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Ein Ölabscheider (Leichtflüssigkeits- bzw. Benzinabscheider) ist ein Becken, in dem Öle durch Aufschwimmen abgeschieden werden. Vor dem Ablauf befindet sich daher eine Tauchwand, unter der das ölfreie Abwasser durchtreten muss.
Das Funktionsprinzip des Ölabscheiders beruht auf dem Dichteunterschied der Ölbestandteile zum Wasser, d.h. das leichtere Öl schwimmt auf und sammelt sich auf der Wasseroberfläche. Die so im Ölabscheider separierten Leichtflüssigkeiten sammeln sich an der Wasseroberfläche und können dann entsorgt werden.
Die technischen Normen für Ölabscheider sind die EN 858-1 und EN 858-2 sowie die Deutsche Restnorm DIN 1999-100. Eine Weiterentwicklung von herkömmlichen Benzinabscheidern sind Koaleszenzabscheider. Die Wirkung dieser Anlagen beruht auf dem Prinzip der Koaleszenz, d.h. das Zusammenfließen von kleinen Ölpartikeln zu großen Öltropfen wird begünstigt. Damit können auch kleinste Öltröpfchen nach dem Schwerkraftprinzip aufschwimmen und abgetrennt werden.
Die Höchste Reinigungsleistung erzielt eine Abscheideranlage in einer sogenannten "S-B-K-P" Anlage. Eine Kombination mit einem Koaleszenzabscheider mit vorgeschaltetem Benzinabscheider.
Um das unkontrollierte Austreten von Ölen durch den Ablauf des Abscheiders (Bei Erreichen einer zu großen Menge abgeschiedenen Öles) zu verhindern, ist es erforderlich, dass ein Schwimmer im Abscheider vor Erreichen dieser bestimmten Menge abgeschiedenem Öl mechanisch den Ablauf des Abscheiders verschließt.Dieser Automatismus wird als selbsttätiger Abschluss bezeichnet. Der Schwimmer ist auf die Dichte der zu erwartenden Leichtflüssigkeiten (z.B. 0,85 g/cm³) tariert. Ältere Benzinabscheider ohne diese Einrichtung sind heute nicht mehr zulässig.
Ölabscheider sind bei allen Flächen, wo wassergefährdende Stoffe in Form von Ölen anfallen, wie z.B. Tankstellen usw. erforderlich um mineralische Öle abzuscheiden. Ölabscheider müssen alle 5 Jahre durch einen zugelassenen Sachverständigen auf Ihre Dichtigkeit und Funktion überprüft werden.
Spezielle, meist mobile Ölabscheider finden Verwendung bei der Sanierung von z.B. Mineralölunfällen (hydraulische Sanierung).
Die ersten Ölabscheider waren kleine Gußtöpfe, die in die Entwässerung eingebunden wurden. Einzelne finden sich noch heute, z.B. an alten stillgelegten oder umgenutzten Tankstellen.
Später baute man einen Schlammfang als Betonschacht davor. Daraus hat sich dann die Bauform aus Stahlbeton in einem Schachtbauwerk mit einer Beschichtung und Innenbauteilen entwickelt. Diese Bauform hat sich bis in die heutige Zeit bewährt. Neuere Versuche, Abscheideranlagen auch aus Plastik herzustellen, sind noch nicht ausgereift.
Eine Sonderform der Ölabscheider sind die so genannten ÖlSkimmer. Diese entfernen aufschwemmende Öle und Fett von Flüssigkeitsoberflächen mittel eines Mitnehmers. Dieser sammelt das Öl oder Fett von der Oberfläche und wird durch Abstreifer im Gerät gereinigt. Das entfernte Öl / Fett wird dann in einem separaten Behälter gesammelt.