ʿAli Gumʿa (arabisch: علي جمعة, DMG ʿAlī Ǧumʿa; ägyptisch-arabisch ʿAlī Gumʿa; Nachname oft auch als Gomaa, Goma'a, Dschum'a, Jum'a; * 1952 in Beni Suef) ist der ägyptische Großmufti und Nachfolger von Nasr Farid Wasil. In der sunnitischen Hierarchie steht nur der Scheich der al-Azhar über ihm.
Er gilt als einer der renommiertesten lebenden Gelehrten des traditionellen Islams und ist Anhänger der Schafiiten. Zugleich ist er Autor und Chatib der Sultan-Hasan-Moschee in Kairo.
'Ali Gum'a ist mit Aussagen und Fatwas zum islamischen Recht (Scharia) weltweit in den Medien präsent. Er hat die Tötung von Israelis, die seiner Ansicht nach Harbis sind, für erlaubt erklärt. Memri dokumentiert seine folgende Aussage:
Er lehnt Frauen als Imame ebenso ab wie als Staatsoberhaupter islamischer Staaten. Das Schlagen der Ehefrau sei in islamischen Ländern erlaubt, im Westen dagegen verboten. Die chirurgische Rekonstruktion des Jungfernhäutchens hält er für erlaubt.
Er ist einer der wenigen führenden Muslimen, der für die Abschaffung der Beschneidung weiblicher Genitalien ist, die nach Schätzungen in Ägypten an über 90 % der Mädchen vorgenommen wird. Er sagte, die Beschneidung sei eine „Aggression“ und verstoße gegen die „Würde und Ehre der Menschen“.
Weltweites Aufsehen erregte Gum'a mit einem Hadith ("normsetzende Überlieferung") zu Körperabsonderungen Mohammeds. Danach trank Mohammeds Dienerin Umm Ayman seinen Urin, um so seinen Segen zu erhalten. Mohammed habe darauf gesagt: „Dieser Bauch wird nicht durch die Feuer der Hölle geschleift werden, denn er enthält etwas von unserem Herren, dem Boten Allahs.“ „Dieser Segen“, so Gum'a, „kann mit dem ehrwürdigen Speichel, Schweiß, Blut oder Urin des Propheten getan werden.“ Wer von den Ausscheidungen des Propheten angewidert sei, der müsse seinen Glauben widerrufen.
Gum'a ist gegen Sexualkunde-Unterricht, der Jugendliche über die Gefahren von Aids aufklärt.