Die Fürstabtei Prüm des Benediktinerordens in Prüm (Eifel-Ardennen) wurde 721 von Bertrada der Älteren, der Schwiegermutter Pippins des Jüngeren gestiftet, aber erst 762 von König Pippin und seiner Frau Bertrada der Jüngeren, der Mutter Karls des Großen, tatsächlich gegründet. Die Abtei war stets eng verbunden mit der Familie der Karolinger und genoss deren besondere Gunst. Möglicherweise wurde Karl der Große hier geboren. Nach seiner Abdankung als Kaiser verbrachte Lothar I. in Prüm die letzten Jahre seines Lebens und wurde hier beerdigt.
Der Streubesitz der Abtei war riesig und reichte bis zur Bretagne und zur Rhône. Ungezählte Orte unter anderem in der Eifel und an der Ahr, auf dem Taunus, in der Umgebung von St. Goar, in Frankreich, Belgien und den Niederlanden sind im Güterverzeichnis der Abtei, dem Prümer Urbar, (zum Teil erstmals) urkundlich erwähnt.
Um den weitläufigen Besitz zu verwalten, waren der Abtei Prüm Vogteien und Filialklöster unterstellt, unter anderem: Revin (Frankreich), Güsten bei Jülich, Münstereifel, Kesseling an der Ahr und Altrip.
Berühmt war die Abtei auch aufgrund ihrer Klosterschule. In Prüm lebten unter anderem St. Markward, der Berater Ludwigs des Frommen, die heiliggesprochenen Ado von Vienne, Ansbald und Hungerus Frisius sowie der Dichter Wandalbert.
Der mittelalterliche Geschichtsschreiber Regino war Abt von Prüm.
Außer Lothar I. verbrachten auch andere Karolinger mehr oder weniger freiwillig einige Zeit in der Abtei:
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23. Juni 721 Erstgründung des Kloster durch Bertrada die Ältere und Charibert (von Mürlenbach) unter König Theoderich mit Mönchen aus dem Kloster Echternach.
27. Mai 752 Neugründung des Kloster durch König Pippin mit Benediktinermönchen aus St. Faron in Meaux bei Paris. Er übergibt dem Kloster Reliquien der Heiligen Drei Ärzte und Partikel der Sandalen Christi, der er seinerseits von Papst Zacharias erhalten hat. Die Kirche erhält danach dem Namen "Zum allerheiligsten Erlöser" - St. Salvator.
799 Einweihung der Klosterkirche St. Salvator (angeblich im Besein von Karl dem Großen und Papst Leo III.).
855 tritt Kaiser Lothar I. nach der Teilung von Prüm ins Kloster ein und stirbt wenig später.
882 erster Normannensturm. Klostergebäude werden verwüstet.
892 zweiter Normannensturm. Die Mönche fliehen der Überlieferung nach Dasburg.
1222 wird die Abtei Prüm von Kaiser Friedrich II. zum Fürstentum erhoben.
1576 kommt die Abtei gegen ihren Willen zum Kurfürstentum Trier. Vorher hatten sich in der Gemeinschaft reformatorische Bestrebungen gezeigt und der Erzbischof von Trier hatte schon 1554 beim Papst eine Union mit der Fürstabtei beantragt. Als der letzte Fürstabt Christoph von Manderscheid-Kayl 1576 starb erschien der Erzbischof Jakob III. von Eltz in Prüm und ließ sich gegen den Widerstand der Mönche als Nachfolger einführen.
1721 Neubau der Klosterkirche (durch Johann Georg Judas) unter Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg.
1748 Neubau der Abteigebäude durch Andreas Seitz nach Plänen von Balthasar Neumann unter Kurfürst Franz Georg von Schönborn (1912 vollendet).
1794 Auflösung des Klosters und Vertreibung der Mönche (Säkularisation) durch die Franzosen. Danach zeitweise Sitz diverser Ämter. Heute befindet sich in den Abteigebäuden das Regino-Gymnasium.
1802 wird die Abteikirche zur Pfarrkirche St. Salvator.
1827 Prüm wird Sitz eines Dekanates.
1860 werden beim Abbau des alten Hochaltares die Gebeine Kaiser Lothars und die Reliquien der Märtyrer Primus und Felicianus aufgefunden.
1874/1875 werden für die Gebeine und die Reliquien ein Grabmal mit finanzieller Unterstützung von Kaiser Wilhelm I. errichtet.
1891 stiften die Prümer Ärzte und Apotheker einen neuen Reliquienschrein für die Reliquien der Heiligen Drei Ärzte.
1896 wird ein neuer Schreinaltar für die Sandalen Christi errichtet.
1927 erhält die Kirche einen Barockaltar aus der Karmeliterkirche St. Nikolaus in Bad Kreuznach.
Seit 16. September 1944 ist die Stadt Prüm Ziel von amerikanischem Artellieriebeschuss. Vor allem seit dem 23. Dezember nehmen die Bombenangriffe zu (Ardennenoffensive). Die ehemaligen Abteigebäude werden stark beschädigt.
Heiligabend 1944 kurz vor der Christmette stürzt das Gewölbe des rechten Seitenschiffes und des gesamten Langschiffes infolge von Bombenangriffen ein.
1950 ist der Wiederaufbau der Kirche weitgehend abgeschlossen.
1950 verleiht Papst Pius XII. der Klosterkirche den Titel "Basilica minor"
1952 ist der Wiederaufbau der Abteigebäude in etwas vereinfachter Form weitgehend abgeschlossen