Hier wird die frühe Geschichte der Post in Ägypten dargestellt.
Die Posteinrichtung im Mittelalter, Ägypten war noch eine Provinz des Kalifats, war nur für den Herrscher bestimmt. Eing große Poststraße führte von Bagdad nach Syrien, an der Küste entlang über Kahirah (Kairo) nach Alexandrien, bzw. in den Westen Afrikas.
Nach Ägyptens Unabhängigkeit wurde eine eigenen Post eingerichtet. Selbst eine gut geordnete Taubenpost war in Ägypten heimisch gewesen.
Mit dem Niedergang der ägyptischen Herrschaft ging auch das Postwesen in Verfall.
Sultan Baibars I. (1260 - 1277) brachte das Postwesen zur neuer Blüte. Die Poststraßen wurden mit neuen Pferderelais besetzt. Das machte den ununterbrochenen Kurierdienst möglich. Gleichzeitig belebte er die Taubenpost neu. Die wichtigsten Poststraßen führten von Kairo, entlang des Nils, nach Oberägypten, nach Alexandria, nach Damiette der Hafenstadt am Nildelta und Richtung Osten durch Syrien und Palästina zum Euphrat. Unter den Nachfolgern des Sultans Baibars geriet das Postwesen erneut in Verfall.
Türken oder Mamelucken beherrschten Ägypten. Der Feldzug Napoleons unterbrach von 1798 bis 1801 diesen Zustand. 1808 kam Muhammed Ali, ein türkischer General, an die Macht. Er wurde unumstrittener Herrscher und gilt als einer der bedeutendsten Männer der islamischen Landesgeschichte. Diese Dynastie hatte bis 1952 Bestand.
Erst der Khedive Mohamed Ali (1811 - 1848) schuf einen, nur für die Regierung bestimmten, Postdienst. Es wurden nur Briefe befördert. Mit der Eroberung des Sudan (1821) beförderte man Briefe auf dem Kamel dorthin.
Scheich Hassan, in Kairo geboren, richtete einen Privatpostdienst ein. Über die Gebühren wurde für jeden Brief einzeln verhandelt. Bis die Regierung die Beförderung von Briefen nach Mittel- oder Oberägypten übernahm.
Ein Auslandsbriefverkehr bestand damals noch nicht. Briefe ins Ausland wurden Schiffsleuten zur Besorgung übergeben. Den ersten Tarif für Preußen gab es seit 1847 über England bzw. 1848 über Frankreich. Mit der Eröffnung des Suez-Kanals im Jahre 1869 liefen die Briefe dann über Triest oder Brindisi.
Zwischen 1836 und 1914 bestanden französischen Postanstalten in Alexandrien und Port Said. Postanstalten in Kairo und Suez wurden 1875 bzw. 1888 aufgehoben. England unterhielt von 1831 bis 1878 Postanstalten in Alexandrien und Suez. Weitere ausländische Postanstalten unterhielten Österreich (1838 - 1889, Griechenland (1859 - 1882), Italien 1866 - 1884) und Russland (1867 - 1875), jeweils in Alexandrien.
Als Anlaufstelle für diese Privatbriefe hatte der Italiener Carlo Merati in Alexandien eine Postanstalt mit dem Namen “Poste européenne” eingerichtet. Da das Unternehmen Gewinn abwarf richtete er dann auch eine Privatpost zwischen Alexandien und Kairo ein. Für die 200 km brauchte man 24 Stunden. 1854 richtete man Postanstalten in Kairo, El Atfi und Rosette, 1855, nach der Eröffnung der Eisenbahn Alexandia - Kairo, weitere in Damanhur, und Kaffr El Zayat ein. Andere Postanstalten folgten. Die Briefe wurden mit der Eisenbahn befördert. Dafür war eine Entschädigung von 780 ägyptische Pfund, etwa 20 Reichsmark, zu zahlen, ab 1862 unentgeltlich.
1864 übernahm die Regierung das Postwesen und zahlte der italienischen Familie Muzzi 950.000 Franc. Es gab 19 Postämter in Ägypten.
Die ersten Briefmarken wurden 1866 in Genua gedruckt. Dem Weltpostverein gehörte Ägypten seit seiner Gründung 1874 an. Post wurde auf dem Suez-Kanal zwischen Port Said und Ismailia befördert, auf dem Nil seit 1880. Der Landzustelldienst wurde in Ägypten am 1. Mai 1889 eingeführt. Die ägyptische Generaldirektion verlegte am 1. Juni 1931 ihren Sitz von Alexandrien nach Kairo.