Bestellen bei Buecher.de! Preis: 12,00 €
Neue Bücher bestellen bei: Buch.de.de, Buch24.de, Bol.de, Libri.de, Thalia.de
Gebrauchte und neue Bücher bestellen bei: AbeBooks.de, Booklooker.de
Thriller made in GermanyEs müssen nicht immer die einschlägigen englischsprachigen Autoren sein, die ihre Leserschaft mit Spannungsliteratur zu fesseln wissen. Michael Gick, ein vielversprechender Nachwuchsautor aus deutschen Landen, legt mit dem "Johannes-Manuskript" seinen ersten Roman vor - und zieht gekonnt alle Register des Thriller-Genres.
Der Student Joshua Wagner ersteigert ein altes Tagebuch und gerät so ins Fadenkreuz international agierender Mächte, deren Ziel die Bewahrung eines Geheimnisses von enormer Tragweite ist. Wagner und seinen Freunden bleibt nur die Flucht nach vorn: Von ihren todbringenden Gegnern und der Polizei gejagt, versuchen sie, das Rätsel hinter dem Tagebuch auf eigene Faust zu lösen. Die Ereignisse spitzen sich dabei immer weiter zu und münden in einem dramatischen Finale.
Der Autor behandelt die Hintergrundthematik (an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel über das Geheimnis hinter dem Tagebuch verraten) mit der nötigen Sensibilität und Ausgewogenheit. Ausgiebige Hintergrundrecherche verleiht den fiktiven Ereignissen Glaubwürdigkeit und Tiefe. Erzählt wird in einer klaren, flüssige Sprache, die den Leser unweigerlich immer tiefer in eine Welt aus Mysterien und Rätseln hineinzieht.
"Räuber und Gendarme"-Spiel par excellenceWer "Schwarz wie die Nacht", die Sammlung böser Kurzgeschichten, von Gick kennt, wird auch bei seinem Roman nicht enttäuscht sein - am Ende ist wieder einmal alles anders.
Umso schöner, dass dieses Konzept ebenso bei dem Thriller aufgeht.
Die Odyssee der Studenten - eine Suche nach einem alten Tagebuch und zuletzt nach einem sagenumwobenen Manuskript - entwickelt sich zu einer spannenden Schnitzeljagd, bei der die Protagonisten an jeder Station Informationen erhalten, die es zu entschlüsseln gibt. Zur Freude des Lesers endet die Story in einem fulminanten Showdown.
Auch das medienübergreifende Konzept des Buches (zusätzliche, kostenlose Boni im Internet) gefällt und überzeugt auf ganzer Linie: Ein Making-Of, Infos über die Schauplätze des Romans und drei Kurzgeschichten, die weitere Einblicke in das Leben einiger Hauptfiguren gewähren. Höhepunkt ist dabei sicherlich das Audio-Hörbuch einer Geschichte im MP3-Format zum Download, vom Autor selbst gelesen.
Fazit: So können Bücher begeistern. Ich persönlich werde ein Auge auf die nächsten Veröffentlichungen von Michael Gick behalten.
Blutarm und konstruiertMichael Gicks Roman-Debüt spukte mir nun schon seit einiger Zeit im Kopf herum, nachdem ich seine Kurzgeschichtensammlung förmlich verschlungen hatte. Nun bin ich endlich dazu gekommen, das Johannes-Manuskript unter die Lupe zu nehmen - und muss sagen, dass es meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.
Was diesen Verschwörungs-Thriller ausmacht, ist ein Katz- und Mausspiel deluxe, das an ein Tischtennisturnier erinnert. Die beiden konkurrierenden Gruppen - der Student Joshua und seine Freunde sowie der Vatikan inklusive Auftragskiller - hetzen von einem Ort zum nächsten, wobei sie sich gegenseitig immer wieder um Haaresbreite verpassen. Wie bereits genannte Studenten die ausgebildeten Profis dabei an der Nase herumführen, ist unglaubwürdig bis unfreiwllig komisch.
Die Charaktere selbst sind für mich immer flach und blutarm geblieben, die Dialoge wirken stark konstruiert, und ich konnte mich beim besten Willen nicht in die Geschichte hineinversetzen. Bei einem guten Buch vergisst man schon einmal, dass man ein Buch in Händen hält - in diesem Fall wird es dem Leser jedoch ständig unter die Nase gerieben.
Während die Spannung anfangs nur vor sich hindümpelt, erlebt das Buch kurz vor Ende einen regelrechten Spannungsaufschwung. Die Ereignisse überschlagen sich, und wir erfahren endlich, was der Vatikan so krampfhaft vor der Öffentlichkeit geheim halten will. Die verschiedenen Theorien über Jesus und seine Auferstehung waren mir größtenteils unbekannt, und hier sowie an zahlreichen anderen Stellen muss ich die ausführliche Recherchearbeit des Autors lobend erwähnen. Dafür gibt es auf jeden Fall einen großen Extrastern von mir!
Alles in allem muss ich sagen, dass es Michael Gick leider nicht gelungen ist, ein ohnehin schon ungesund ausgereiztes Thema in neuem Gewand zu präsentieren. Vielleicht wird er sich für seinen nächsten Roman an einen Pfad halten, der weniger ausgetreten ist als jener, den er mit dem Johannes-Manuskript beschritten hat.