Strasser, Peter

Warum überhaupt Religion?

Warum überhaupt Religion?
  • Verlag: Fink (Wilhelm)
  • Erscheinungsdatum: 2008-03-01
  • Format: Broschiert
  • Umfang: 111
  • ISBN: 3770546121
  • EAN: 9783770546121
  • Amazon.de Verkaufsrang: 284.273
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Beschreibung von buecher.de

Sie nennen sich selbst The Brights . Sie sind stolz darauf, Atheisten zu sein. Sie haben ein Credo: das naturalistische Weltbild, mit dem sie alles Übernatürliche und Mystische bekämpfen. Der bekannteste Helle Kopf ist Richard Dawkins. Sein Buch Der Gotteswahn gilt mittlerweile als Meilenstein des Neuen Atheismus.Das ist intellektuell alarmierend. Denn der Prozess, den Dawkins gegen die Religion im Allgemeinen und die Existenz Gottes im Besonderen anstrengt, stützt sich auf teils fadenscheinige, teils misslungene Argumente, auch auf Polemik und man sollte es nicht verschweigen Unwissenheit. Aber Dawkins zornige Haltung passt in eine überhitzte Konfrontation zwischen wissenschaftlichen Realisten und religiösen Fundamentalisten . Dabei orientieren sich beide Seiten an einem Religionsverständnis, das im weitesten Sinne mythologisch ist.Demnach wird das, was Transzendenz meint, in pseudo-empirischen Begriffen erläutert. Es geht um das Jenseits. Gott wird als allmächtiger Herrscher gedacht. Er liefert das Weltdesign, wirkt Wunder und richtet die Menschen. Im Gegensatz dazu leitet sich jedes aufgeklärte Verständnis von Transzendenz aus den Alltagskonzepten der Wahrheit und Wirklichkeit, des Guten und Vollkommenen her. Alle diese Konzepte sind religiös sensibel . Denn sie formen ein Modell des absolut Realen, das unabhängig von menschlicher Perspektive und Endlichkeit, als absoluter Horizont unseres Erkenntnis- und Erlösungsstrebens existiert. Es erfordert einen letzten Existenzgrund , einen guten Anfang .Dawkins vernachlässigt die Frage, ob eine zuinnerst säkularisierte Gesellschaft, deren Mitglieder religiös unsensibel wären, überhaupt denkbar sei. Wie sich indessen zeigen lässt, gibt es eine Fülle metaphorischer Hinweise dafür, dass eine solche Gesellschaft gar nichts Humanes mehr hätte, angefangen beim egoistischen Gen bis hin zu den Alpträumen einer Golem-, Cyborg- oder Matrix-Welt. Der Gott, der zu Dawkins Naturalismus passt, müsste ironisch genug ein Superdämon hinter dem Schleier unserer Immanenz sein, vergleichbar dem Teufelsgott, der im gnostischen Mythos die Welt erschafft.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von emilSinclair fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Eine philosophische Antwort auf den "Gotteswahn"

Nachdem ich mir hier einige Rezensionen durchgelesen habe, die allerlei an diesem Buch auszusetzen haben - angefangen vom unverschämt hohen Preis (für die paar Seiten) bis hin zu fehlenden Argumenten gegen den Atheismus, möchte ich einige Dinge klarstellen.

Sicherlich ist es keine Gute-Nacht-Lektüre, die man sich so spaßig nebenbei, vielleicht während gerade die Werbung im Fernsehen abgespult wird, zu Gemüte führen kann. Dafür sorgt schon die manchmal etwas zu abgehobene Sprache, aber vor allem auch die Verweise auf Heidegger, Nietzsche, Wittgenstein, Kant und viele andere philosophische und literarische Klassiker. Strasser kritisiert im Folgenden den Dawkinschen Gottesbegriff und holt dann zu einem Schlag gegen dessen Hauptargument, den Anti-Gottesbeweis, aus, den er beeindruckend widerlegt. Danach widmet er sich der Auffassung Dawkins, dass Religion nur ein Nebenprodukt/Wahn sei. An dieser Stelle erwähnt er auch den nicht unwichtigen Unterschied der Entstehung des Glaubens und seiner Wahrheit. Selbst wenn Dawkins Recht hätte und Religion tatsächlich nur das evolutionäre Nebenprodukt von etwas anderem wäre, wäre immer noch nichts über die Wahrheit/Falschheit ausgesagt. Die religiöse Haltung sei eine Folge der ontologischen/metaphysischen/semantischen Überschüsse in unserem primären Bezogensein auf die Welt und uns selbst und als solche nicht einfach wegsäkularisierbar - zumindest nicht ohne einen Teil unseres Selbst mitzuvernichten.

Wer sich ernsthaft darauf einlässt (ein wenig philosophisches Grundwissen sollte man wohl schon mitbringen) findet auf 112 Seiten nicht nur Dawkins Kernaussagen schlüssig widerlegt, er erhält auch einen Einblick in die Problemfelder der Religionskritik. Sein Geld auf alle Fälle wert!

Diese Rezension von Herr Lehmann fanden 29 von 44 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Ja, warum überhaupt dieses Buch?

Ich habe mir dieses Buch gekauft um Argumenten gegen den neuen Atheismus und für die Religion zu erhalten. Alles was der Autor aber bietet ist ein wütender , unsachlicher Text der mit Dawkins und Co. abrechnen soll aber eher das Gegenteil erreicht. Mir kommt es vor, als fühle sich Peter Strasser persönlich von Richard Dawkins beleidigt und sucht nun verzweifelt nach Gegenargumenten. Dieses Buch, welches mich eigentlich vom Atheismus zurück zur Religion führen sollte hat mich mehr vom Atheismus überzeugt als "Der Gotteswahn" von Dawkins.

Fazit: Wer noch Argumente für den Atheismus sucht ist hier richtig, ansonsten: zum Fenster rausgeworfenes Geld.

Diese Rezension von Dr. Schönbrunner fanden 12 von 20 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Spannendes Geistes-Dribbling

Warum überhaupt Religion?: Der Gott der Richard Dawkins schuf

Andreas Malessa im Feuilleton des Deutschlandradio Kultur: Nun hat noch einer die Nase voll von Dawkins, der ist weder gläubig noch kirchenfreundlich. Der hat seinen Immanuel Kant gelesen und protestiert deshalb im Namen eines aufgeklärten Agnostizismus: Peter Strasser, Professor für Rechtsphilosophie und praktische Ethik an den Universitäten Graz und Klagenfurt. Wem die Fußball-EM in Strassers Heimat noch erinnerlich ist, mag die 112 Seiten seines Buches als ein spannendes Geistes-Dribbling nebst rasanten Konterpässen mit etlichen genialen Torschüssen verstehen.

Strasser möchte bei aller eigenen Religionskritik trotzdem nicht in jener religionslosen Gesellschaft leben, die die "Brights" anstreben. Zwar verträten sie nicht "die Lehren bisher realisierter atheistischer Gesellschaften von Stalins Reich des Gulag über Maos kulturrevolutionären Terror bis zum Steinzeitkommunismus Nordkoreas", aber: Eine weltanschaulich neutrale, säkularisierte Demokratie sei nun mal etwas anderes als ein mit Staatsmacht ausgestatteter Biologismus und Sozialdarwinismus, wie ihn Richard Dawkins antizipiere.

"Warum überhaupt Religion?" ist schwerer Stoff, aber kein "schweres" Buch. Strasser formuliert leicht und streckenweise sogar humorvoll, wobei sein Humor wohl nur bei jenen zünden dürfte, denen sowohl Dawkins' "Gotteswahn" als auch Goethes "Faust" und Nietzsches "Zarathustra" halbwegs vertraut sind.

Den Lesefluss und die Leselust ins Stocken bringt der Autor allerdings immer dann, wenn er - ganz der Professor - allzu selbstreferenziell in endlosen Fußnoten auf bisherige Werke verweist. Davon abgesehen jedoch wäre dem kleinen klugen Buch aus dem kleinen feinen Verlag wenigstens die Hälfte der Dawkin'schen Massenauflage zu wünschen.

Diese Rezension von Akamas fanden 11 von 20 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Gute Antworten...

Gute Antworten auf Fragen des Glaubens bietet uns der Grazer Philosoph Peter Strasser in diesem informativen und unterhaltsamen Essay.

Nicht nur mit dem kruden Atheismus eines Richard Dawkins wird abgerechnet; der Autor distanziert sich ebenso klar von religiösen Fanatikern, die für Argumente der Vernunft unzugänglich geworden sind.

Strassers eigene Ansichten über Religion und Philosophie (was für ihn offensichtlich eng zusammengehört) sind vom Geist der Aufklärung und vor allem Goethe (dessen "Faust" ausführlich zitiert wird) inspiriert und jedenfalls originell (wenn nicht noch deutlich mehr).

Ich habe nur einen Stern abgezogen, weil ich mir gewünscht hätte, dass dieses eigene Religionsmodell noch detailierter dargestellt wird. So ist das Buch mit ca. 150 Seiten etwas schmal geraten. Aber es versteht sich ja auch in erster Linie als Streitschrift. Als erste Hinführung zum Werk von Peter Strasser also jedenfalls gut geeignet und auch für jeden empfohlen der sich gegen Reduktionisten wie Dawkins und co. klug zur Wehr setzen will.

Diese Rezension von maddas fanden 5 von 16 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Warum überhaupt Religion

Ich hatte mir "Der Gotteswahn" durchgelesen und wollte mir - aus gründen, die warscheinlich nur ich verstehe - auch die gegenseite anhören. Also bestellte ich mir dieses Buch. Als dieses dann nach 2 Tagen mit der Post bei mir zuhause ankam, öffnete ich es sofort und wollte gleich damit beginnen es zu lesen, doch als ich den "reisverschluss" des Kartons wegzog, fiehl mir schon der erste Mangel auf. Das Buch hat insgesammt 112 Seiten. Ich war geschockt. Ich hatte also rund 15 Euro für ein Buch gezahlt, welches dünner als mein - nicht wirklich voller - Terminkalender oder mein Handy war...

"Naja, es kann ja inhaltlich viel enthalten" dachte ich bei mir und fing auch sofort an das Buch zu lesen. Am meisten intressierte mich die Frage "Warum überhaupt Religion", welche auch schön groß auf dem Vorderteil des Buches zu sehen war. Da saß ich also und laß in dem Buch ... und ich laß ... und ich laß ... bis ich fertig mit dieser ansammlung von Wörtern war. Doch das, was mich am meisten intressierte wurde leider nicht beantwortet. Ich bekam keine antwort auf meine Frage.

Meinermeinung nach ist das Buch eine reine Abzocke. Der Autor sollte einem anderen Beruf nachgehen. Die ersten zwei Karpitel wiederholte ich solange bis ich sie verstand (3-4 mal hintereinandern durchlesen), doch damit hörte ich beim dirtten Karpitel dann auch schon auf. Vielleicht hab ich deshalb nicht die Antwort auf die Frage gefunden, vllt hab ich sie aber auch nur nicht gefunden, da sie nicht in diesem Buch verhanden ist...

Abschließendes Fazit:

Das Buch ist - tut mir leid für diese Ausdrucksweise - einfach nur Schrott! Der Autor hatte wohl gehofft durch den Namen "Richard Dawkins" mehr Exemplare zu verkaufen, einen anderen Grund für die erwähnung dieser Person sehe ich sonst nicht. Zudem ist das Buch total überteuert und sehr sehr sehr schwer zu verstehen. Lasst die Finger davon :)

P.S.

Das ist natürlich nur meine eigene Meinung und vllt bin ich zu diesem Buch auch ein bisschen härter als zu andren, da ich überzeugter Atheist bin...




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