Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Österreich und die führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung mit Sitz in Wien. Sie wurde verhältnismäßig spät nach dem Vorbild der typischen frühneuzeitlichen Gelehrtengesellschaften, wie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Académie des sciences oder der Royal Society, gegründet.
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Die ÖAW wurde am 14. Mai 1847 von Kaiser Ferdinand I. als "Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien" gegründet.
Ihren Sitz hat die Akademie in der 1755 von Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey erbauten ehemaligen Aula der Universität Wien, die auch über einen berühmten Festsaal mit Fresken von Gregorio Guglielmi und einen Theologiesaal mit Maulbertsch-Fresken verfügt.
Die ÖAW ist juristische Person des öffentlichen Rechts unter besonderem Schutz des Bundes mit der Zielsetzung, die Wissenschaft auf allen Gebieten, besonders im Bereich der Grundlagenforschung, in jeder Hinsicht zu fördern.
Das Phonogramm-Archiv der Akademie hat früh (1899) begonnen, Dichterstimmen mittels der Schallaufzeichnung zu dokumentieren. Die frühsten in der Schallaufnahme erhaltenen deutschsprachigen Dichterstimmen stammen aus diesem Archiv. 1944 wurde außerdem eine Kommission für Musikforschung eingesetzt.
Zur Akademie gehört das Institut für Kulturgeschichte der Antike, das aus der Forschungsstelle für Archäologie hervorgegangen ist. Im Focus der Forschung steht die Auseinandersetzung mit kulturhistorischen Fragestellungen innerhalb der Archäologie. Insbesondere geht es um die Auswertung und Publikation von zusammenhängenden archäologischen Befunden und Grabungsergebnissen bedeutender archäologischer Unternehmen im In- und Ausland. Hier sind in erster Linie die Forschungen zu Ephesos und Carnuntum zu nennen. Institutsdirektor ist derzeit Univ.-Prof. Dr. h. c. Friedrich Krinzinger.
2004 wurde die nach Dr. Hannes Androsch benannte "Hannes Androsch Stiftung bei der ÖAW" gegründet. Zweck der Stiftung ist es, im Zusammenwirken mit der ÖAW wissenschaftliche Arbeiten zu den Themenschwerpunkten Arbeit und Festigung des sozialen Ausgleichs und Friedens zu fördern. Darüber hinaus vergibt die Stiftung seit 2007 den "Hannes-Androsch-Preis".
Präsident der Akademie (bis 2006) war Univ.-Prof. Dr. Herbert Mang; zu seinem Nachfolger für die Funktionsperiode von 2006 bis 2009 wurde Univ.-Prof. Dr. Peter Schuster gewählt.
Das Präsidium der ÖAW besteht seit 1. Oktober 2006 aus:
Im immer noch stark dem Proporz verhafteten Österreich steht die ÖAW traditionell der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) nahe. Das stärker unter dem Einfluss der Sozialdemokratie (SPÖ) stehende Pendant ist die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, die jedoch aus nur lose verbundenen Instituten besteht und dadurch keinen gemeinsamen Akademiekorpus bildet.
Wünschenswert wäre eine konsequente Entpolitisierung in Besetzung und Orientierung. In jüngster Zeit wurden Maßnahmen für eine Verjüngung der ÖAW eingeleitet (vgl. etwa die Junge Akademie in Deutschland). Ein weiterer häufig geäußerter Kritikpunkt ist die gravierende Unterrepräsentanz von Frauen.
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