Wappen von Aš
Aš auf der Karte von Tschechien
Aš
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 5586 ha
Geographische Lage: 50° 13' N, 12° 11' O
Höhe: 666 m n.m.
Einwohner: 12814 (2005)
Postleitzahl: 352 01
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Dalibor Blažek
Adresse: Kamenná 52
352 01 Aš
Website: www.muas.cz

(deutsch Asch) ist eine Stadt mit 12.814 Einwohnern (Stand 2005) in Nordwestböhmen, Tschechische Republik.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Rathaus
Rathaus

Die Stadt liegt im Elstergebirge, einem westlich an das Erzgebirge angrenzenden Gebirgszug. Die Gegend ist ein Teil des böhmischen Vogtlands. Verwaltungsmäßig gehört die ehemalige Bezirksstadt nun zum Okres Cheb. Ihre Lage in der äußersten Spitze Nordwestböhmens hat dazu geführt, dass die Stadt im Westen bzw. im Nordwesten und im Osten an Deutschland grenzt. Aš gehört der grenzüberschreitenden Mikroregion Freunde im Herzen Europas an und verfügt über einen Grenzübergang nach Selb, Oberfranken, Freistaat Bayern. Für Fußgänger und Fahrräder bestehen außerdem Grenzübergänge zum Rehauer Stadtteil Neuhausen und nach Bad Elster.

Geschichte

Goethedenkmal vor dem Rathaus
Goethedenkmal vor dem Rathaus

Die Besiedelung begann etwa im 11. Jahrhundert durch deutsche Kolonisten. Die Mundart in der Stadt war – im Gegensatz zum südlich angrenzenden Egerlandoberpfälzisch, welches auch als nordbayrisch bezeichnet wird. Im nördlich angrenzenden sächsischen Vogtland (Freistaat Sachsen) ist diese Mundart nur in den Ortschaften nahe der tschechischen Grenze (z. B. Adorf, Markneukirchen und Umgebung) anzutreffen. Noch ausgeprägter wird dieser Dialekt in der Umgebung von Bad Brambach gesprochen. Hier nennt er sich Südvogtländisch.

Erste Herrscher waren die Vögte von Weida, daher wird diese Gegend als böhmisches Vogtland bezeichnet. 1281 übergab der deutsche Kaiser den Vögten von Weida das Gebiet. 1331 kaufte Johann von Luxemburg das Gebiet. 1394 starb Konrad von Neuberg ohne einen männlichen Nachkommen und durch die Heirat von Konrad von Zedtwitz mit Hedwig von Neuberg ging Asch in die Hände der Zedtwitzer. 1557 wurde die Region von Ferdinand I. zum Lehen der Böhmischen Krone erklärt. Das Gebiet blieb protestantisch.

Sockel des früheren Luther-Denkmals
Sockel des früheren Luther-Denkmals

1775 wurde der protestantischen Region Asch im katholischen Böhmen von Maria Theresia Glaubensfreiheit zugesichert.

1854 wurde ein Kreisgericht eingerichtet. Die Rechte der Zedtwitzer, die fast 500 Jahre das Gebiet beherrschten, wurden aufgehoben. 1864 wurde Asch an die Eisenbahnstrecke Hof–Eger angeschlossen. 1885 wurde die später nach Adorf weitergeführte Lokalbahn nach Roßbach eröffnet.

Durch die florierende Textilindustrie wuchs die Bevölkerung des Ortes. Asch wurde 1872 zur Stadt erhoben.

1918 übte ein Soldatenrat die politische Macht aus, dieser Rat lehnte die Forderung der Separatisten aus Eger, die den Anschluss an Bayern forderten, ab.

1937 übernahm die Sudetendeutsche Partei die Macht. Die tschechischen Bewohner verließen die Stadt. Am 21. März 1938 wurde das Gebiet von Asch vom Sudetendeutschen Freikorps besetzt. Die Stadt hatte 1939 ca. 23.000 Einwohner. Am 20. April 1945 erfolgte die Besetzung durch die amerikanische Armee. Aufgrund der Beneš-Dekrete nach der Vertreibung der Deutschen 1946 verringerte sich die Zahl der Bewohner knapp um die Hälfte. Werkstätten und Fabriken mussten geschlossen werden. In den 1950er Jahren kam es durch die Grenzzone zu einer weiteren Verringerung der Bewohnerzahl. Weitere Betriebe wurden geschlossen.

Wirtschaftliche Entwicklung

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in der Stadt die Textilindustrie. Es wurden die ersten mechanischen Webstühle eingeführt. In Asch wurden zu Anfang des 19. Jahrhunderts auf einfachen Handwebstühlen baumwollene Kopf- und Halstücher, Musseline und Schleier, seit 1830 auch Tischtücher und Möbelstoffe, seit 1842 halb-, und reinwollene Damenkleiderstoffe, Halbseidenstoffe und Flanelle erzeugt. In Hranice (Rossbach) dagegen, dessen Weber schon um 1833 die Jacquardmaschine einführten, stellte man damals zumeist Waren für Indien und Spanisch-Amerika her, z. B. Brochês, billige Nachahmungen von Kaschmirschals. Noch vor Beginn des 2. Weltkrieges leidet die Industrie unter den politischen Verhältnissen. Derzeit sind noch wenige Textilunternehmen und metallverarbeitende Betriebe vorhanden.

Gemeindegliederung

Zu Stadt Aš gehören die Ortsteile Dolní Paseky (Niederreuth), Doubrava (Grün), Horní Paseky (Oberreuth), Kopaniny (Krugsreuth), Mokřiny (Nassengrub), Nebesa (Himmelreich, früher auch Egrisch Reuth), Nový Žďár (Neuenbrand) und Vernéřov (Wernersreuth).

Partnerstädte

Mitglied bei

Söhne und Töchter der Stadt

Wissenswertes

Die Buchstabenfolge A-S-C-H wurde von Robert Schumann in einem Klavierstück mit dem Titel ASCH-SCHA (Lettres dansantes) verarbeitet. Schumanns Jugendliebe Ernestine von Fricken stammte aus Asch.

Sehenswürdigkeiten

  • Das Stadtmuseum in einem Neurenaissanceschlösschen der Grafen von Zedtwitz informiert über die Geschichte des Ascher Ländchens und zeigt u.a. eine umfangreiche Handschuhsammlung.
  • Das Goethedenkmal aus dem Jahr 1932 erinnert an die Aufenthalte Goethes in den Jahren 1806 bis 1829.
  • Neben dem Rathaus findet man die Ruine der Stadtkirche, die in 60er Jahren des 20. Jahrhunderts bei Renovierungsarbeiten abbrannte und den Sockel des Martin-Luther-Denkmals.
  • Auf dem Háj (Hainberg), in unmittelbarer Umgebung der Stadt, befindet sich ein Bismarckturm. Es handelt sich um einen von drei Bismarcktürmen auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.

Weblinks

Quelle:
Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren