Á

Áá

Der Buchstabe Á - Kleinbuchstabe á ist ein Buchstabe des lateinischen Alphabets. Er kommt unter anderem im Spanischen, Portugiesischen, im Ungarischen, Tschechischen und Slowakischen sowie in den germanischen Sprachen Altnordisch (bzw ā), Isländisch und Färöisch vor. In den germanischen Sprachen gilt er als ein gesonderter Buchstabe.

Inhaltsverzeichnis

Form und Herkunft

Von der Form her ist das Á ein A mit Akut.

Etymologisch verwandt ist in den nordgermanischen Sprachen das „schwedische Å“ und wurde ursprünglich als normales a geschrieben. Der Akzent kam hinzu, um eine Vokallänge anzuzeigen (ab ca. 1200-1250). Alternativ dazu wurde auch aa geschrieben. Später kam es zu einer Lautänderung, sodass im Isländischen und Färöischen daraus ein Diphthong wurde.

Einsortierung im Alphabet

Im Isländischen und Färöischen ist das Á der zweite Buchstabe des Alphabets und wird gesondert zwischen A und B einsortiert: a, á, b, d, ð, ...

Vor der Herausgabe des Føroysk orðabók 1998 wurde das färöische á unter a einsortiert. Daraus resultiert in Wortlisten:

  • früher: á, abbi, áðrenn, aftan, ...
  • heute: abbi, aftan, .... avstað, á, áðrenn, ...

Vorkommen

Im Spanischen

Im Spanischen wird mit á ein betontes /a/ in einer Wortsilbe bezeichnet, die nach der normalen Struktur des Wortes eigentlich nicht betont sein sollte, d. h.

  • am Wortauslaut, also in der letzten Silbe, wenn nachher kein Konsonant oder ein /n/ bzw. /s/ folgt, z. B. sofá „Sofa“, ojalá „wenn nur; hoffentlich“, pasarán „durchkommen (Futur, 3. Person Plural)“, mandáis „senden (Indikativ Präsens, 2. Person Plural)“
  • auf der vorletzten Silbe, wenn das Wort auf anderen Konsonanten als auf /n/ oder /s/ auslautet, vgl. González (Familienname)
  • auf der drittletzten Silbe, vgl. álamo „Pappel“, mácula „Flecken; Makel“, lágrima „Träne“.

Im Ungarischen

Im Ungarischen bezeichnet á ein langes /a:/ (phonetisch: [ɒː]). Beispiele: látni „sehen“, ház „Haus“, szabadság „Freiheit“. Es können auch mehrere Silben im selben Wort ein langes /a:/ aufweisen, vgl. választását „seine/ihre Wahl (Akkusativ)“.

Im Färöischen

Im Färöischen heißt der Buchstabe á [ɔa], und wird wie folgt ausgesprochen:

  • Kurz [ɔ]: átta [ˈɔtːa] (acht)
  • Lang als Diphthong [ɔa]: bátur [ˈbɔatʊɹ] (Boot)
  • Lang vor /a/ [ɔː]: Vágar [ˈvɔːaɹ]

Dabei steht es nie in kurzer unbetonter Stellung.

Weiterhin ist á ein Wort mit verschiedenen Bedeutungen:

  1. „Fluss, Bach“
  2. Präposition „auf“
  3. Interjektion „Ah!“ oder „Oh!“
  4. veraltete Vergangenheitsform von eiga („besitzen“)

Ein á am Ende von Eigennamen deutet immer einen bestimmten Fluss oder Bach an: Stórá (großer Bach), Laksá (Lachs-Bach), usw.

Im Isländischen

Im Isländischen wird das Á wie folgt ausgesprochen:

  • Kurz: [au]
  • Lang: [auː]

Das isländische Wort á hat die gleichen Bedeutungen wie im Färöischen.


Darstellung auf dem Computer

Unicode

Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode nimmt das große Á Position U+00C1 ein, das kleine á liegt auf U+00E1. Die gleiche Position hat es auch im Zeichensatz Latin-1.

Auf Windows-Tastaturen wird das Á mit der Akzent-Taste erzeugt, die zuerst gedrückt wird, und danach entweder das große oder kleine A.

  • Großbuchstabe Á: ´ Shift+A
  • Kleinbuchstabe á: ´ A

Auch das isländische und färöische Tastaturlayout sieht für die Buchstaben á, (é), í, ó, ú, ý keine eigenen Tasten vor, sodass auch dort die Eingabe wie oben beschrieben erfolgt.

HTML

In HTML kann das Á auch mit den folgenden Entitäten umschrieben werden:

  • Großbuchstabe Á: Á
  • Kleinbuchstabe á: á

TeX

In TeX wird das Á wie folgt wiedergegeben:

  • Großbuchstabe Á: \acute{A}
  • Kleinbuchstabe á: \acute{a}


Siehe auch

Wiktionary
Wiktionary: á – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
Artikel Á aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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