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Prinz Charming ist unzufrieden. Das ganze Jahr über reitet er mit seinem treuen Knappen durch die Lande, um böse Drachen zu töten und schöne Prinzessinnen aus allerlei Gefahren zu erretten. Doch als Dank gibt es lediglich ein Küsschen auf die Wange. Dass das alles sein soll, erbost ihn über die Maßen. Um den ungeduldigen Spross auf andere Gedanken zu bringen, schickt ihn sein Vater ins benachbarte Königreich. Dort wartet ein Auftrag mit ungeahnten Folgen auf ihn
Prinz Charming ist jung, attraktiv und reitet durch das Land, um hilflose Jungfrauen vor bösen Zauberern und fiesen Drachen zu retten. Aber so langsam nervt es ihn, dass sich die Dankbarkeit der schönen Prinzessinnen auf keusche Küsschen auf die Wange beschränkt. Sein Los scheint sich zu wenden, als er Prinzessin Anne vor ihrer Stiefmutter, der bösen Königin Ruby, retten soll. Denn Ruby findet Gefallen an dem Jüngling. Bis sie erfährt, dass er dank mangelnder Erfahrung in einer ganz bestimmten, äußerst persönlichen Sache geradezu dafür prädestiniert ist, für sie den Gral zu holen. Denn der Gral offenbart sich bekanntlich nur den Unberührten. Also ergibt sich Charming in sein Schicksal und bricht auf, um seine Pflicht zu tun. Und gerät in ein turbulentes Abenteuer. Wieso hat der Märchenprinz immer so schöne Locken und wovon träumen keusche Prinzessinnen wirklich? Und wie sind die Immobilienpreise in der Nachbarschaft verwunschener Schlösser? John Moore kann diese Fragen beantworten. Und zwar auf wirklich witzige Weise. Mit einem bewundernswerten Sinn fürs Praktische nimmt sich der Autor dieser humoristischen Fantasy die bekannten Klischees vor und lässt sie in völlig neuem Licht erscheinen. Dabei macht er vor nichts Halt, ob nun die böse Stiefmutter, Dornröschen oder Aschenputtel, alle kommen dran. Freunde von feinsinnigen Parodien seien allerdings gewarnt, denn vor allem geht es hier auch um Eindeutiges und Zweideutiges, ohne dabei jedoch unter die Gürtellinie zu greifen. Trotz seines Verlangens traut sich Prinz Charming nicht an die schönen Prinzessinnen heran, um am Ende dann doch die Liebe zu finden. Eben wie im richtigen Märchen. Jeder Autor humoristischer Fantasy wird unweigerlich an Terry Pratchett gemessen. So gesehen hat sich der Amerikaner John Moore hervorragend geschlagen; Hauen & Stechen gehört auf diesem Gebiet zweifellos zu den gelungensten Romanen. --Andreas Decker
Erstklassige Fantasy-Parodie!Prinz Charming erwartet für seine furchtlosen und stets heldenhaften Jungfrauen-Rettungsaktionen etwas mehr als lediglich ein von herzenkommendes Dankeschön oder eine Packung selbstgebackener Plätzchen. Doch wird ihm immer wieder aufs neue sowohl von seinem Vater als auch von den anderen Bediensteten des Hofes gesagt welch wichtige Rolle die Moral doch habe und das keine Frau die etwas von sich hält, sich vor der Ehe auf die schlüpfrigen Machenschaften der körperlichen Liebe einlassen würde... So ändert sich für Charming nichts und er übernimmt den nächsten Auftrag der ihn zusammen mit seinem treuen Pagen mein-Bauch-ist-ein-bodenloses-Faß-Wendell schließlich zu Prinzessin Anne und ihrer bösen Stiefmutter führt. Doch statt der geplanten Befreiungsaktion heuert Stiefmutter Ruby ihn für die Suche nach einem legendären Fruchtbarkeitsgrahl an... die Suche erweist sich als schwieriger als erwartet doch nicht nur das.. denn als die Gruppe nun auch noch mit einer totgeglaubten Prinzessin in die Heimat Charmings zurückkehrt, nimmt die Geschichte eine unerwartete Wende...Zwar denkt man bei dem Cover sofort an eine weitere Geschichte aus der Scheibenwelt... ich kann jedoch nur versprechen das John Moore keinen Grund hat sich in irgendeiner Weise an dem Erfolg von Terry Pratchett zu bedienen. Dieses Buch war seid wirklich langer Zeit das erste, welches mir wieder voll und ganz zugesagt hat. Der Schreibstil ist flüssig und macht es schwer das Buch allzu schnell wieder aus der Hand zu legen.. die Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen sind einfach nur goldig und Crossover zwischen altertümlichen Fantasytreiben und moderner Kultur sorgt immer wieder für humorvolle Details. Ich bin von dem Buch total begeistert und kann es nur jedem ans Herz legen der weder mit trockenen Fantasy Romanen noch mit den Werken von Terry Pratchett wirklich etwas anfangen kann. Wer schon ein schmunzeln für Shrek übrig hatte als dort die Märchen gnadenlos durch den Kakao gezogen wurden, wird von diesem Werk sicher begeistert sein.
Prinz Charming rettet die WeltGroßmundig wird John Moore mit Terry Pratchett verglichen, wie jeder halbwegs unbekannte Fantasy-Autor. Das Cover hat ebenfalls derselbe Zeichner entworfen. Das allein stimmte mich schon kritisch; ich habe nämlich schon einen Haufen Mist gelesen, der angeblich von Pratchett hätte stammen können. Doch John Moore liefert wirklich ein tolles Buch ab. Wie Pratchett überzeichnet er seine Figuren und nimmt die Handlung nicht allzu ernst. "Hauen und Stechen" spielt in einer Märchenwelt, in der tapfere Prinzen keusche Prinzessinnen retten - weil es eben ihr Job ist. Und dabei sind sie von der Keuschheit jener Prinzessinnen alles andere als begeistert... Prinz Charming, Held und Hauptfigur dieser Erzählung, zieht durch die Lande und macht seinem Ruf alle Ehre - bis er den Auftrag erhält, die junge (und keusche) Prinzessin Anne vor ihrer bösen Stiefmutter zu retten. Dass diese Stiefmutter sehr jung und gar nicht keusch ist, bringt die heile Welt etwas durcheinander...
Ein gelungenes und unterhaltsames Buch für Fantasy-Freunde, die ab und zu mal laut auflachen wollen!
Witzig, aber eher DurchschnittKlar, wenn ich einen Verlag hätte und das Buch unbedingt verkaufen wollte, würde ich auch den Pratchett-Vergleich draufdrucken. Wenn ich ein objektiver Kritiker wäre, würde ich die Aussage leicht modifizieren: "Vor zwanzig Jahren hätte es Pratchett auch nicht viel besser hingekriegt".
Moores Buch ist recht witzig und zieht fröhlich sämtliche Grimmschen Märchen durch den Kakao. Auch spannend ist es. Nervig hingegen sind die Anachronismen, wie etwa gelber Marker in mittelalterlichen Zauberbüchern. Das ist ein blöder Gag auf Kosten der Atmosphäre.
Wo Moore aber wirklich gegen Pratchett abfällt, das sind Figurencharakterisierung und die Moral von der Geschicht. Die Damen sind einander alle zum Verwechseln ähnlich und alle in den Märchenprinzen verliebt. Der denkt nur an Sex. Und das ist eigentlich schon die ganze Geschichte, auch wenn sie auf den ersten Blick viel verwickelter aussieht. Es wirkt, als hätte einer unbedingt ein furchtbar witziges Buch schreiben wollen, egal worüber. Am Ende verliert der Autor selbst den Durchblick und verwechselt die Länder Tyronia und Alacia. Das ist zumindest schlampig.
Also - Moore hat noch einiges zu lernen, bis er wirklich gute Fantasy schreibt - vielleicht.
Very CharmingPrinz Charming hat die Nase voll - nach jeder spektakulären Heldentat und Rettungsaktion bekommt er als Dankeschön von den jungen Prinzessinnen einen Klaps auf die Schulter, selbst gebackene Plätzchen oder einen zaghaften Kuss auf die Wange. Da Prinz Charming jedoch 17 ist, und seine Hormone bald überlaufen, erwartet er ganz andere „Dankesdienste", die ihm jedoch einfach nicht gegönnt sind. Eines Tages erhält er einen neuen Auftrag - er muss Prinzessin Anne vor ihrer bösen Stiefmutter retten, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Fruchtbarkeitsgral. Und auf dieser Reise passiert so einiges...„Hauen und Stechen" hat mich zum großen John Moore Fan gemacht. In der Geschichte werden hauptsächlich zwei Märchen veräppelt - Aschenputtel und Dornröschen. Doch auch die Alltagssituationen des Prinzen sind so amüsant, dass ich oft laut loslachen musste. Die Sexbesessenheit von Charming und gleichzeitig sein Bemühen, seinen guten Ruf zu bewahren, ziehen sich konstant über das gesamte Buch, und sorgen für einige Lacher. Auch die böse Königin Ruby (die wirklich böse, sehr böse, ganz und gar böse ist) brachte mich immer wieder zum Lachen, wenn sie ihren Auftritt hatte. Überdeutlich werden dem Leser die Klischees solcher Geschichten präsentiert. Die Dialoge der Hauptfiguren sind so ulkig, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Nun ist es aber nicht so, dass „Hauen und Stechen" eine überzogene Parodie wäre, vielmehr lockert Moore seine eigene Geschichte immer wieder mit ironischen und überaus humorvollen Situationen und Wortgefechten auf. Am Anfang dachte ich noch „hm, wäre der Prinz grün und der Knappe ein Esel, könnte man die Geschichte glatt für das Buch zu „Shrek" halten, doch dieser Eindruck ließ schnell nach (trotzdem würde sich „Hauen und Stechen" wirklich ausgezeichnet als Film machen!). Alle zwei Sätze sorgen für ein breites Grinsen (wenn man wirklich aufmerksam liest). „Hauen und Stechen" macht einfach unheimlich viel Spaß, egal ob man die Geschichte nun in die Kategorie „Parodie" oder „Komödie" steckt. Sollte man wirklich gelesen haben!
Amüsanter Märchenmix, aber nicht mit Pratchett vergleichbar.Dieser Roman ist eine lustige Mischung aus allen möglichen Märchen. Wie der Leser rasch merkt, geht es vor allem um die Veralberung von „Schneewittchen“ und „Dornröschen“, doch auch „Cinderella“ wird aufs Korn genommen. Viele Elemente, die aus Märchen bekannt sind, werden übernommen und verändert, zum Beispiel böse Zauberer, verführerische böse Frauen, tapfere Prinzen und hilflose Prinzessinnen.
Besonders amüsant wird es für den Leser, als ein Wettkampf um Prinz Charming zwischen Anne und der – schwangeren! – Aurora entbrennt, der auf höchst ungewöhnliche Weise gelöst wird. Hier findet sich weibliche Eifersucht in höchst unterhaltsamer Art und Weise auf die Spitze getrieben.
Auch Prinz Charming, der verzweifelt versucht, endlich eine Frau zu finden, die bereit ist, mit ihm zu schlafen und sich deswegen an jede irgendwie attraktive Dame hängt, ist ein paar Lacher wert.
Diese Bemühungen um das erste Mal werden im ganzen Roman auf höchst amüsante Weise mit mehr oder weniger eindeutigen Andeutungen unterstrichen. Sehr lustig ist es auch, zu lesen, wie Charming versucht, seinem elfjährigen Pagen das schöne Geschlecht näher zu bringen, natürlich ohne nennenswerten Erfolg. Außer einem entnervten Augenrollen erhält er keine Reaktion.Auch wenn John Moore versucht, an Terry Pratchetts Niveau heranzukommen, mehr als gute Ansätze kann man hier nicht finden, er kann dem Vergleich einfach nicht standhalten. Insofern ist auch das euphorische Lob des SF Chronicles, welches sich auf der Buchrückseite findet, übertrieben. Hier wird behauptet, dass Pratchett es nicht hätte besser machen können. Irrtum, er hätte es sehr viel besser und auch größtenteils anders gemacht.Doch sollte man nicht ständig Werke von Autoren miteinander vergleichen.
John Moore ist hier eine amüsante Abenteuer– und Liebesgeschichte gelungen, die altbekannte Märchen neu interpretiert und karikiert.
Auch Fans von Pratchett werden gut unterhalten, allerdings sollten sie die beiden Autoren nicht mit den gleichen Maßstäben messen.Leser, die neu in diesem Bereich der humorvollen, sarkastischen Fantasie sind, finden hier ein ideales Einsteigerwerk, welches noch nicht so sehr von Anspielungen durchtränkt ist, als dass ein ungeübter Leser nicht alles verstehen würde.