| Łódź | |||
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| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Staat: | Polen | ||
| Woiwodschaft: | Łódź | ||
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | ||
| Fläche: | 294,4 km² | ||
| Geographische Lage: | 51° 45' N, 19° 28' O | ||
| Höhe: | 162 – 278 m n.p.m | ||
| Einwohner: | 760.251 (31. Dez. 2006) | ||
| Postleitzahl: | 90-001 bis 94-201 | ||
| Telefonvorwahl: | (+48) 42 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | EL |
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| Wirtschaft & Verkehr | |||
| Zweige: | Textilindustrie | ||
| Straße: | E67 Tallinn–Prag E75 Helsinki–Athen |
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| Nächster int. Flughafen: | Łódź-Lublinek | ||
| Verwaltung (Stand: 2007) | |||
| Stadtpräsident: | Jerzy Kropiwnicki | ||
| Adresse: | ul. Piotrkowska 104 90-926 Łódź |
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| Webpräsenz: | www.uml.lodz.pl | ||
Łódź ['wuʨ] ( anhören ?/i) (dt.: Lodz, auch Lodsch, 1940–1945: Litzmannstadt) ist die zweitgrößte Stadt Polens und gleichzeitig die Hauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirks. Sie liegt im Zentrum des Landes – rund 120 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Warschau – und bildet den polnischen Mittelpunkt im Bereich der Textilindustrie, des Weiteren in der Unterhaltungs- und Elektronikbranche. Die Stadt ist Sitz einer Universität und einer Filmhochschule.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt fällt von Nordosten nach Südwesten leicht ab. Die Stadt liegt dabei auf einer Höhe von 162 m, beim Tal Neur und steigt von Südwesten nach Nordosten leich an. Der höchste Punkt liegt auf 278 m n.p.m. beim ehemaligen Dorf Stare Moskule.
Durch Łódź fließen 18 Flüsse bzw. Bäche: Ner, Łódka und sein Zufluss Bałutka, Dobrzynka, Gadka, Jasień und sein Zufluss Karolewka, Olechówka und sein Zufluss Augustówka, Jasieniec, Bzury, Łagiewniczanka, Sokołówka und sein Zufluss Brzoza, Aniołówka, Wrząca Woda, Zimna Woda und Miazga. Die Gewässer sind alle nicht groß und fließen im Stadtzentrum im Allgemeinen unterirdisch durch die Kanalisation. Insgesamt sind 1,29 km² der Stadtfläche von Wasserflächen bedeckt.
Die Stadt besteht aus fünf Stadtteilen; Bałuty, Górna, Polesie, Śródmieście und Widzew, welche zugleich die kleinsten Verwaltungseinheiten darstellen und sich wiederum aus 35 kleineren Siedlungen zusammensetzen. Die Stadtteile werden durch einen Rat (rada osiedla) und den Vorstand (zarząd osiedla) gebildet. Der Rat wird alle drei Jahre gewählt.
| Stadtteil | Fläche[1] | Bevölkerung[2] | |
|---|---|---|---|
| km2 | % | ||
| Bałuty | 78,9 | 26,8 | 220.182 |
| Górna | 71,9 | 24,4 | 179.958 |
| Polesie | 46,0 | 15,6 | 148.563 |
| Śródmieście | 6,8 | 2,3 | 79.471 |
| Widzew | 90,8 | 30,9 | 139.454 |
| Summe | 294,4 | 100,0 | 767.628 |
An die Stadt grenzen die Städte und Gemeinden: Aleksandrów Łódzki, Konstantynów Łódzki, Andrespol, Brójce, Nowosolna, Pabianice, Rzgów, Stryków und Zgierz.
Łódź liegt in der gemäßigten Klimazone, in der Übergangszone vom durch den Atlantischen Ozean beeinflussten maritimen Klima zum Kontinentalklima. Die kältesten Monate sind der Januar und Februar mit durchschnittlichen Temperaturen von −3° C bis −12° C, der wärmste Monat ist im Allgemeinen der Juli mit durchschnittlichen Temperaturen von 17,5°C bis 21°C. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 8,4° C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 550 und 600 mm.[3]
Für die ausführliche Geschichte siehe Geschichte der Stadt Łódź
Seinen Ursprung hatte Łódź als kleine Siedlung an einem Fluss namens Łódka. Dieser Fluss verläuft heute unterhalb der Stadt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als Łodzia 1332. 1423 wurde durch Wladyslaw II. Jagiello das Stadtrecht nach Magdeburger Recht verliehen. Ab 1815 (Wiener Kongress) gehörte die Stadt zu Russland und kam 1918 zum wiederhergestellten Polen. Im 17. Jahrhundert erlebte die Entwicklung des Ortes eine gewisse Stagnation, die durch einen Brand 1661 und den Ausbruch der Pest noch weiter verstärkt wurde. Mit dem Bau der katholischen St.-Joseph-Kirche 1665 erhielt die Stadt 1665 ihren ersten Sakralbau. Mit der zweiten Teilung Polens 1793 wurde die Stadt Teil Preußens. Um 1800 lebten nur 190 Menschen hier. Nach dem Frieden von Tilsit 1807 wurde der Ort Teil des Herzogtums Warschau und 1815 in Kongresspolen integriert. Dies und die nachfolgenden Veränderungen legten für Łódź den Grundstein für seinen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Süden des Ortes wurden Baugebiete angelegt. Dort siedelten 1823 die ersten deutschen Tuchmacher, die zumeist ursprünglich aus der preußischen Provinz Posen stammten.
Im Zuge der weiteren Industrialisierung wurde Łódź der wichtigste Standort der Textilindustrie in Kongresspolen. Die Stadt galt allgemein als Manchester Polens. Die Einwohnerzahl stieg von unter 1.000 auf mehrere Hunderttausend. Die erste Textilfabrik wurde durch Christian Friedrich Wendisch 1826 fertiggestellt. Mit der Tuchmacherinnung wurde 1825 die erste Innung des Ortes gegründet. Durch den Novemberaufstand 1830/31 wurde der Aufschwung Łódźs gebremst. Nach den Kämpfen ging der Aufschwung allerdings weiter und so errichtete Louis Geyer 1836 eine Textilfabrik, die sogenannte Weiße Fabrik. 1848 wurde erstmals Juden erlaubt, sich in der neu errichteten Fabrikstadt niederzulassen. 1854 nahm Carl Scheibler seine erste Maschinenfabrik in Betrieb und ein Jahr später errichtete er eine moderne Spinnerei hier. Am 20. April 1861 kam es zu einem kleinen Weberaufstand, bei dem einige Fabriken beschädigt wurden. 1865 erhielt die Stadt den wirtschaftlich wichtigen Anschluss an das Schienennetz. Eine freiwillige Feuerwehr bildete sich 1876. Mit dem Bau der ersten Synagoge Łódźs wurde 1882 begonnen. Zwei Jahre später wurde die russisch-orthodoxe Alexander-Newskij-Kathedrale eingeweiht. 1892 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen der Einwohner gegen die russischen Militärs, wobei am 23. Juni 164 Menschen starben. Der heute größte jüdische Friedhof Europas wurde im selben Jahr auf einer von Izrael Poznański gestifteten Fläche angelegt. 1897 lebten 314.000 Menschen in Łódź, 40% davon waren Deutsche. 1899 wurde Polens erstes Kino, das Iluzjon, gegründet. 1904 gab es 546 Fabriken in der Stadt, welche 70.000 Arbeiter beschäftigten, in großer Mehrheit waren diese in der Textilindustrie beschäftigt. Während des Ersten Weltkrieges wurde von den Deutschen versucht, die Stadt einzunehmen, und es kam zur Schlacht um Łódź, in welcher Russland siegte, aber trotz allem die Stadt verlassen musste und daher am 6. Dezember 1914 die Deutschen einrückten. Dies bedeutete für die Stadt einen schweren wirtschaftlichen Schlag. Zum einen brach der wichtige russische Markt weg, zum anderen demontierten die Besatzer große Teile der Fabriken ungeachtet dessen, dass die Fabriken oft Deutschen gehörten. Nach Ende des Weltkrieges 1918, jetzt war Łódź Teil des wieder hergestellten Polen, begann der mühevolle Aufbau der Industrie. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges traf die Stadt auf seinem wirtschaftlichen Nachkriegshoch. Am 9. September 1939 marschierte die Wehrmacht kampflos ein. Nach dem Polenfeldzug im September 1939 entstand im Verband des Deutschen Reiches der neue Reichsgau Posen, später Wartheland. In diesen wurde am 9. November 1939 das Industriegebiet um Łódź eingegliedert. Die Stadt selbst bildete einen deutschen Stadtkreis im Regierungsbezirk Kalisch und führte die Bezeichnung Lodsch. Die Deutschen der Stadt hatten zuvor in der Schriftsprache stets Lodz verwendet. Der Regierungspräsident in Kalisch verlegte seinen Sitz zum 1. April 1940 nach Lodsch. Zum gleichen Zeitpunkt traten umfangreiche Eingemeindungen in Kraft. Die Stadt Ruda Pabjanicka und die umliegenden Landgemeinden Bruss, Chojny und Radogoszcz, die bereits seit dem 1. Januar 1940 vorläufig unter die Verwaltung des Oberbürgermeisters in Lodsch gestellt waren, wurden nunmehr auch formell nach Lodsch eingegliedert. Am 8. Februar 1940 wurde das Ghetto Łódź, eines der größten des gesamten Dritten Reiches errichtet. Die dort eingesperrten Juden wurden zu Zwangsarbeit gezwungen und später zum größten Teil deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Nur etwa 900 Menschen wurden beim Einmarsch der Roten Armee noch lebend gefunden. Teil des Ghettos war auch ein Jugendkonzentrationslager, in welchem Kinder zum Teil ab zwei Jahren eingesperrt waren. Mindestens 500 Kinder starben hier. Am 11. April 1940 wurde diese Stadt zu Ehren des deutschen Generals Karl Litzmann (1850–1936), dessen 3. Garde-Infanterie-Division in der Kesselschlacht bei Łódź im ersten Winter des Ersten Weltkriegs siegreich gekämpft hatte, in Litzmannstadt umbenannt. Zum 15. Februar 1941 änderte sich auch die Bezeichnung des Regierungsbezirkes Kalisch in Litzmannstadt. Am 19. Januar 1945 erreichten sowjetischen Truppen die Stadt. Durch die vergleichsweise intakte Wirtschaftsstruktur der Stadt und der Zerstörung Warschaus wurde die Stadt, jetzt wieder in Łódź umbenannt, zu einer der wichtigsten Städte im Polen der Nachkriegszeit. Bis 1948 hatte sie auch vorübergehend den Status der Hauptstadt Polens. Gleichfalls 1948 wurde die berühmte Filmhochschule Łódź gegründet, welche später Absolventen wie Roman Polański und Andrzej Wajda hervorbrachte. Prof. Dr. Jan Moll nahm im Krankenhaus der Stadt 1969 die erste Herztransplantation Polens vor. Eine Reform der Verwaltungsstrukturen in Polen verkleinerte die Fläche der Wojewodschaft Łódź 1975 auf 1.500 km², ein Zehntel der bisherigen Fläche. Eine neue Verwaltungsreform brachte 1999 eine Verkleinerung der Anzahl der Wojewodschaften auf 16 und damit eine Vergrößerung des Gebietes der Wojewodschaft Łódź auf 18.219 km². 2002 eröffnete mit der Galeria Łódzka eine modernes Einkaufszentrum unweit des bisherigen Central.
Łódź hat in den Jahren nach 1989 viel von seinem einstigen Ruhm verloren. Es herrscht eine große Arbeitslosigkeit und manche der einstigen Prachtbauten zerfallen von innen wie von außen. In den letzten Jahren hat die Stadt einen Imagewandel durchgemacht: Fabrikgebäude sind zu Großraumdiskotheken umfunktioniert worden und jährlich findet die Parada Wolności (vergleichbar der Love Parade) auf dem längsten Boulevard Europas statt, der Piotrkowska-Straße. Auf eben diesem soll es laut offiziellen Angaben auch die höchste Dichte an Bars und Klubs in Europa geben, welche sich oft in kleinen Hinterhöfen versteckt halten. Ebenso versuchen die Stadtverwaltung wie auch viele kleine Organisationen, das Flair der einst multikulturellen Stadt wieder aufleben zu lassen. Um an das einst friedliche Zusammenleben von Juden, Russen, Polen und Deutschen zu erinnern, findet jedes Jahr das Festival der vier Kulturen statt.
Die Abstammung des Namens ist umstritten. Frühere Annahmen, der Name der Stadt käme von dem kleinen Fluss Łódka, was abgeleitet Boot bedeutet, sind nicht gesichert. Auch möglich ist, dass es sich von dem slawischen Namen Włodzisław ableitet oder vom altpolnischen Begriff łozina für Weiden.
1790 lebten in Łódź nur 190 Menschen. Fünfzig Jahre später waren es 20.150 und noch mal etwa fünfzig Jahre später, 1894, waren es 168.513. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren 672.000 Einwohner in Łódź und 1945 nach dem Ende des Krieges 302.000 Menschen in der Stadt. Die größte Bevölkerungszahl wurde 1990 mit 852.000 Einwohnern erreicht[4].
Am 31. Dezember 2004 hatte die Stadt 774.000 Einwohner. Davon waren 421.000 Frauen und 353.000 Männer. Das natürliche Bevölkerungswachstum beträgt −0,58% durch Migration wird die Verringerung der Einwohnerzahl auf −0,15 abgeschwächt.
Die Stadt bildet einen Stadtkreis. Die Exekutive wird von einem Bürgermeister (prezydent miasta), seit 2002 Jerzy Kropiwnicki, gebildet, welcher von vier Vizepräsidenten unterstützt wird. Die Legislative liegt beim Rat der Stadt (rada miasta), welcher 2002 bis 2006 aus 43 Mitgliedern bestand. Kommunalwahlen finden alle vier Jahre statt, das letzte Mal 2006.
Das Wappen stellt ein goldenes hölzernes Boot mit einem Ruder auf roten Hintergrund dar. Aus heraldischer Sicht kann es ein Beispiel für ein sogenanntes sprechendes Wappen sein, da es genau den Stadtnamen bildlich wiedergibt. Allerdings ist hier die Problematik der ungesichtern Namensherkunft zu beachten. Die erste nachweisbare Darstellung eines Wappens, welches dem heutigen gleicht, stammt von einem Stadtsiegel von 1535. Nach Schätzungen war dieses aber bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts in Gebrauch. Das Wappen wurde fast unverändert bis 1817 weiter geführt. Später gab es zahlreiche Abwandlungen bzw. Vorschläge für Änderungen des Wappens, unter anderem um sie dem russischen Wappenmuster anzupassen. Vorschläge, die für die Stadt zentrale Textilindustrie in das Wappen zu integrieren, gab es vielfältige, allerdings wurde keiner von ihnen realisiert. Das heutige Wappen ist seit dem 5. Juni 1936 Wappen der Stadt. Unterbrochen wurde die Nutzung nur während der Besatzung während des Zweiten Weltkrieges durch die Deutschen. Dabei wurde 1941 ein goldenes Hakenkreuz auf dunkelblauem Hintergrund das Wappen der Stadt. Mit Ende der Besetzung wurde das Wappen von 1536 wieder Wappen der Stadt.[5]
Łódź unterhält Städtepartnerschaften mit[6]:
Łódź hat eine vielfältige Kulturlandschaft. Neben den verschiedenen Theatern, Kinos, Museen, Galerien ist die Filmhochschule einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das kulturelle Leben der Stadt. In der Stadt werden die meisten Filme Polens produziert, weshalb sie gelegentlich HollyŁódź genannt wird. Die Spielfilmproduktionsfirma von Łódź, die inzwischen Insolvenz angemeldet hat, produzierte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die meisten Spielfilme Polens. Die Bildungsfilmproduktionsfirma produziert Dokumentar- und Schulfilme. Der Film Usłyszcie mój krzyk, der dort von Maciej Drygas produziert wurde, erhielt 1991 den Europäischen Filmpreis für den Dokumentarfilm des Jahres. Das Studio Se-ma-for ist für Animationsfilme bekannt und produziert unter anderem die Kinderserien Miś Uszatek, Colargol, Zaczarowany ołówek und Kot Filemon. Zbigniew Rybczyński produzierte in dem Studio seinen Film Tango, welcher 1982 einen Oscar erhielt.
Łódź hat eine vielfältige Theaterlandschaft mit über 20 Bühnen.
Das Teatr Wielki (Großes Theater) hat Platz für 1.300 Zuschauer und ist eines der größten Europas. Seit der Eröffnung am 19. Januar 1967 fanden hier schon etwa 240 Premieren statt, zahlreiche davon Uraufführungen. Berühmte Sänger wie Victoria de los Angeles, Fedora Barbieri, Andrea Bocelli und Nicolai Gedda, Dirigenten wie Henryk Czyż, Antoni Wicherek und Wojciech Michniewski waren schon Gäste des Hauses. Auch international bekannte Regisseure wie Adam Hanuszkiewicz und Maciej Prus wirkten bereits im Teatr Wielki in Łódź.[7]
Das Museum für Kinematografie am Plac Zwycięstwa Nr. 1 befindet sich in einem ehemaligen Palast von Scheibler. Im Museum befinden sich verschiedene historische Fotoapparate, unterschiedliche historische Bildbetrachtungs- und -vorführapparate, Filmposter vor allem von polnischen Filmen, zum Teil aus den 1920er und 1930er Jahren. Das Museum eröffnete 1986.
Das Zentrale Textilmuseum (Centralne Muzeum Włókiennictwa) befindet sich in der Piotrkowska Nr. 282 in der sogenannten Weißen Fabrik von Ludwig Geyer. Es enthält alle Aspekte der Textilproduktion bis zu den Produkten. Die Ausstellungsfläche umfasst etwa 5.000 m². Das Museum ist in mehrere Abteilungen unterteilt; für Wandteppiche, industrielle Textilien, Volkstextilien, Mode, Technik, Ausstellungsorganisation, Bücherei und Archiv und den Bildungsbereich. Letzterer hat die Aufgabe, vor allem Kindern und Jugendlichen die Entwicklung der Textilindustrie insbesondere in Łódź näherzubringen. Die Anfänge des Museums liegen im Jahr 1952, als Krystyna Kondratiukowa eine Sammlung im Kunstmuseum begann. Auf Grund der schnell anwachsenden Größe wurde es 1960 als eigenständiges „Museum der Textilgeschichte“ und 1975 als Zentrales Textilmuseum geführt mit Kondratiukowa als Direktorin.[8]
Das Museum für Archäologie und Ethnografie befindet sich am Plac Wolności Nr. 14 und verfügt über etwa 218.000 Exponate. Die Sammlung begann bereits mit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens 1918. Allerdings zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Dach eines allumfassenden Stadtmuseums. Durch die ständige Ausweitung der Sammlung wurde am 1. Januar 1931 das Museum für Ethnografie gegründet und erster Direktor wurde Jan Manugiewicz. 1932 bis 1934 gab das Museum die Wiadomości Ludoznawcze (Volkskundliche Nachrichten) heraus. Auch vergrößerten Exponate aus Afrika, Asien sowie Südamerika die Sammlung, welche bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1.460 Teile umfasste, weiterhin gab es durch die Sammlung in unterschiedlichen Städten 9.600 weitere Exponate. Nach Ende des Krieges waren die Exponate zum Teil im Museum für Ethnografie und zum anderen im Prähistorischen Museum untergebracht. Ab dem 1. Januar 1956 wurden dann beide Sammlungen in einem Museum zusammengeführt.[9]
Das historische Museum der Stadt befindet sich in der Ogrodowa-Straße Nr. 15, dem ehemaligen Palast der Poznańskis. Es zeigt die Geschichte der Stadt in verschiedenen Dauerausstellungen, welche durch weitere befristete Ausstellungen ergänzt werden. Dauerausstellungen zeigen unter anderem das Zusammenleben der drei Kulturkreise Juden, Polen und Deutschen, das Leben Izrael Poznańskis und das Schaffen der Künstler der Stadt. Das Museum für Sport und Touristik ist eine Zweigstelle des historischen Museums und befindet sich in der Ks.-Skorupka-Str. 21. Das Museum wurde 1982 eröffnet und enthält Sammlungen von olympischen Medaillen, Abzeichen, Pokalen. Die Dauerausstellung des Museums ist die Geschichte des Sport und des Tourismus in Łódź.[10]
Das Kunstmuseum befindet sich in der in Więckowski-Str. 36. Es beinhaltet Sammlungen moderner Kunst, polnischer Kunst vom 17. bis 19. Jahrhundert und Handarbeiten. Die moderne Kunst stellt dabei den wichtigsten und wertvollsten Teil dar, welcher bereits seit 1929 gesammelt wurde und heute aus über 10.000 Exponaten besteht. Die erste öffentliche Ausstellung war am 15. Februar 1931 und bestand damals aus 111 Kunstwerken.
Die Residenz Księży Młyn (dt. Mühle Pfaffendorf) befindet sich in der Przędzalniana-Straße 72, dem ehemaligen Palast Eduard Herbsts, und gehört zum Kunstmuseum. Das Museum besteht aus dem Wohnhaus, einem Wintergarten und kleineren Gebäuden, in welchen das Leben der ehemaligen Fabrikbesitzer gezeigt wird. Zu sehen sind unter anderem der Ball-, Essens- und Gästeraum, das Ankleide- sowie das Jagdzimmer. Das Gebäude wurde 1875 im Stil der Neorenaissance errichtet. Das Kunstmuseum erhielt 1976 das Gelände, es konnte allerdings erst 1990 nach Renovierung als Museum eröffnet werden. Im selben Jahr wurde die Residenz durch die Europa-Nostra-Vereinigung für Kulturgüter ausgezeichnet.[11]
Das Museum des Unabhängigkeitskampfes (Muzeum Tradycji Niepodległościowych) liegt in der Gdańska-Str. 13 sowie in der Zgierska-Str. 147, widmet sich dem Widerstandskampf der Polen und besitzt etwa 45.000 Exponate. Als Dauerausstellung wird die Geschichte des politischen Gefängnisses Łodzinskaja Tiurma, welches 1885 eröffnet und 1954 geschlossen wurde, beleuchtet. Die zweite Dauerausstellung zeigt den Widerstandskampf der Polen während des Zweiten Weltkrieges. Weitere befristete Ausstellungen beleuchten bestimmte Zeitepochen genauer. Eröffnet wurde das Museum 1958.[12]
Das Museum für künstlerische Bücher (Muzeum Książki Artystycznej) befindet sich in der Tymieniecki-Str. 24. In dem Museum gibt es eine Dauerausstellung von Büchern der Correspondance des Arts Künstler. Diese Künstler veröffentlichten 1980 die ersten Bücher und eröffneten am 1. Oktober 1993 dann das Museum in der Villa von Henryk Grohmann. Errichtet wurde die Villa 1892 nach Plänen von Majewski im Stil der Renaissance. Im Moment ist das Museum auf Grund mangelnder Unterstützung durch die Stadt und entsprechenden finanziellen Problemen von der Schließung bedroht.[13]
Der Gesamtpolnische Violinenwettbewerb Irena Dubiska wurde 2003 erstmalig durchgeführt. Gründer des Wettbewerbs war Przemysław Kulikiewicz. Musik wird von Klassik bis zur Gegenwart gespielt. Der Wettbewerb fand 2003 und 2004 statt, der nächste ist für 2006 geplant.
Das Akademische Kulturzentrum (Akademicki Ośrodek Kultury) organisiert Jazzkonzerte, sowohl von professionellen Musikern als auch von Studenten.
Das Kulturzentrum der Jugend (Centrum Kultury Młodych) bietet die Möglichkeit, das Spielen auf Instrumenten zu erlernen. Zugleich wird auch viel Wert auf eine umfassende Musikausbildung gelegt, also sowohl auf historische Kenntnisse als auch auf die Diktion beim Gesang.
Das Kulturzentrum „Karolew“ konzentriert sich besonders auf die Musikausbildung von Kindern zwischen 6 und 15 Jahren.
Die „Artur-Rubinstein-Philharmonie“ (Filharmonia Łódzka im. Artura Rubinsteina) wurde bereits 1915 gegründet und erhielt 1984 ihren heutigen Namen. Seit dem 10. Dezember 2004 befindet sich die Philharmonie in einem modernen Gebäude in der Narutowicza-Straße. Seit 1969 verfügt die Philharmonie neben ihrem Orchester über einen 60 Mann starken Chor. Das Orchester und der Chor traten schon in fast allen europäischen Ländern, den USA und dem Fernen Osten auf und sind auch öfter für die Produktionen der Filmhochschule Łódź aktiv.
Bałucki Ośrodek Kultury
Für ausführliche Informationen siehe Parks in Łódź
Die Stadt verfügt über 23,78 km² Waldfläche. Die ältesten Parks sind der Piłsudski-, der Poniatowski-, der Źródliska-, der Mickiewicz-Park sowie der Park des 3. Mai. Der jüngste ist der Park Ocalałych, welcher 2004 zum 60. Jahrestag der Auflösung des Ghetto Litzmannstadt eingeweiht wurde.
233 Sportvereine, in denen man etwa 60 Sportarten betreiben kann, sind in Łódź aktiv. Am bekanntesten sind die Fußballklubs Łódzki Klub Sportowy und Widzew Łódź, welche beide in der ersten Liga spielen. Auch der Leichtathletikverein Rudzki KS Łódź und der Verein Społem Łódź, bei welchem Radsport und Bogenschießen betrieben werden kann, sind sehr bekannt. Letzterer gehört zu den wichtigsten Radsportvereinen Polens. Der Jugendsportklub Trójka ist im Jugendsport sehr erfolgreich und seine Mitglieder konnten schon vielfältige Medaillen in nationalen Wettbewerben erringen.
In Łódź gibt es eine Vielzahl von regelmäßigen Veranstaltungen für Theater-, Film- und Musikliebhaber. Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem:
1997 wurde in der Wojewodschaft Łódź eine Sonderwirtschaftszone (Łódzka Specjalna Strefa Ekonomiczna) mit einer Gesamtfläche von 383,45 ha[14] eingerichtet, zu welcher auch neun Bereich im Süden der Stadt Łódź mit 96,01 ha gehören[15]. Investoren erhalten bis 2017 spezielle Konditionen für ihre Investments und können Subventionen erhalten[16]. Das flächenmäßig größte Gebiet ist dabei der Komplex Nowy Józefów-Srebna mit 41,87 ha. In dem Gebiet befindet sich der Flughafen und unter anderem ist Gillette Poland International hier angesiedelt[17]. Zweitgrößter Bereich ist Komplex Centrum mit 13,1 ha[18] im Zentrum der Stadt.
Die Stadt Łódź wurde durch Standard & Poor's am 28. Oktober 2005 bewertet. Dabei wurde für die Vergabe von langfristigen Fremdwährungsanleihen die Note BBB- (investitionswürdig) vergeben. Die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung wurde von stabil auf positiv angehoben. Am 28. August 2006 erfolgte ein erneutes Rating, dabei wurde die Note auf BBB angehoben mit der Prognose stabil[19].
Zu den großen Konzernen, welche in der Stadt investiert haben, gehören General Electric, Bosch Siemens Hausgeräte, Philips und Coca-Cola.
Im 1. Quartal 2005 gab es 275.900 arbeitende Menschen, 59.100 Menschen waren als arbeitslos registriert[20]. Das durchschnittliche Bruttogehalt in Unternehmen lag 2004 bei 2.132 PLN, das ist 27% unter dem Durchschnitt anderer polnischer Großstädte, in der vararbeitenden Industrie lag es sogar 40% darunter[21]. Der Mindestlohn beträgt, wie in ganz Polen, 860 PLN[22].
Die Stadt verfügt über einen international Flughafen, den Flughafen Łódź-Lublinek, welcher sich 10 km vom Stadtzentrum entfernt befindet.
Łódź befindet sich abseits der polnischen Eisenbahnhauptstrecken. Die beiden wichtigsten Bahnhöfe sind der Kopfbahnhof Łódź Fabryczna, Beginn der Eisenbahnstichstrecke über Łódź Widzew nach Warschau, die im Stundentakt bedient wird, und der Durchgangsbahnhof Łódź-Kaliska, von dem Züge in Nord-Süd-Richtung (über Kutno nach Bydgoszcz und Posen sowie über Częstochowa nach Katowice und Krakau) und Richtung Westen (über Kalisz nach Breslau) abgehen. Weiterhin gibt es im Südwesten der Stadt einen modernen Güterbahnhof. Der Bahnhof hat eine Lagerkapazität von 53.000 m² und es können täglich etwa 2.000 Wagons abgefertigt werden[23].
Im Personeneisenbahnverkehr gibt es Planungen, eine zentrale Hochgeschwindigkeitsstrecke von Warschau über Łódź zu bauen, die sich westlich von Łódź gabeln und nach Posen und Wroclaw führen soll (Projekt Y) und mit der Łódź alt zweitgrößte Stadt Polens in ihrer zentralen Lage auch eine zentrale Position im Eisenbahnnetz hätte.
Die Stadt hat direkten Anschluss an die Europastraßen E 67 von Tallinn nach Prag und E 75 von Vardø nach Athen. Bei Łódź entsteht in den nächsten Jahren ein Autobahnkreuz zwischen der wichtigsten Nord-Süd-Autobahn A1 von Danzig und Katowice nach Tschechien und der wichtigsten Ost-West-Verbindung A2 von Frankfurt (Oder) über Warschau nach Minsk.
Täglich erreichen auch viele im internationalen Linienverkehr fahrende Busse die Stadt. Diese halten im Allgemeinen am Bahnhof Dworzec Centralny (Zentralbahnhof) direkt vor dem Bahnhof Fabryczna. Ein zweiter Busbahnhof ist der Dworzec Autobusowy Północny (Busbahnhof Nord).
Die Stadt verfügt über 15 Straßenbahnlinien und 66 ebenfalls von der MPK (Miejskie Przedsiębiorstwo Komunikacyjne) betriebene Buslinien. Hinzu kommen weitere Straßenbahnlinien, welche von anderen Betreibern stammen (unter anderen Linien 41, 43, 43BIS, 45, 46), und Buslinien, welche zum Teil kostenlos sind, da sie von Einkaufszentren finanziert werden. Die Straßenbahnen sind teilweise moderne Cityrunner-Niederflurstraßenbahnen, aber auch alte Modelle wie 805N sind anzutreffen.
Das Straßen- und Schienennetz bedeckt insgesamt 11,8% der Stadtfläche was 34,44 km² entspricht[24]. Die Piotrkowska-Straße ist die größte Einkaufsstraße und nur Taxis und Lieferfahrzeuge dürfen auf ihr fahren. Für Fußgänger gibt es die Möglichkeit, Fahrradrikschas zu nutzen.
Die Wirtschaft Łódźs ist auf Grund der Vergangenheit vor allem auf die Textilindustrie ausgelegt. Zu den größten Unternehmen in diesem Zweig gehören Lenora, Wólczanka, WI-MA und das Instytut Włókiennictwa. Aber auch andere Wirtschaftszweige sowie internationale sind vorhanden. Zu den großen Investoren in der Stadt gehören Konzerne wie The Gillette Company, die Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Philips, Indesit, Rossmann und andere. Wichtige Wirtschaftsmessen sind die Telekommunikationsmesse Intertelekom, die Zentraleuropäische Dentalmesse CEDE und die Messe des Baugewerbes INTERBUD.
Łódź verfügt über eine Lokalausgabe der zwei größten Tageszeitungen Polens, der „Gazeta Wyborcza“ und „Rzeczpospolita“ sowie der Zeitungen „Echo miasta“ und „Metro“
Als Hauptstadt der Wojewodschaft ist die Stadt Sitz verschiedener öffentlicher Behörden. Im Wojewodschaftsamtes auf der Piotrkowska ist Helena Pietraszkiewicz Wojewodin (2006). Weiterhin sitzen die Wojewodschaftskommandaturen von Polizei sowie das Veterinäramt und das Amt für Denkmalschutz in Łódź.
Die Feuerwehrkommandaturen der Stadt und der Wojewodschaft sitzen in der Straße Wólczańska und hatten 2005 27.473 Einsätze zu koordinieren, davon allein 8.409 in Łódź.[25] Angeschlossen an die Kommandaturen ist ein Schulungzentrum zur Aus- und Weiterbildung.
Das Staatsarchiv in Łódź hat sein Wurzeln bis in das jahr 1926. Das Archiv findet sich heute auf in der Straße pl. Wolności 1 sowie zwei weiteren Gebäuden in der Stadt. Weiterhin befinden sich zwei Außenstellen in Sieradz und Pabianice. Direktor des Archivs ist Piotr Zawilski.[26]
Das Zollamt in der Straße Lodowa 97 beschäftigte 2005 716 Mitarbeiter. Während des Jahres wurden Waren im Wert von 1.113.000 Złoty beschlagnahmt. Bereits am 15. August 1945 begann die Errichtung einer Verwaltungsstruktur für den Zollbereich. 1947 arbeiteten im Zollamt 35 Personen.[27]
Einige Staaten unterhalten in der Stadt Honorarkonsulate. Dazu gehören Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Lettland, Österreich, und Ungarn.[28]
Łódź verfügt über 23 Universitäten, wovon sechs staatlich und 17 privat betrieben werden. Die bedeutendste davon ist die Staatliche Film- und Theaterhochschule Łódź. Sie hat bedeutende Regisseure wie Roman Polański, Krzysztof Kieślowski oder Andrzej Wajda hervorgebracht. Da sie alle Filmberufe ausbildet, findet man heute Studenten aus der ganzen Welt an dieser Schule. Vor allem die hier ausgebildeten Kameraleute genießen einen international hervorragenden Ruf. Aber auch die Absolventen der Regieabteilung sind international erfolgreich. Jeder bekannte polnische Regisseur hat die Filmhochschule besucht. Zu den ersten Studenten an der Filmschule zählen Andrzej Munk, Andrzej Wajda und Janusz Morgenstern, die Ende der 1950er als Regisseure berühmt wurden. Auf der Piotrkowska-Straße kann man, wie auf dem Walk of Fame in Hollywood, Sterne der berühmten Absolventen der Filmhochschule finden.
Die Universität Łódź wird von über 40.000 Studenten an elf Fachbereichen besucht. Weitere öffentliche Hochschulen sind die Medizinische und die Polytechnische Hochschule, die Musik- und die Kunstakademie. Privat sind unter anderem die Wirtschaftsschule der Salesianer Don Boscos, die Management-, die Verwaltungs-, die humanistisch-wirtschaftliche, die Marketing- und Businesshochschule sowie die Informatik- und die Pädagogikhochschule.
Weiterhin verfügt die Stadt über 423 Schulen mit etwa 115.000 Schülern, die von 10.000 Lehrern betreut werden (2004). Davon sind 93 Grundschulen (poln. szkoły podstawowe), welche von 41.590 Schülern besucht werden, 48 Mittelschulen (poln. gimnazjum) mit 24.000 Schülern und 45 Gymnasien (poln. liceum) mit etwa 20.000 Schülern. Weiterhin gibt es 31 Berufsschulen mit ca. 14.000 Schülern.
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