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Überblick über das Gesamtwerk von Giuseppe Arcimboldo, der als Schöpfer fantastischer Porträts einer der extravagantesten und zugleich rätselhaftesten Maler der Kunstgeschichte ist
Erscheint anlässlich der weltweit ersten monografischen Ausstellung seit 20 Jahren
"Bis heute zählt die Metamorphose des menschlichen Antlitzes weltweit zu den wirksamsten medialen Kunstgriffen, um Erstaunen, Befremden und Freude auszulösen....."( Sylvia Ferino-Pagden)
Giuseppe Arcimboldo( geb. im 1527 in Mailand, verstorben ebenda 1593) war ein Maler , der sich durch seine phantastisch - allegorischen Bildkompositionen von der zeitgenössischen Malerei abhebt und den man in gewisser Verwandtschaft zum modernen Surrealismus sieht.
Dieser Künstler gründete seine Kunst vor allem auf seine Begabung menschliche Köpfe und Gestalten , aber auch Landschaften und allegorische Themen aus unterschiedlichen , in virtuoser Technik realistisch dargestellten Blumen, Früchten , Tieren, Waffen und Gegenständen des täglichen Gebrauchs zusammenzusetzen.
Im Rahmen vieler textlich hochinformativer Katalogbeiträge erfährt man Näheres über diesen Künstler, sein Werk und seine Zeit. Die im Buch veröffentlichten Bilder werden ab dem 12. Februar bis zum 1. Juni 2008 im Kunsthistorischen Museum Wien dem geneigten Publikum sicher sehr viel Freude bereiten.
Sylvia Ferino -Pagden geht gleich zu Anfang des Buches der Frage nach, ob Giuseppe Arcimboldo ein Hofkünstler, Philosoph, Sprachbildner oder nur ein Spaßmacher war und findet eine facettenreiche Antwort darauf.
Die Grundlagen der Malerei erlernte der Künstler in der Werkstatt seines Vaters. Schon hier hatte er sich einen guten Namen gemacht. Bereits 1562 erhielt er einen Ruf als Hofmaler an den Hofe Kaiser Ferdinands I in Prag. Mit Zwischenaufenthalten in Wien lebte er dort - sehr arriviert - 27 Jahre lang.
Neben seiner Malerei betätigte er sich auch als Ingenieur , Musiker und Arrangeur höfischer Feste. Geschätzt wurde seine Kunst u.a.von Kaiser Maximilian II. und Rudolf II. Arcimboldo wurde in den Adelsstand erhoben und von Rudolf II. zum Pfalzgrafen ernannt. 1591 kehre er nach Mailand zurück.
Karl Schütz hat einen erhellenden Beitrag , mit dem Titel" Kunst und Kultur am Hof Kaiser Maximilians " verfasst, der sich u. a . auch mit dem Mäzenatentum seines Sohnes Rudolfs II. auseinandersetzt. Hier wird von der Förderung der Hofkünstler gesprochen und von den Sammelleidenschaften. Rudolf II. liebte Dürer, Cranach, Correggio und Parmigianino und strebte an deren Hauptwerke zu besitzen. Dieser außerordentlich gebildete Mensch wusste das Können Arcimboldos sehr gut einzuschätzen.
Der Künstler verdankt seine einzigartige Stellung in der Malerei gemalte Gegenstände durch raffinierte Gruppierung zu einer bestimmten Aussage , gewöhnlich zu einem Portrait , zu verfremden. Dabei gelang es ihm über die verblüffende Portraitähnlichkeit hinaus, sogar psychologische Aussagen über das Modell zu treffen.
Auch seine " normalen " Portraits verschiedener Zeitgenossen sind sehr bemerkenswert, so etwa die beiden ihm zugeschrieben Brustbilder von Töchtern Ferdinands. Die Augen sind jeweils ganz ungemein ausdrucksstark und erzählen viel über den Charakter der gemalten Damen. Sehr scheu wirkt Erzherzogin Anna, die Tochter Maximilians. Sie wurde übrigens die vierte Frau von König Philipp von Spanien.
Faszinierend sind Arcimboldos Kompositionsköpfe. Thomas Da Costa Kaufmann schreibt über die Ursprünge und die Invention, Görel Cavalli -Björkman über die Kompositionsportraits und umkehrbare Köpfe.
Sehr schön sind " Die Vier Jahreszeiten in einem Kopf", aber auch " Vertumnus ", das bereits während seiner Entstehung als Meisterwerk gefeiert wurde. Hier wird Maximillian II. als Gott der Jahreszeiten dargestellt. Blühende Blumen und reifes Obst aus unterschiedlichen Jahreszeiten gestalten das üppige Anlitz des Kaisers und erzählen von dem Frieden und herrschendem Wohlstand während seiner Regierungsjahre. Arcimboldo deutet an , dass das " Goldene Zeitalter " unter dessen Herrschaft zurückgekehrt sei.
Der Maler, an dessen wunderbaren Gemälden man sich in diesem Buch immer wieder erfreuen kann, hat sehr wesentliche Element des Surrealismus in seiner erstaunlich modern aufgefassten Bilderwelt vorausgenommen und wurde über Jahrhunderte bis in die Gegenwart stets aufs Neue nachgeahmt.
Die Bandbreite seines Schaffens ist außerordentlich!
Ein wunderschönes, hochinformatives Kunstbuch!
Empfehlenswert!
Ein beispielhafter Bildband, der dem Laien Kunst nahebringt als das, was sie ist: Interpretation von Erfahrung und WeltGuiseppe Arcimboldo (1526-1593) war ein gefeierter Künstler der italienischen Spätrenaissance, der für seine originellen und oft den Betrachter verblüffenden Porträts berühmt wurde und so bis heute einer der bekanntesten Künstler ist. Besonders seine Kompositköpfe, die aus Obst, Gemüse, Fisch, aus Allegorien und Symbolen zusammengesetzten Gesichter hat fast jeder schon einmal gesehen, und sie können vom Bekanntheitsgrad locker mit der Mona Lisa mithalten, ohne dass allerdings vielen Menschen wissen, wer ihr Schöpfer war.
Dennoch bleibt um das Leben und Wirken dieses einzigartigen Künstlers ein Geheimnis. Vieles ist unbekannt, lange Zeit war er vergessen und ist erst im frühen 20. Jahrhundert als einer der Wegbereiter der modernen Kunst wiederentdeckt worden.
Das vorliegende, großzügig aufgemachte Buch ist der Ausstellungskatalog zu einer Ausstellung, die noch bis Ende Mai 2008 in Wien gezeigt wird, und zuvor im Musee du Luxembourg in Paris war. Neben den vielen Bildern von Arcimboldo, die in der Ausstellung zu sehen sind, umfasst der Band Texte führender Kunsthistoriker, die das künstlerische Umfeld Arcimboldos beschreiben und dem Betrachter und Leser zu einem vertieften Verständnis seiner Werke verhelfen. Eine der herausragendsten Leistungen dieses italienischen Künstlers war die ungewöhnliche Verknüpfung von Natur, Wissenschaft und Kunst, die er in seinen Werken herstellte.
Dem kunsthistorisch weniger gebildeten Leser hätten einige Verstehens- und Orientierungshilfen gut getan, etwa einige einführende Informationen über die Welt und die Kunst des 16. Jahrhunderts.
Dennoch, dieser Band zeigt auf beispielhafte Weise, wie man Kunst darstellen und erklären kann, sodass man sie als Laie lesen kann als das, was sie ist und sein will: Interpretation von Erfahrung und Welt.