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Beim Ruderclub dümpelt eine Frauenleiche. Ihr Tod gibt Rätsel auf. Guzzo vom LKA und sein schwerfälliger Assistent Krämer verrichten polizeiliche Routinearbeit. Die Spuren führen ins Drogenmilieu. Gleichzeitig erleben zwei Völklinger Großmütter ihr blaues Wunder. Was sie als Geschmackszusatz für Marzipan aufgegabelt haben, verschafft den beiden Ladies einen coolen Trip. Das Teufelszeug stammt von Oma Fines Enkelsohn Michael. Er ist der Schlüssel zu dem Fall. Und die Omas mischen darin kräftig mit... In ihrem Krimidebut lässt es die schwedische Saarländerin JuttaStina Strauss richtig krachen. Knallkomische Großmütter, fiese Dealer, fertige Junkies und genervte Bullen mischen die saarländische Verbrechensszene auf. Als käme Mankell an die Saar! Diese Mischung aus hartem Krimistoff, schrägen Gestalten und ironischer Saarlandveräppelung sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Die Autorin wurde als Jutta Maria Stina Solveig Tjorven Karlernäs in Schweden geboren. Bei der Namensgebung hatten Figuren aus den Büchern Astrid Lindgrens ihre Eltern beeinflusst. Später studierte unsere Autorin in Saarbrücken. Heute arbeitet sie als vereidigte Dolmetscherin und Übersetzerin für Schwedisch, unterrichtet an der Universität und jobbt als Aushilfe in einer Buchhandlung. Sie lebt in der Nähe von Saarbrücken. Guzzos zweiter Fall wird im Sommer 2008 erscheinen.
Saarlandkrimi mit starkem Lokalkolorit - genial!Dieser saarländische Krimi mit starkem Lokalkolorit von JuttaStina Strauss hebt sich wohltuend von den vielen, meist nur durchschnittlichen Werken dieses Genres ab, die zur Zeit den Buchmarkt überschwemmen. Die Protagonisten und Orte austauschbar, in diesem Fall aber keineswegs! Die Autorin stellt Land und Leute lebensnah und lebensecht dar, wenn auch nicht immer vorteilhaft. Vielleicht rührt es ja eben genau daher, dass sie als Nicht-Saarländerin die urigen Eigenheiten ihrer Landsleute mit einem gewissen Abstand, dafür aber ganz genau studieren konnte und diese auch noch mit der allen Schweden so eigenen, typisch trockenen und leicht süffisanten Betrachtungsweise zu Papier bringt. Sie salzt diese Story mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, rührt ihren feinsinnigen, trockenen Humor wunderbar unter und serviert uns das ganze ironisch und selten überspitzt. Ihre schrulligen, eigentlich schon kauzigen Charaktere runden diesen Fall in ganz besonderem Maße ab. Besonders gut gefällt (wen wunderts, bei dem schwedischen Hintergrund der Autorin) das herrliche Kauderwelsche der Schwiegermutter des Kommissars; anfangs ungewohnt aber es würde uns doch sehr fehlen! In "Koks und Kosakenkaffee" ergänzen sich schrullige Charaktere, sarkastischer Humor und ein spannend aufgebauter Plot mit saarländischem Flair zu einem genialen Krimi!
Extrem feinsinniges Werk, von einer grandiosen MenschenkennerinIch wurde durch eine gute Freundin auf die Premiere-Lesung dieses wundersamen Werkes mitgenommen. Ich hatte ja nicht die geringste Ahnung, was da kommen sollte! Gut, eine Band spiele auch dort, für mich als Musiker zusätzlich Neugierde erweckend...
Die ersten 10 Minuten verstand ich nur Bahnhof und wäre dabei fast dem Irrglauben aufgessen, das dieses Buch wohl grobe Mängel aufweist und wie laue Luft im Nichts verpufft.
Dann aber konnte ich plötzlich den Worten der Autorin folgen, den begehrten roten Faden packen, und war gebannt! Und wie!
Mein Eindruck war daraufhin: Wieviel Genialität verbirgt sich doch manchmal in unserem winzigen Ländle?!!! Frau Stina-Strauss stellt in ihrem Krimi dermaßen faszinierend-tiefenpsychologisch fundierte Persönlichkeitsbilder dar, das es, zumindest mich, umgehauen hat. Wo kann man sich eine solch eine fragile Menschenkenntnis aneignen? Ich bin sicher kein großer Krimi-Fan, aber diese unfassbare Obsession für hintergründige Kleinigkeiten bricht einem auf einer Meta-Ebene fast schon das Herz! Ich habe zwischen den Zeilen eine Tiefe ausloten können, die in dieser Form selten bis nicht nochmals möglich erscheint.
Mir ist bewußt, das ich hier einige Superlativen bemühe, und mir ist auch ein wenig mulmig dabei, aber mir persönlich macht es andererseits sehr viel Mut, zu sehen, was ein Ländchen hervorbringen kann, das geografisch fast nicht existent zu sein scheint. Oder liegt das Geheimnis in den schwedischen Wurzeln? ;-) Es muß wohl ein bißchen nebulös bleiben...
Ach ja, die Band: die empfand ich leider als sehr starkes Kontrastprogramm. Gut gedacht - ... (es gibt wohl auch zuviele "Musiker" auf der Welt)
Liebe Grüße und gönnen sie sich dieses Meisterinnenwerkchen!
Sarkastischer Humor und schrullige Charaktere mit regionalem FlairDer saarländische Regionalkrimi von Strauss hebt sich wohltuend von vielen durchschnittlichen Werken dieses Genres ab. Wo die auftretenden Personen sonst auch in jeder anderen Region leben könnten und Ortsnamen austauschbar sind, gelingt es der Autorin herrlich, Land und Leute lebensnah – wenn auch nicht immer vorteilhaft – darzustellen.
„… als käme Mankell an die Saar“, liest man da auf der Buchrückseite, aber so ganz stimmt das nicht. Henning Mankell ist bekannt für düstere Geschichten voller Komplexität, oftmals ernst und grau wie das scheinbar immer schlechte Wetter in Schweden.
Strauss dagegen pfeffert eine gehörige Portion Sarkasmus in ihren Roman, dessen Handlungsstränge sich erst spät miteinander verknüpfen. Der böse, mal feinsinnige, mal offensive Humor driftet dabei nie ins Alberne oder Lächerliche ab. Wo Strauss das Saarland und seine kauzigen Einwohner gut beobachtet hat und sie mal ironisch überspitzt – und manchmal erschreckend realistisch – darstellt, da nimmt sie ihre Geschichte ernst und verpackt sie in einen anspruchsvollen, auch mal härteren Sprachstil.
Besonders gelungen ist die Verschriftlichung der Mundart, vor allem die schwedische Schwiegermutter des Kommissars hört man förmlich in herrlichstem Kauderwelsch reden. Die Darstellung mit Akzenten und doppelten Vokalen liest sich anfangs noch ungewohnt, aber hat man sich erst daran gewöhnt, ist die Verschriftlichung verblüffend nah am gehörten Original.
Nicht nur Saarländer werden ihren Spaß bei „Koks und Kosakenkaffee“ haben. Der sarkastische Humor und die schrulligen Charaktere ergänzen sich ideal mit einer soliden Story und regionalem Flair. Da freut es umso mehr, dass 2008 ein Wiedersehen mit Kommissar Guzzo ansteht. Nur die Frage bleibt: Wer war noch mal Mankell?
saarländisch, schwedisch, gut"Koks und Kosakenkaffee" ist ein Lokalkrimi, wie man ihn selten in die Finger kriegt: Sehr gut ausgefeilte Charaktere, Sarkasmus vom Feinsten und dazu ein Fall, der auch nichts vermissen lässt.
Die ersten Seiten lesen sich noch sehr schleppend, irgendwie kann man kaum nachvollziehen, mit wem da grad was passiert und warum und überhaupt. Doch das ist schnell überwunden, wobei noch relativ lange zwei Erzählstränge parallel laufen (ein Hauptstrang und ein Nebenstrang) und man erst gegen Ende erahnt, wie die beiden zusammenhängen (ich bin erst eine Seite vor Guzzo drauf gekommen), wobei ich finde, dass sowas erst einen guten Krimi ausmacht und hierin eine Schwäche vieler "kleiner" Krimis liegt.
Eine weitere Stärke ist die Sprache, meist Hochdeutsch, doch auch gerne mal Saarländisch mit Ausflügen ins Schwedische. Vor allem was die Schwiegermutter angeht kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen, man hört sie schon fast mit dieser schwedischen Sprachmelodie auf deutsch-schwedisch-saarländisch reden. Beim saarländischen muss man zwar manchmal zweimal lesen, aber wenn man den Dialekt halbwegs kennt, weiß man, was gemeint ist. Auch für Nicht-Saarländer dürfte das Buch gut verständlich sein, die saarländischen Ausdrücke halten sich in Grenzen und sind sprachlich durchaus nachvollziehbar.
Vom Gebrauch des Stilmittels "Sarkasmus" versteht Frau Strauss so einiges, genauso, wie sie über eine hervorragende Beobachtungsgabe verfügt und die Eigenheiten der Saarländer wunderbar karikiert.
Insgesamt ein Buch, das man nur ungern aus der Hand legt.