Šešupė

Das Flüsschen Šešupė (deutsch Scheschuppe, polnisch Szeszupa, russisch Шешупе) entspringt in Polen, fließt nach Litauen, dann entlang der Grenze zur Oblast Kaliningrad, in der er östlich der Stadt Ragnit in die Memel mündet.

Seit dem 15. Jahrhundert ist die Šešupė zusammen mit den Nebenflüssen Širvinta und Liepona Teil einer der stabilsten Staatsgrenzen Europas – anfangs zwischen Deutschem Orden im Westen und Litauen im Osten, später zwischen Preußen bzw. dem Deutschen Reich im Westen und Russland im Osten, heute zwischen Russland im Westen und Litauen im Osten.

Im Zuge des nationalsozialistischen Bildersturms gegen geografische Bezeichnungen, die in den Augen der Machthaber nicht deutsch genug klangen, wurden vor allem in den östlichen Distrikten der damaligen Provinz Ostpreußen 1938 zahlreiche Ortsnamen mit altpreußischen, litauischen oder polnisch-masurischen Wurzeln durch in den meisten Fällen willkürlich gewählte oder übersetzte deutsche Bezeichnungen ersetzt. Die Šešupė erhielt dabei den Namen Ostfluss. Auch die meisten Orte entlang des Flusses, darunter der Flecken Lasdehnen, welchen die Nationalsozialisten nach Haselberg (nach litauisch: lazdynas 'Haselstrauch') übersetzten, erhielten seinerzeit andere Namen.

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