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Gefühle in den Griff bekommen
Anhand zahlreicher Beispiele, die wir aus täglichen Lebenssituationen kennen, zeigt Olaf Jacobsen, warum und wodurch unsere Gefühle ausgelöst werden. Er bietet Möglichkeiten an, wie wir eigene Gefühle bewusst von denen unserer Gesprächspartner unterscheiden lernen. Sind wir fähig, die Ursachen eigener Gefühle zu erkennen, so stehen wir belastenden Einflüssen nicht länger zur Verfügung. Wir können sie leichter dort lassen, wo sie herkommen: bei unserem Gegenüber.
Wer sich von bedrückenden Gefühlen in Partnerschaft, Familie und Beruf befreien möchte, erhält hier die nötigen Erkenntnisse und Techniken. Olaf Jacobsen entwickelte diese Methode konsequent aus der klassischen Familienaufstellung. Es wird deutlich: Eine Rolle in Beruf und Privatleben, kann einfach abgelegt werden, indem man sich ihr nicht mehr zur Verfügung stellt. Gleichfalls verschwinden alle daran gekoppelten seelischen und körperlichen Beschwerden.
Verflixt: manchmal wirkt der Zauberspruch, manchmal aber auch nicht. Scheinbar leben wir in einer Periode einer fast religiösen Allmacht der Wissenschaften. Tatsachen werden von einer breiteren Öffentlichkeit nur noch zur Kenntnis genommen, wenn sie "wissenschaftlich bewiesen" sind. Offenbar weiß dies auch der Autor dieses Buches, denn er braucht zunächst ein Drittel seines Werkes, um sich für die Wahrheit zu rechtfertigen.
Und die Wahrheit ist, dass zwischen den Menschen ein Informationsaustausch auf Ebenen jenseits unserer vertrauten Wahrnehmung existiert. Wir alle haben das schon oft genug erlebt. Wir trauen es uns nur nicht offen zuzugeben, weil sonst vielleicht jemand meinen könnte, wir würden spinnen. So merken wir beispielsweise genau, wenn uns jemand intensiv beobachtet, obwohl wir ihn nicht sehen können. Wir haben Vorahnungen. Oder wir wissen genau, dass wir mit einem anderen Menschen gut auskommen werden. Bei anderen wiederum spüren wir bereits Unbehagen, wenn wir sie nur sehen. Wenn wir wütend sind, suchen wir uns ein Opfer, das unsere Wut aufnehmen soll. Erst nachdem wir unser Opfer bearbeitet haben, fühlen wir uns besser. Manchmal passiert es auch, dass zwei Menschen, die sich sehr nahe stehen, genau wissen, was der andere in diesem oder jenen Augenblick denkt oder begehrt. Das sind Tatsachen, auch wenn wir sie nicht wirklich verstehen. Wer das für sich bestreitet, sollte dieses Buch nicht kaufen.
Der Autor ist ein Spezialist für die so genannte "Freie Systemische Aufstellung". Dabei übernehmen grob gesagt Stellvertreter bestimmte Rollen und spüren dabei die Emotionen der Menschen, für die sie stehen. Einen besseren (auch statistisch abgesicherten) Beweis für Gefühlsübertragungen von Mensch zu Mensch gibt es wohl nicht. Leider benutzt der Autor dafür den Begriff "übersinnliche Wahrnehmung", der esoterisch besetzt ist, nach schwarzer Magie klingt und bei vielen zu Ablehnung führen wird. Es gehört wohl zur komischen Tragik dieser Erkenntnisse, dass Wissenschaftler sie meiden, weil sie auf keinen Fall in die esoterische Ecke gestellt werden möchten, und die Träger dieser Erkenntnisse es andererseits wegen ihrer Neigung zur Esoterik nicht vermögen, sie angemessen zu publizieren. So bleiben sie einer breiteren Öffentlichkeit leider verborgen.
In diesem Buch geht es ganz einfach darum, erkennen zu lernen, welche Gefühle in uns von uns stammen, und welche wir ungewollt importiert haben. Danach lernen wir einen Schutzmechanismus gegen fremde Gefühlswelten aufzubauen.
Im 3. Kapitel ("Klarheit") erklärt uns der Autor weitschweifig, dass wir in dem Augenblick, wo wir einem anderen Menschen Aufmerksamkeit schenken oder schenken müssen ("uns zur Verfügung stellen") ein innerer Prozess der Annäherung stattfindet. Physikalisch ausgedrückt, versuchen wir auf die gleiche "Schwingungsebene" zu gelangen. Auf diese Weise spüren wir oft, was in anderen vor sich geht. Manchmal wird uns dieser Angleichungsprozess genauso wenig gefallen wie sein Ende. Wir können den Zustand nicht ertragen. Für diesen Fall schlägt uns der Autor sechs intelligente Lösungsmöglichkeiten vor, die im Grunde immer eine Variante des Loslassens sind. Anhaften schafft Leid. Das wusste schon Buddha vor langer Zeit. Der Autor nennt die alte Methode des Loslassens "sich nicht mehr zur Verfügung stellen".
Manchmal jedoch schaffen wir es dennoch nicht loszulassen, weil wir ein inneres Problem haben, auf das wir nur von außen aufmerksam gemacht wurden. Mit dieser Situation befasst sich das folgende Kapitel ("Die Befreiung"). Meist sind sie mit einem emotionalen Durcheinander oder sogar körperlichem Leid verbunden. Schon die alten Tibeter wussten, dass die beste Hilfe dann nicht das in unserer Kultur übliche Verdrängen, sondern das Akzeptieren und Dabeibleiben ist. Wenn wir also wütend sind, dann sollten wir diese Wut akzeptieren und uns fragen, warum wir sie haben. Fast immer stoßen wir auf diese Weise auf nicht aufgelöste Blockaden in unserem tiefsten Inneren. Der Autor erläutert uns eine Reihe von Techniken (teilweise andere Werke zitierend), die uns dabei helfen könnten. Manchmal stammt unser innerer Stress auch nur von außen. Wir lernen wieder Techniken kennen, die uns helfen können dies herauszufinden.
Spätestens hier sollten wir langsam anfangen nachzudenken. Es ist schon nicht einfach, immer bei unseren Gefühlen zu bleiben und sie zu hinterfragen. Wer kann denn schon ernsthaft nachdenken, wenn er wütend ist? Dazu gehört eine Menge Selbstkontrolle. Und nun sollen wir auch noch verschiedene Techniken (die uns übrigens nur ansatzweise vor die Füße geworfen werden) anwenden, um herauszufinden, was eigentlich mit uns los ist, wenn der Zauberspruch des Autors nicht wirklich hilft. Dem Autor folgend müssten wir in einer Art therapeutischem Ausschlussverfahren zu unserem eigentlichen Problem vordringen. Ich fürchte, das wird ohne fremde Hilfe nicht so einfach gehen wie es vielleicht beim Lesen dieses Buches scheint. Schließlich sind wir Teil unseres Problems und damit befangen.
Am Ende seines Buches schießt der Meister dann doch etwas über sein Ziel hinaus. Nach einer Zusammenfassung seines Werkes erklärt er uns beispielsweise, wie und warum Fußballmannschaften auf Trainerwechsel reagieren, wie man das Bournout-Syndrom verhindern und dass der innere Zustand eines Staatsoberhauptes eine ganze Volkswirtschaft beeinflussen kann. "Was ich in diesem Buch beschrieben habe, ist meine Realität." Das ist sein vorletzter Satz in diesem Werk. Zu seiner Realität gehört offenbar auch, sich manchmal Dinge so zurechtzubiegen, dass sie seiner Theorie entsprechen. Das hätte er lieber lassen sollen.
Fazit:
Eigentlich ist dies ein überaus nützliches Buch, da es uns Prozesse vor Augen führt, die jenseits unserer gewöhnlichen Wahrnehmung ablaufen. Der Autor selbst hält es für ein "Lebenshilfebuch", in dem er seine Theorien oder seine "Realität" niederlegt.Leider ist dieses Buch schlecht geschrieben. Man merkt schnell, dass der Autor ein sehr emotionaler Mensch ist. An vielen Stellen fehlt ihm der rationale Abstand. Eine konsequente Beschränkung aufs Wesentliche und mehr Präzision in der Formulierung hätten dem Buch gut getan. Störend sind darüber hinaus die an jeden Abschnitt angehängten "Vertiefungen", die nichts weiter sind als Zitate und kurze Bemerkungen. Sie bremsen den Lesefluss erheblich und bringen keine wirklich neuen Erkenntnisse. Die Zauberformel des Autors wirkt tatsächlich in vielen Fällen. Dort, wo sie es nicht tut, sind seine Ratschläge so vielfältig wie diffus.
Dennoch: Bei allen Mängeln ist dieses Buch sehr lesenswert, weil es uns zu einem anderen Verständnis der Beziehungen zwischen Menschen verhelfen kann.
Körper als Sprachrohr unserer SeeleMir hat dieses Buch,bzw. die Sichtweise die in diesem Buch geschildert wird, tatsächlich geholfen ein körperliches Symptom verschwinden zu lassen. Seit ca. 3Jahren leide ich immer wieder an einem merkwürdigen Reizhusten, der von Atemnotzuständen begleitet wird. Ärztliche Diagnose Asthma Bronchiale. Keines der handelsüblichen Mittel und keine Homöopathie, keine Körpertherapie haben bisher geholfen. Die Störungen traten immer dann auf wenn ich überlastet war oder eine offensichtlich Aversion gegen eine Tat oder eine Person entwickelte. Ich habe zu Jahresbeginn das Buch "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" gelesen, habe mich allerdings vorher schon mit ähnlicher Lektüre beschäftigt, so dass die Thematik mir schon vertraut war. Als ich dann vor einiger Zeit wieder eine Atemlosigkeit verspürte habe ich die Situation auf meine Verfügbarkeit hin überprüft und korrigiert. Die Luft war wieder da und ich habe tagelang nicht gehustet. Bis zum nächsten Event, ich habe den Vorgang wiederholt und bin jetzt ziemlich beschwerdefrei und hoffe es auch zu bleiben wenn es mir gelingt nur noch dann zur Verfügung zu stehen wenn ich es für richtig halte.
Hält, was es verspricht!Das Buch ist der Hammer - der Autor beschreibt darin so viele Situationen, die man selbst kennt und in denen man sich schon so oft über sich selbst geärgert hat, dass man es zugelassen hat, dass sich negative Schwingungen seines Gegenübers auf einen übertragen. Dadurch wird die Funktionsweise des Sich-Nicht-Mehr-Zur-Verfügung-Stellens für jeden Leser sehr verständlich und motiviert dazu, es gleich bei der nächsten Situation auszuprobieren, die man jetzt vielleicht schon aus dem Buch kennt, und sein Denken dahingehend zu schulen. Habe das Buch auch gleich schon an einige Bekannte weiterempfohlen, von denen ich denke, dass sie es brauchen könnten. :-)
Das einzige, was ich zwischendurch etwas schwierig fand, war, dass an
ein paar Stellen ein Wissen von bestimmten Theorien, Techniken etc. vorausgesetzt wird, was der "Durchschnittsleser", zu denen ich mich jetzt
einfach mal zähle, vielleicht nicht unbedingt hat. Aber wie gesagt, das waren nur ein ganz paar Stellen, die aber der Gesamtwirkung des Buches
absolut keinen Abbruch tun.
Wirklich klasse und nochmal vielen Dank
Mehr Inhalt als SeitenOlaf Jacobsen hat sehr gehaltvolle Dinge geschrieben und zitiert. Es geht in diesem Buch nicht nur um die stellvertretenden Gefühle im Alltag, die ich im Übrigen sehr gut bestätigen kann, sondern um viel mehr. Hier findet sich tatsächlich die Essenz der allgemeinen Lebenshilfe wieder. Dazu sind die unterschiedlichen Themen sehr gut gegliedert und in einzelne Kapitel verpackt:
Kapitel 1: Wer bisher nur wenig mit diesem Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung in Aufstellungen oder Telepathie im Alltag anfangen konnte, erhält hier eine ausführliche Einleitung und viele Beispiele. Dazu stellt Jacobsen Experimente vor, mit denen man dieses Phänomen wirkungsvoll zu Hause ausprobieren kann. "Wer das erlebt und sich gleichzeitig der Tragweite dieser Erfahrung bewusst wird, bleibt erstaunt, gebannt, fasziniert und ergriffen vor diesem Phänomen stehen und kann sich nur noch tief vor der Perfektion des Universums verneigen." Ich kann bestätigen: Je bewusster ich mir dessen werde, desto mehr entdecke ich auch in meinen Gefühlen interessante Zusammenhänge zu den Menschen, mit denen ich täglich Kontakt habe. Und natürlich: Alles ist eins! Olaf Jacobsen hat mir als erster logisch klar machen können, warum wir Menschen diese Einheit nicht wahrnehmen, auch nicht beweisen können und uns deshalb als voneinander getrennt empfinden. Wir können "nur" die Konsequenzen der universellen Einheit erleben.
Kapitel 2: Es wird das deutlich, was die Gehirnforschung immer wieder anpreist: Jeder Mensch hat seine ganz eigene Realität. Virtuos führt das Kapitel in die Freiheit ein, alle Realitäten in Frage zu stellen und sich eine eigene neue Realität zusammenzustellen, mit der man sich wohl fühlen kann. Dadurch wird der Leser gleichzeitig vor der Gefahr gewarnt, aus seinen wahrnehmenden Gefühlen "Wahrheiten" und "Behauptungen" gegenüber anderen Menschen zu kreieren. Es bleibt immer klar: Wir können in unserem Gefühl etwas wahrnehmen. Doch was wir genau wahrnehmen, müssen wir immer wieder erforschen, hinterfragen und überprüfen. Wir können nie behaupten, dass die Deutung unserer Gefühle "die Wahrheit" ist. Jawohl!
Kapitel 3: Hier zeigt sich der erste durch die ersten beiden Kapitel vorbereitete Höhepunkt. Wie entstehen die wahrnehmenden Gefühle und wie können wir uns davon befreien? Es ist logisch nachvollziehbar: Wir sind alle miteinander in Verbindung, müssen in dieser Verbindung jedoch Verständnis erlernen. Wollen wir etwas verändern, dann müssen wir es erst genauer kennenlernen, um es überhaupt verändern zu können. Deshalb gehen wir intensiv in Resonanz dazu und nehmen es dadurch mehr wahr. Wenn wir etwas so annehmen, wie es ist, dann wollen wir es nicht verändern und brauchen daher auch keine Resonanz und keine Wahrnehmung. Im ersten Fall entstehen wahrnehmende Resonanzgefühle. Im zweiten Fall verschwinden sie wieder - oder tauchen gar nicht erst auf. Unsere Resonanzgefühle hängen also von unseren Veränderungswünschen ab. Das ist ein natürliches Prinzip, das bisher in Familienaufstellungen gut zu erkennen war. Durch die Achtung des Schicksals und der Ausstrahlung eines anderen Menschen lösen wir uns von wahrnehmenden Resonanzgefühlen und befreien uns dadurch. Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind enorm. Allein durch diese Einsicht bin ich nun in der Lage, viel besser mit anderen Menschen umzugehen - und mich auch sinnvoll rauszuhalten, also nicht zur Verfügung zu stehen.
Kapitel 4: Selten habe ich so klare Anweisungen erhalten, wie ich eigene seelische Ungleichgewichte gut erkennen und dann auch selbstständig oder mit verständnisvoller Hilfe behandeln kann. Es ist beruhigend zu sehen, dass Olaf Jacobsen sich auch mit dieser anderen Seite beschäftigt. Wenn wir uns nämlich nicht einfach so von unseren Gefühlen befreien können, indem wir uns nicht mehr zur Verfügung stellen, dann liegt es an uns, dann müssen wir auf uns selbst schauen und selber ein seelisches Ungleichgewicht klären, einen unbewussten Veränderungswunsch erlösen oder eine Sichtweise (oder "Realität") korrigieren. Dem Leser wird klar, dass man nicht alle Gefühle auf den anderen schieben kann. Und er erhält vom Autor eine angenehme Begleitung in dem, was man alles tun kann, um sich selbst ein Stückchen mehr zu befreien. Viele Beispiele, die mich zu Tränen gerührt haben.
Kapitel 5: Was folgt aus dem Vorangegangenen? Faszinierende Möglichkeiten! Es wird deutlich, dass unser Lernprozess aus "Trainieren" und "Unterscheiden" besteht. Diese Reduzierung auf zwei Aspekte hat mir sehr geholfen, mich im Dschungel der Gehirn- und Intelligenz-Jogging-Welt besser zurechtzufinden. Auch das Analysieren von psychischen Ungleichgewichten lässt sich dort einfügen. Gekonnt fasst Jacobsen das gesamte Buch zusammen und zeigt dadurch den roten Faden. Wer bis zu diesem Moment nur Einzelteile gesehen hat, erkennt nun den sinnvollen Zusammenhang. Mehr noch: Es wird deutlich, wie effektiv wir mit uns und unserer Umwelt umgehen können. Seine vielen facettenreichen Beispiele aus unserem Alltag haben mich inspiriert, noch weitere Zusammenhänge zu suchen und auch zu finden. Und ich habe schon angefangen, mich freier zu verhalten :-) .
Das Buch ist ein Lebenshilfe-Konzentrat. Es ist durch seinen Inhalt mindestens doppelt so dick wie es aussieht. Und ich weiß jetzt schon: Ich werde es nicht verschenken (jedenfalls nicht mein Exemplar), denn es wird mich noch lange begleiten!
Sehr bereichernd!Olaf Jacobsen schreibt in einer gut verständlichen Art mit vielen Beispielen, die ich prima nachvollziehen kann. Er macht Vorschläge zu Übungen, mit denen ich das Gefühlsphänomen ausprobieren kann und es funktioniert immer wieder erstaunlich gut. Wer es braucht, findet in dem Buch neue Sichtweisen, die entspannen lassen, die Lösungen bringen, die so manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten lassen - so ganz anders als es in unserer Gesellschaft bisher üblich ist und doch so stimmig für mich. Es fehlen auch die wissenschaftlichen "Beweise" nicht. Olaf Jacobsen knüpft an die neusten Forschungen im Bereich der Quantenphysik (keine Angst: es gibt keine unverständlichen Erklärungen), Gehirn- und Wahrnehmungsforschung, Zellbiologie u.a. an. Die an den einzelnen Themen-Abschnitten angehängten kurzen Vertiefungen habe ich ganz langsam gelesen. Sie bestehen aus vielen Zitaten anderer Autoren und Wissenschaftlern und regen intensiv zum Nachdenken an. Gleichzeitig kann der Leser dadurch auch aus verschiedenen Perspektiven auf das behandelte Thema schauen. Diese Vertiefungen begleiten hervorragend den eigenen Erkenntnisweg.
Ganz besonders berührt bin ich davon, dass Olaf Jacobsen die Abwehr und den Widerstand und mögliche Kritik an dem Buch meisterhaft als "dazugehörig" integriert, wodurch ich mich sehr verstanden und manchen Widerstand in mir angenommen fühlte. So konnte ich meinen Widerstand auch leichter selbst verstehen oder auch loslassen. Ja, ... langsam wird mir klar: Es gibt Gefühle, die fast 'nur' unsere Wahrnehmung von der Person darstellen, mit der wir gerade Kontakt haben. Wie oft habe ich aus diesen Gefühlen heraus gehandelt und mich dabei nicht wohl gefühlt. Nach meiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Buch entdecke ich diese Gefühlswahrnehmungen immer häufiger in meinem Alltag und habe dann - weil es mir bewusst ist - die Wahl, wie ich nun reagieren möchte. Das macht mich frei, weil ich die Wahl habe und nicht mehr unbewusst irgendwelchen fremden Gefühlen folgen muss.
Ich begleite selbst als Heilpraktikerin sehr häufig meine Patienten auch in ihren Alltagsproblemen und habe die neuen Sichtweisen dieses Buches und den Satz "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" mit in die Beratungen integriert. Die Reaktion der meisten Patienten war und ist für mich immer noch sehr überraschend, obwohl ich es von mir ja auch kenne. Immer wieder erhielt ich die Rückmeldung manchmal sofort nach der Anwendung des Satzes, dass sie sich erleichtert und viel entspannter fühlen. Gerade heute erzählte mir eine Patientin, dass sie das Gefühl habe, dass sogar ihre Kinder viel entspannter seien. Damit hat diese Frau mir meine Erfahrungen mit dem Buch und Olaf Jacobsens Erkenntnisse bestätigt: Löse ich meine eigenen Probleme, können die Kinder entspannen - verhaltensauffällige Kinder werden liebevoll und ausgeglichen - aber eben nur wenn ich als Eltern die Vorarbeit leiste.
Ich kann nur sagen: Das Buch mit seinen neuen Ideen, Erkenntnissen und einer integrierten Weltanschauung hat mich und mein Leben sehr bereichert und entspannt. Ich bin jetzt viel klarer. Doch eines sollte noch gesagt sein: Die Befreiung von belastenden Gefühlen erlebe ich als stetigen Prozess und ist nicht immer einfach nur so zu erreichen, manchmal bedarf es auch der Krise und das Durchleben eines eigenen, bisher vergrabenen Schmerzes. Und auch das wird im Buch ausführlich behandelt.
Ich empfehle (wie es auch in der Produktbeschreibung vorgeschlagen wird), das Buch nicht nur zu lesen, sondern auch zu leben. Das bedeutet auch: sich Zeit lassen damit.