Abu Lubaba

Abu Lubaba war zu Zeiten Mohammeds ein Mitglied des in Yathrib (Medina) ansässigen arabischen Stammes der Amr Ibn Auf, einem Stamm im Stammesverbund der Banu Aus. Er wurde während der zweiten Huldigung von Aqaba zu einem der 12 Nuqaba (Anführer) Medinas, unter dem Oberbefehl Mohammeds, gewählt.

Abu Lubaba und die Banu Quraiza

Abu Lubaba wurde von Ibn Ishaq erwähnt, als er, nach der Grabenschlacht, als Mohammed und die ihm unterstellten Stämme Medinas, die Banu Quraiza belagerten, von diesen zu Verhandlungen gerufen wurde. Die Banu Aus waren vor Mohammeds Ankunft in Medina Verbündete der jüdischen Banu Quraiza, weshalb diese ihm trauten. Laut Ibn Ishaq deutete Abu Lubaba, auf die Frage der Juden, ob sie sich Mohammeds Urteil unterstellen sollten, auf seine Kehle, womit er darauf hindeuten wollte, dass sie dann niedergemetzelt würden, was später auch so eintraf.

Abu Lubaba bereute schon auf dem Rückweg, dass er diesen Plan Mohammeds verriet und band sich deshalb in einer Moschee an eine Säule, um so lange zu verweilen, bis Allah ihm verziehen hat. Auf dem Weg zum Morgengebet wurde er dann von Mohammed befreit, was Abu Lubaba als Verzeihung Gottes wertete. An diesem Morgen ergaben sich auch die Banu Quraiza, was mit dem Tod von allen Männern und der Versklavung der Frauen und Kinder endete.

Sagenumwoben und mit Sicherheit unhistorisch ist das Grab des als Prophetengefährten verehrten Abu Lubaba in Gabes (Tunesien).

Literatur

Islamische Quellen

  • Ibn Ishaq, Gernot Rotter (Übersetzer): Das Leben des Propheten. As-Sira An-Nabawiya. Spohr, Kandern im Schwarzwald 1999, ISBN 3-927606-22-7
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