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Der junge französische Priester Romuald wird des Nachts an das Lager einer Sterben gerufen. Zwar kommt er zu spät, um ihr noch die letzte Ölung zu spen, jedoch willigt er ein, wenigstens die Totenwache zu halten. Allein in dem prunkvollen Schlafgemach erkennt Romuald in der Toten die Kurtisane Clarimonde wieder, deren Schönheit ihm seit langem nicht mehr aus dem Sinn geht -
Die VersuchungWieder einmal hat sich der Kauf eines Titania Hörspiels gelohnt.
In dieser Folge streiten zwei Seiten um die Seele eines Möchs, der sich der Versuchung der Liebe hinzugeben wagt.
Von der Themantik her war das Buch ganz sicher ein skandalöses Werk zu seiner Zeit, da es einige Anzüglichkeiten enthält und auch blasphemische Stellen enthält, die man heute nicht mehr so schlimm finden dürfte, wie 1840 ("Ich liebe dich mehr als meinen Glauben, mehr als Gott").
Die Handlung erinnert gegen Ende übrigens sehr an "Carmilla der Vampir", was ich dann ein wenig langweilig fand.
Auf alle Fälle bekommt man hier große Literatur zu hören, die von soliden Sprechern in Szene gesetzt wird.
Mein Kritikpunkt ist der, dass Marc Gruppe jetzt in jedem Hörspiel die gleiche Erzählform wählt(nicht wirklich originell): Er startet im Präsens und lässt dann den (gealterten) Protagonisten in der Retrospektive seine Geschichte erzählen, wobei er immer mal wieder zurück in die Gegenwart wechselt.
Die Idee ist nicht schlecht, ein ähnliches Konzept hat ja auch in vielen Filmen, wie Titanic, Saving Private Ryan uvm. funktioniert. Allerdings hängt es mir inzwischen zum Halse raus! Man kann dieses Stilmittel mal einsetzen, aber wenn man es beinahe JEDES MAL einsetzt, dann stört es mehr, als es wirkt.
Romuald zwischen Himmel und HölleEndlich habe ich auch die Folge 26 und die ist ein echtes Schmankerl! Durch und durch schaurig und durch die musikalische Untermalung ein echtes Highlight dieser Reihe!
Pater Romuald blickt auf sein Leben zurück und erzählt von der einen Versuchung, die sein Leben verändete. Während seiner Priesterweihe erblickte er eine Frau, die ihn sofort faszinierte und die fortan ständig in seinen Gedanken war. Kurz danach wird er in ein Dorf fernab der Heimat versetzt, um dort die Stelle des Priesters anzutreten. Recht lieblos übt er diese Tätigkeit aus, zu sehr hat ihn diese Frau verwirrt. Da wird er eines Nachts an ein Totenbett einer Frau gerufen. Er kommt jedoch zu spät und hält die Totenwache - bei seiner Geliebten Clarimonde, eine Nacht, die alles auf den Kopf stellen wird...
Die Umsetzung dieses Hörspiels ist einfach klasse. Man wird eine gute Stunde bestens und gruselig unterhalten. Der Gruselfaktor wird durch die fantastische Musik noch verstärkt, u.a. "La mer"-Debussy werden hier eingesetzt.
Die Sprecherriege ist natürlich auch diesmal wieder perfekt. Kaspar Eichel, Christian Rode und viele mehr erwecken diese Geschichte zum Leben und leisten einen hervorrragenden Job.
"Die liebende Tote" ist ein schaurig-schönes Hörspiel mit einer feinen Prise Erotik und allerfeinster Gruselkabinett-Unterhaltung!
Meisterhafte Vertonung einer wegweisenden Schauergeschichte.Pater Romuald erzählt einem jungen Mönch, wie er einst den Versuchungen der Liebe erlegen ist, als er selbst ein junger Priester war. Schon bei der Weihezeremonie erblickte er jene Frau, die sein Leben von Stunde an verändern sollte. Kurz nachdem er sein neues Amt als Priester angetreten hat wird er zu einer sterbenden Edelfrau gerufen, welche er die letzte Ölung geben soll. Als er an das Lager der Todgeweihten tritt kommt er jedoch zu spät. Clarimonde ist tot. Doch Romualds Schrecken ist weitaus größer als er erkennt, wer auf dem Bett liegt: Es ist die Frau, in welche er sich bei der Priesterweihe auf den ersten Blick unsterblich verliebte. Als er die kalten Lippe Clarimondes küsst erwacht die Tote zu neuem vampirischem Leben …
„Die liebende Tote“ oder auch „Die tote Geliebte“ des Schriftstellers Theophile Gautier ist eine der besten und eindringlichsten Vampirerzählungen des neunzehnten Jahrhunderts und hat bis heute nichts von seinem Reiz verloren. Wenn man heute die Geschichte liest fällt bereits auf wie weltoffen und modern Gautier seine Zeilen zu Papier brachte. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger Priester der den Verlockungen der Liebe erlegen ist und dessen männliche Triebe keineswegs totgeschwiegen werden. In dieser Geschichte wird die vampirische Erotik erstmals in den Vordergrund gerückt und beeinflusste später die Autoren LeFanu und Stoker beim verfassen ihrer Meistererzählungen „Carmilla“ und „Dracula“. Dabei ist Clarimonde keineswegs die durch und durch böse Blutsaugerin, sondern liebt Romuald leidenschaftlich und aufrichtig, zapft ihm nie so viel Blut ab, dass es ihm schaden könnte. Fragwürdiger ist dagegen Romualds Mentor Abbé Serapion, der fanatisch den Leichnam der Untoten sucht, um ihn endgültig zu vernichten. Wenn sich das Gesicht des älteren Geistlichen beim Öffnen des Grabes zu einer dämonischen Fratze verzerrt stellt sich beinahe automatisch die Frage, wer nun das wahre Monster ist. Dargestellt wird Serapion von Christian Rode, eine Rolle, die der Hörspiel-Veteran mit Bravour meisterte. Kaspar Eichel spielt den in die Jahre gekommenen Romuald der die Geschichte seiner Jugendsünde erzählt. Der junge Priester wird von Julien Haggège gesprochen, der zuletzt Justin Long in „Stirb langsam 4.0“ synchronisierte. Haggège ist eine junge unverbrauchte Stimme im Ensemble von Titania Medien und spielt den jungen Romuald sehr überzeugend. Die weibliche Hauptdarstellerin Clarimonde wird von Sabine Arnhold gesprochen, welche die Sinnlichkeit der Figur genau richtig verkörpert.
Marc Gruppe hat die Erzählung detail- und werkgetreu in ein spannendes Hörspielskript verwandelt. Gemeinsam mit der dramatischen und mitreißenden Musik ist „Die liebende Tote“ ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Titania Medien.
Füße hochlegen und genießen!Nachdem man mit "Charles Dexter Ward" wieder einen bekannteren Stoff vertont hat, sind die beiden neuen Folgen doch eher als schauerliterarischer Geheimtipp zu betrachten. Das muss aber nicht heißen, dass es hier inhaltlich ein paar Stufen nach unten geht - ganz im Gegenteil: Die Macher von Titania Medien haben ja in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es gerade diese weniger populären Stoffe sind, die in ihren Händen zu kleinen Meisterwerken werden.
"Die liebende Tote" ist dafür ein gutes Beispiel. Die sehr klassisch erzählte Geschichte funktioniert zwar nach gängigem Muster, überzeugt aber letztlich durch eine sehr gelungene Umsetzung. Das beginnt mit dem wirklich guten Skript, das die Geschichte im richtigen Tempo zu erzählen weiß.
Wenngleich sich das gruselige Gefühl nur zum Ende hin einstellt, unterhält die Geschichte doch, aufgrund der Lebendigkeit der Erzählung.
Da helfen natürlich auch sehr passend ausgewählte Sprecher. Kaspar Eichel wirkt als erzählender Mönch sehr gut und auch sein jugendliches Pendant, Julien Haggège, macht hier eine gute Figur. Ein Bereich, in dem es bislang bei Titania wenig zu mäkeln gab, und der auch hier wieder vollkommen überzeugen kann.
Sehr passend sind auch die Musiken ausgewählt. Zeitgemäße klassische Stücke, die die Handlung perfekt unterstützen, verleihen der Geschichte zusätzlich etwas edles, und tragen letztlich auch ihr Teil zur tollen Atmosphäre dieses Hörspiels bei.
"Die liebende Tote" hat mich richtig gut unterhalten - ein Hörspiel zum Füße hochlegen und genieße
Warum die Musik geändert wurdeIn den frühen Episoden aus dem Gruselkabinett war die Musik lieblicher und für meinen Geschmack schöner als die teils stampfenden Rhythmen der jüngeren Folgen. Ich wunderte mich über diesen Zustand, bis ich vor kurzem ein Interview mit Titania Medien hörte, in dem die musikalische Wende erklärt wurde: Früher wurde eigens für jede Folge eigene Musik produziert, heute wird die Musik eingekauft. Das hat den Vorteil, dass die eingekaufte Musik ein größeres Orchester und somit eine optimale Instrumente-Vielfalt bietet. Eingekaufte Musik ist zudem günstiger als ein selbst in Auftrag gegebener Soundtrack. Unter diesen Aspekten kann ich verstehen, dass Titania so handelt. Dennoch wünschte ich, dass manch kommende Folge des Gruselkabinetts wieder mit der einfacheren Musik unterlegt wird.
Brockhaus-1809: Theophile Malo Corret La Tour d'Auvergne
Brockhaus-1911: Gautier [2] · Gautier · Tote Konten · Tote Hand
DamenConvLex-1834: Fernig, Felicitas und Theophile
Meyers-1905: Gautier von Arras · Gautier von Metz · Gautier · Gautier de Coincy · Tote Sperre · Tote Wechsel · Tote Konten · Hand, tote · Tote Hand