Nietzsche, Friedrich

Also sprach Zarathustra

Also sprach Zarathustra
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2008-07-03
  • Format: Broschiert
  • Umfang: 376
  • ISBN: 3596900867
  • EAN: 9783596900862
  • Amazon.de Verkaufsrang: 15.173
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Beschreibung von buecher.de

Also sprach Zarathustra ist eines der lebendigsten und umstrittensten Werke der modernen Philosophie. Mit seiner Unruhe und gottlosen Leidenschaft wirkt es über alle Dogmen und Religionen hinweg gerade im 21. Jahrhundert aktueller denn je. Vor allem aber kann man von Nietzsche lernen, dass das Philosophieren keine rein akademische Angelegenheit ist, sondern ein großes Abenteuer, hinter dem sich unsere Sehnsucht nach einem intensiveren, lustvolleren Leben verbirgt.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von kpoac fanden 15 von 21 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Im Klettergarten des Mount Improbable.

"Und deine letzte Grösse, mein Wille, spare dir für dein Letztes auf, - dass

du unerbittlich bist in deinem Siege! Ach, wer unterlag nicht seinem Siege!

(Friedrich Nietzsche)

Aus der kritischen Studienausgabe von Colli und Montinari ist der vierte Band unter dem Titel: "Also sprach Zarathustra" bibliophil aufbereitet. Zu Recht, findet sich doch mit Nietzsche einer der größten deutschen Denker ein, der mit seinem Hauptwerk aus den mannigfaltigen Vorbereitungen und Vorüberlegungen hier zu drei Schlussthesen seines Lebens-Werkes kommt: (1) Gott ist tot. (2) Der letzte Mensch ist zu überwinden im Willen zur Macht. (3) Die Geburt des Übermenschen.

Die Eroberung des Unwahrscheinlichen bedarf einer Überspannung im Denken und einer unumstößlichen Forderung. In Anlehnung an Platon, der Mensch müsse ein über sich hinausgehendes Wesen sein, geht Nietzsche auch hier seinen Weg. Nicht das Mehr-Haben-Können wird hier zum Einstieg in die Höherentwicklung gefördert, sondern das Weiterkommen im Klettergarten des eigenen Ichs durch Askese. "Gieb ihnen Nichts, sagte der Heilige". Und selbst Zarathustra war nicht arm genug, ein Almosen zu geben. Nietzsche geht zurück auf Los, zurück in den Kern des eigenen Menschseins und will eine Aufbauarbeit an sich ohne äußere Faktoren und Bedingungen. Dass, was der Mensch seinem Gott zuschreibt, habe er sich selbst zuzuschreiben. Gott ist tot, wenn der Wille zur Macht über sich, zur finalen Selbstüberwindung und dann zur Selbstbestimmung führt. Wenn alles Lebendige Gehorchendes ist, dann folgt: "Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen kann". Die Über-Windung des letzten Menschen, der noch an die Unmöglichkeit der letzten Selbstformung glaubt, muss geschehen, damit die Über-Windung im Über-Menschen sich zeigt. Erst in dieser Rolle wird der Mensch wie Gott, der, weil mit all seinen Attributen übernommen, nicht mehr im Geistigen existieren muss. Der Mensch ist vollendet im Zyklus von Unter-Gang, Über-Gang und Auf-Gang. Der Verächter des Bisherigen wird erkannt als Verherrlicher des Zukünftigen. "Vollkommnes lehrt hoffen".

Nietzsche liebte die Sommer in Sils Maria, die Berge und ihre Besteigung. Sein Gedanke, höher- statt weiter zu kommen, ist vielleicht hier geboren. Zarathustra stieg allein das Gebirge abwärts, um zu verkünden. Verkündung war ein Akt der Akrobatik, ein Tanz auf einem Seil und diese Metapher Nietzsches prägt die Ambivalenz auf dem Wege der Über-Windung, des platonischen Bildens seiner inneren Statue. Dieser Weg ist gefährlich und wir lesen hier, das Zarathustra tröstet. Er tröstet eben diesen Seiltänzer, der die Gefahr zum Beruf gemacht hat.

Und damit kann er siegen oder im Siege untergehen, wenn dieser nur vermeintlich ist. "Oh Wille, Wende aller Noth, du meine Nothwendigkeit! Spare mich auf zu Einem grossen Siege! -- Also sprach Zarathustra."

Es geht gen Mitternacht, "die alte tiefe Mitternacht". Man hört, was der Tag verschweigt: "O h _ M e n s c h, _ g i e b _ A c h t!"

--

Diese Rezension von cr fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Klassiker der Philosophie

Zarathustra war für Nietzsche der erste Mensch, der die Welt streng in Gut und Böse teilte. Als solcher eignete sich der persische Religionsstifter Zoroaster bestens, um in Form einer sprachgewaltigen Rollenprosa diesen Irrtum wieder aufzuheben. Seiner Weisheit überdrüssig begibt sich Zarathustra nach zehn Jahren, die er mit der Sonne, einem Adler und einer Schlange als Einsiedler in einer Gebirgshöhle verbringt, hinab zu den Menschen und verkündet seine Lehre vom Übermenschen sowie den Gedanken von der ewigen Wiederkehr des Gleichen. Auch vom Tod Gottes ist die Rede und im Gespräch mit einem alten Weiblein taucht die berühmt-berüchtigte Wendung Du gehst zur Frau, vergiss die Peitsche nicht" auf. In der Stadt ,Bunte Kuh' begegnet Zarathustra dem nicht direkt so benannten Buddha und bemerkt mit einer Portion Ironie: 'Seine Weisheit heißt: wachen, um gut zu schlafen.' Nietzsche bezieht sich auf das Mahásatipatthána Sutta, welches die Achtsamkeitsmeditation thematisiert - meditieren, um wachsam zu werden. In Nietzsches doppelbödigem Spott verbirgt sich jedoch meist eine besondere Form der Achtung: Die Lehre von Selbstüberwindung, Selbstversöhnung, Wahrheitsfindung und Lachen, welche Zarathustra zu hören bekommt, ähnelt verdächtig seiner eigenen. Der hübsche und erstaunlich günstige Taschenbuchband folgt der kritischen Gesamtausgabe von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Der Eintrag aus Kindlers Literatur Lexikon sowie die Daten zu Leben und Werk aus dem Hause der renommierten Literaturzeitschrift TEXT + KRITIK ermöglichen einen schnellen Einstieg, ohne philosophisches Vorwissen vorauszusetzen.

Diese Rezension von P.A. fanden 9 von 13 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Literarische Philosophie auf höchstem Niveau

Friedrich Nietzsche ist zweifellos der Schocker unter den modernen Philosophen, er verpackt seine Lehren in die die poetischen Formen des Aphorismus und (speziell bei zarathustra) in die Prophetie (nichts anderes ist Zarathustra ein Prophet).

"Also sprach Zarathustra" ist das hauptwerk Nietzsches und vereint wie kaum ein anderes buch Philosophie mit Literatur.

So hat Nietzsche in dieses Buch etliche seiner Philosophischen Theorien eingebaut, vorallem die Theorie des Übermenschen.

Zarathustra ist ein Einsiedler der Jahre lang auf einem Ber gehaust hat, eines tages tritt er vor die aufgehende Sonne und entschliest sich den Menschen vom Übermensch zu erzählen, nach und nach baut er sich eine anhängerschaft auf, verlässt diese jedoch und reist durch das Land.

Am Ende nimmt er eine Gemeinschaft von gescheiterten menschen die er auf einem Spaziergang findet in seine Höhle auf und feiert mit ihnen ein Abendmahl.

Solch eine Nacherzählung gibt nur einen Schwindsüchtigen Eidnruck vom Inhalt dieses Buches, so gesellen sich zur Haupthandlung viele kleine abzweigungen die uns Nietzsches Philosophie näher bringen sollen.

Druchaus gewollt erinnert und "also sprach Zarathustra" an die Bibel,

der ganze Aufbau und der Stil wie diese geschichte geschrieben ist, so wie einzelne Teile (Zarathustras Kampf mit dem Volkanhund, oder das Kapitel "abendmahl"), lassen zarathustra wie ein jesus, ein Messias erscheinen.

"Zarathustra " ist unbedingt empfehlenswert, es liest sich wunderschön und spannend, doch sollte man nicht den Fehler machen und es als erstes Wek Nietzsches lesen, denn seine Philosophischen Ideen, sind hier vorausgesetzt, d.h. sie werden in den Raum geschmissen und nicht weiter erklärt.

Man sollte dieses Buch als krönenden Abschluss persönlicher Nietzsche Forschung lesen, nachdem man bereits seine Philosophischen Schriften, die nicht so sehr vermischt sind mit Literatur gelesen hat, um "Zarathustra" wirklich verstehen zu können.

Diese Rezension von Helga König fanden 36 von 59 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen "Wir irren uns kaum, wenn wir außergewöhnliche Taten auf Eitelkeit zurückführen, gewöhnliche Taten auf Gewohnheit,

und gemeine Taten auf Angst..."

Zitat: Friedrich Nietzsche

Nietzsches philosophische Dichtung " Also sprach Zarathustra" besteht im Wesentlichen aus einer Abfolge von Reden und Polemiken, welcher ein Weiser, dem Nietzsche den Namen des Religionsstifters Zarathustras gegeben hat, an sich und andere richtet. Zarathustra ist zuvor nach zehnjähriger Einsamkeit zu den Menschen zurückgekehrt.

Der Philosoph stellt in diesem Werk seine eigene Auffassung vom " Übermenschen" dar. Diesen stellt er jenem letzten Menschen der Ruhe gegenüber. Möglich wird dieser " Übermensch" , weil Gott nicht mehr als gehorsamsfordernde Gestalt im Bewusstsein der Menschen lebt, sondern sich der Mensch aus eigener Willenskraft zum " Übermenschen" entwickeln kann, indem er sich die Welt schöpferisch und spielend erobert. Der Denker sieht mit Gottes Tod auch dessen Moral des Mitleids und der Nächstenliebe schwinden. Nietzsche glaubt offenbar, dass Mitleid das Elend auf der Welt vergrößert und den machtvollen Willen und die lebensbejahenden Kräfte der Menschen vermindert.Der Machtwille ist nicht in allen Menschen nach den Vorstellungen Nietzsches gleich verteilt. Die Ohnmächtigen vertreten die Idee der Gleichheit und versuchen damit die Lebensmächtigen an ihrer Entwicklung zum "Übermenschen" zu hindern.

Dem Werk fehlt jeder Hinweis auf die Realisierung der Leitideen, obgleich Nietzsches Absicht auf eine Umgestaltung der Ideen gerichtet ist.

Dieser Text Nietzsches wird mir wohl immer fremd bleiben. Die Vorstellung, dass Mitleid, Freundlichkeit und Demut das Elend auf der Welt vergrößern, halte ich für absurd.

Diese Rezension von Meister Splinter fanden 3 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Das Hauptwerk Nietzsches

Zu dem Inhalt muss man ja nicht mehr viel sagen...

Eines der beeindruckensten Literarischen Werke der (modernen) Philosophie!

Der Fischer Verlag hat das Buch sehr schön gestaltet.

Farben und Motive sind gut gewählt, außerdem ist der Preis

fast der selbe wie die Reclam Ausgabe. Aber viel schöneres Layout.

Ich empfehle diese Ausgabe aufgrund der schönen Gestaltung,

inhaltich sind die meisten ja identisch.

Also sprach Zarathustra



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