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Ein steiniger WegIn dem vorliegenden Buch beschreibt die Italienerin Lidia Beccaria Rolfi die Ereignisse während ihrer monatelangen Heimkehr aus deutscher KZ-Haft, die sie hauptsächlich von einem Lager für Displaced Persons zum nächsten führt, bis sie schließlich am 1. September 1945 daheim ankommt.
Als Frau in einer patriarchalen Gesellschaft mit teils feudalen Strukturen aufgewachsen, bedeutet es für die Grundschullehrerin Lidia Rolfi einen doppelten Bruch, sich dem antifaschistischen Widerstand der PartisanInnen anzuschließen.
Am 13. April 1944 wird die Autorin von der faschistischen Miliz verhaftet und der Gestapo übergeben. Als eine der ersten politisch verfolgten Italienerinnen wird Lidia Rolfi nach Deutschland in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert.
In nüchternen Schilderungen beschreibt Lidia Rolfi ihre lange Heimkehr nach dem Ende des Krieges, die auch nach ihrer Ankunft in Italien noch nicht abgeschlossen scheint. Da die Autorin sehr stark auf die alltäglichen patriarchalen Normen und Unterdrückungsmechanismen eingeht, ist das vorliegende Buch nicht nur für historisch Interessierte äußerst empfehlenswert.
Zudem erläutern ausführliche Fußnoten Begriffe und historische Ereignisse, so dass auch LeserInnen wie ich, die sich vielleicht noch nicht ausführlich mit der Geschichte des italienischen Faschismus auseinandergesetzt haben, einen guten Überblick über die damalige Situation bekommen.
"Zurückkehren als Fremde" ist eine der wenigen Schilderungen der Situation von ehemaligen KZ-Häftlingen in den Nachkriegsjahren, die Thematisierung der Kontinuität faschistoider Strukturen und der patriarchalen Strukturen der italienischen (ländlichen) Gesellschaft ist äußerst interessant, in einer einfachen, gut lesbaren Sprache geschrieben und wärmstens zu empfehlen.
Bedauerlich, dass Lidia Rolfis Erstlingswerk Le donne di Ravensbrück, in dem sie ihre Zeit im KZ schildert, noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist. Bleibt zu hoffen, dass die Übersetzerinnen/Herausgeberinnen des hier besprochenen Buches das auch in Angriff nehmen.