Suttner, Bertha von

Die Waffen nieder!

Die Waffen nieder!
  • Verlag: Directmedia Publishing
  • Erscheinungsdatum: 2008-05
  • Format: Broschiert
  • Umfang: 392
  • ISBN: 3866403674
  • EAN: 9783866403673
  • Amazon.de Verkaufsrang: 1.570.513
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von sonaleu fanden 21 von 21 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Frühe Moderne im Tendenzroman

Natürlich handelt es sich um einen Tendenzroman, Suttner ging es um ihr Anliegen, nicht darum, grosse Literatur zu schaffen. Dennoch kann dieses Buch auch für literaturgeschichtlich Interessierte sehr aufschlussreich sein. Insbesondere wenn man sich mit Literatur der Moderne befasst, sollte dieses Buch als ein Beispiel frühmoderner Denkweise betrachtet werden: Suttners Hauptfigur ist eine selbstständig denkende Frau, mit grosser Fortschrittsgläubigkeit, die Protagonistin - wie auch Suttner - glauben an eine ständige, geistige Höherentwicklung des Menschen, die letztlich zum Ende aller Krieg führen müsse. Fortschrittsglaube, Darwinismus, Pazifismus, die "Frauenfrage", demokratisches Bewusstsein... All diese Ideen und Theorien, die in der Moderne kontrovers diskutiert werden, finden sich schon in diesem Roman zentral diskutiert (Pazifismus) oder andeutungsweise("Frauenfrage").

Die Erzählart des Romans ist freilich recht traditionell, es wird aus der auktorialen Ich-Perspektive erzählt. Auffällig ist höchstens, dass die Autorin schon eine Art "Montagetechnik" anwendet, so werden z. B. Kriegserklärungen, Kriegsberichte, Briefe usw. in den Textzusammenhang verwoben und jeweils aus der Perspektive der Hauptfigur kommentiert und häufig in ihrer Phrasenhaftigkeit entlarvt.

Der Roman kann uns auch ein Bild seiner Zeit liefern: man erhält Einblick in die Lebensweise der österreichischen Aristokratie der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Geschichte der kriegerischen Auseinandersetzungen im damaligen Europa läuft vor den Augen des Lesers ab.

Die Germanistik hat diese Roman weitgehend ignoriert, wohl deshalb, weil er ihr - zu Recht - als literarisch unbedeutend erschien. Für eine literaturgeschichtliche Betrachtung etwa der Wiener Moderne aber scheint es mir sehr sinnvoll zu sein, diesen Roman zu lesen, da er ein anschauliches Zeitbild vermittelt.

Diese Rezension von sgwt fanden 13 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein wichtiges Zeitzeugnis und hochaktuell

Bertha von Suttner erhielt 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis. Ihr Roman "Die Waffen nieder!" von 1889 hat daran wahrscheinlich einen großen Anteil."Die Waffen nieder!" erzählt die Lebensgeschichte von Martha Gräfin Althaus in einer Zeit, die von mehreren Kriegen durchzogen war. Suttners Roman ist ein ein Tendenzbuch, wie es schon der Titel erahnen lässt - die Autorin verheimlicht dies nicht. Drastisch schildert sie die Auswirkungen von Krieg, analysiert die Gründe, nimmt die Kriegspropaganda scharfsinnig auseinander. Zugleich ist der Roman eine fast romantische Liebesgeschichte.Der Roman schwächelt zwar an einigen wenigen Stellen und manchmal ist er ein wenig kitschig. Ihre Lösungsansätze zur Abschaffung von Kriegen mögen nicht jedem einleuchtend sein, aber allein die scharfsinnigen Beobachtungen über die Gesellschaft und den Militarismus machen dieses Buch sehr lesenswert.Die Aufmachung des Buches ist hervorragend. Ein ausführlicher Anhang erklärt unbekannte Begriffe und beleuchtet Hintergründe zu historischen Ereignissen. Der Lebenslauf von Suttner ist eine gute Einführung in das Leben dieser bedeutenden Frau. Vor allem hat mich die sorgfältige Arbeitsweise des Lektorats beeindruckt, welches transparent macht, auf welcher Version des Romans diese Ausgabe beruht und wichtige Textvarianten aus späteren Auflagen dokumentiert.Ich würde dem Text an sich nur 4 Sterne geben, aber angesichts der historischen Bedeutung dieses Romans und der sorgfältigen und informativen Aufmachung dieser Ausgabe sind 5 Sterne wirklich angemessen.Das Buch ist ein guter Tip für alle, die sich für die Anfänge der deutschen und österreichischen Friedensbewegung interessieren und ein kurzweiliges Buch lesen wollen.




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