Einem Impuls folgend steigt der sensible Homer Wells nach 17 Jahren ärmlicher, aber auch behütet-glücklicher Waisenhausidylle in den Wagen eines Ehepaares. Die Gattin Candy ließ dort gerade eine illegale Abtreibung von seinem Ziehvater und Leiter des Hauses, Dr. Larch, vornehmen. Homer, der lieber das Meer sehen möchte, als das Erbe des ätherabhängigen Doktors zu übernehmen, stürzt sich in eine Romanze mit der Frau. Er beginnt ein neues Leben als heimlicher Geliebter und weißer Apfelpflücker unter Schwarzen. Ruhige, melancholische Ballade um die Irren und Wirren des Erwachsenwerdens. John Irving, Roman- und Drehbuchautor, entwickelt zusammen mit Regisseur Lasse Hallström mehrere Handlungsstränge. Tabuthemen wie Krieg, Inzest, Abtreibung, Ehebruch, Drogenabhängigkeit und Tod werden sensibel und in stimmigen Bildern miteinander verknüpft. Die ästhetische und natürliche Kameraführung sowie die ausgezeichneten Schauspieler lassen ein emotionales und tiefgründiges, poetisches Gesellschaftsportrait entstehen, welches zu Recht zweifach Oscar-ausgezeichnet wurde. Eine Literaturverfilmung, die sicherlich auf breites Interesse stoßen wird.
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