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Hauptseminararbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, einseitig bedruckt, Note: 1, Fachhochschule Bingen, Veranstaltung: Hauptseminar, 14 Eintragungen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Sophie La Roches 1771 veröffentlichter Briefroman 'Geschichte des Fräuleins von Sternheim' gilt in der Literaturforschung als das bedeutendste Werk der Autorin. Es verwundert daher auch nicht, dass der Großteil der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit La Roche und ihrem Werk diesen Roman in den Fokus ihres Interesses gerückt hat. Der Forschungsschwerpunkt dieser Untersuchung konzentriert sich auf die werkimmanente Analyse des Romans, seiner Figuren und der Erzählkonzeption. Leitmotiv der einzelnen Abschnitte ist die Frage nach seinen theatralischen Aspekten. Sie werden einerseits an der Selbstinszenierung der Hauptfiguren, andererseits an der Rolle der fiktiven Herausgeberin Rosina herausgearbeitet. Dabei interessiert zum einen, welche Charaktereigenschaften die Protagonistin hat, inwiefern diese ausreichen, sie als bürgerliche Heldin zu bezeichnen und auf welche Weise die Gesamtkomposition des Romans erste Hinweise auf dramatische Elemente liefert. Um einen Ausgangspunkt für die Analyse der Geschichte und ihrer Briefe zu schaffen, wird im zweiten Teil der Arbeit das Hauptaugenmerk auf den zentralen 'Hoffestbriefen' (S. 134-153) im ersten Romanteil liegen. Von den Ergebnissen ausgehend, versteht das folgende Kapitel die Briefe als dramatische Inszenierung. Hier werden die theatralischen Momente innerhalb des Schreibvorgangs beleuchtet. Zunächst wird auf Sophies Selbstcharakteristik und die Präsentation ihrer Person eingegangen, um in den nächsten zwei Schritten die Selbstinszenierung der beiden anderen Hauptfiguren, Lord Derby und Seymour, zu betrachten. Es wird erörtert, welche Rollen die Personen spielen, inwiefern sie Schauspieler, Erzähler oder Regisseur ihrer Briefe sind und ob sie vielleicht sogar in mehreren Rollen agieren. Am Beispiel der 'Opernbriefe' (S. 90-99) wird die Interaktion zwischen der Hofgesellschaft als Publikum und der Protagonistin deutlich, während zusätzlich die Doppeldeutigkeit des Schauspielbegriffs aufgegriffen wird. Sophies Ambivalenz gegenüber der Schauspielerei und die gleichzeitig existierende Theatralik in ihrem Wesen werden hierbei genauso erklärt wie ihre Kritik am höfischen Umfeld...