um einen alten Sklaven, der ihm wie ein Vater war.

Aber nicht nur die Haupt- sondern auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet, so dass ich mir von allen Protagonisten ein gutes Bild machen konnte.

Durch die Begegnung von Grazia und Anschar prallen zwei unterschiedlichen Welten aufeinander. Dadurch entstehen viele lustige Situationen. So sorgt z.B. das Korsett für einige Verwirrungen bei Anschar und seinen Landsleuten. Die Sitten und Gebräuche in der Fantasiewelt verwirren wiederum Grazia zutiefst.

Das Trade-Paperback ist mit 683 Seiten sehr umfangreich. Am Anfang des Buches gibt es zwei Landkarten und eine Skizze der Schwebenden Stadt", die den Übergang von der Wüste zur Hochebene bildet. Was ich allerdings schmerzlich vermisst habe, war ein Glossar. Das ist für mich bei einem Fantasy-Roman mit vielen exotischen Namen ein absolutes Muss. Da hat der Verlag leider an der falschen Stelle gespart.

Das Ende des Buches lässt auf eine Fortsetzung der Geschichte hoffen. Ich wünsche mir sehr, Grazia und Anschar bei einem weiteren Abenteuer begleiten zu dürfen.

Diese Rezension von Calime fanden 10 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Starke romantische Fantasy

"Das gläserne Tor" erzählt die Geschichte der jungen Grazia, die im Berlin des Jahres 1895 auf einen seltsamen Fremden trifft, der vor ihren Augen im Wasser der Havel verschwindet. Seitdem nimmt sie eine unglaubliche Veränderung an sich wahr - sie kann aus dem Nichts Wasser erschaffen. Kurze Zeit später wird Grazia in eine ihr fremde Wüstenwelt gezogen, in der ihre Gabe von höchster Bedeutung ist. Hier trifft sie auch auf den Krieger Anschar, dem sie das Leben rettet und mit ihm vor seinen Feinden flieht. Schon bald fühlt sich das ungleiche Paar zueinander hingezogen, aber sie machen sich dennoch gemeinsam auf die Suche nach dem legendären gläsernen Tor, dass Grazia zurück in ihre Welt bringen kann.

Der Roman spielt in einer exzellent ausgearbeiteten, antik anmutenden Welt und beschreibt temporeich und spannungsgeladen eine unmögliche Liebesgeschichte. Durch den Kontrast zwischen dem archaischen Krieger und der "Berliner Pflanze" kommt es immer wieder zu gelungenen Wortgefechten und auch witzigen Szenen. Die Romantik bleibt dabei aber nicht auf der Strecke, sondern die sich entwickelnde Liebesgeschichte ist anrührend und die Nähe eines Taschentuch-Päckchens ist anzuraten...;-)

Insgesamt ein tolles Buch, in dem sich Action und Romance gelungen verbinden, mit starken Charakteren, über die man hoffentlich in Zukunft noch mehr lesen wird.

Diese Rezension von Karnak fanden 9 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Spannende, moderne Fantasy

"Das Gläserne Tor" von Sabine Wassermann ist Fantasy mit einem klassischen Motiv: dem Wechsel eines modernen (in diesem Fall aus dem 19. Jahrhundert) Menschen in eine fremde, archaischere Welt. Dieser bekannten Geschichte gibt Sabine Wassermann genug Eigenes, um eine spannende, temporeiche Geschichte zu erzählen, in der auch die menschlichen Verwicklungen nicht zu kurz kommen.

Mit Grazia hat die Autorin eine Geschichte mit hohem Identifikationspotenzial geschaffen, deren abenteuerlichen Wegen durch die fremde Welt man gerne folgt. Das Buch ist ein echter Pageturner. Man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen.

Ein absolut fesselnder Roman, den man jedem Fantasyfan nur empfehlen kann.

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