Johann Adam Bernhard Ritter von Bartsch (* 17. August 1757 in Wien, † 21. August 1821 in Hietzing) war ein österreichischer Kunstschriftsteller und Künstler. Mit seinem Katalog von Drucken Alter Meister, dem „Peintre-graveur“, beginnt die Kunstgeschichte der Druckgrafik (Kupferstichwissenschaft). Bartsch selbst war Kupferstecher und ein Künstler der Radierung.
1777 wurde er Mitarbeiter der Kaiserlichen Hofbibliothek in Wien, studierte unter Jacob Schmuzer an der Wiener Kupferstecherakademie den Kupferstich und wurde 1791 erster Kurator der Druckesammlung. Er war Ratgeber Albert von Sachsen-Teschens, der die Kunstsammlung der Albertina in Wien begründete, damals wie heute die bedeutendste Sammlung von Drucken Alter Meister. Im 20. Jahrhundert wurden die beiden Sammlungen in der Albertina zusammenglegt. Zwischen 1803 und seinem Tod 1821 veröffentlichte Bartsch die 21 Bände des Le Peintre Graveur in französischer Sprache, einem bahnbrechenden Verzeichnis von Drucken Alter Meister, darin holländische, flämische, deutsche und italienische Kupferstecher vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Literaturhinweise auf Bartsch beziehen sich normalerweise auf dieses Werk, das fünf mal neuaufgelegt wurde, zuletzt 1982.
The Illustrated Bartsch (Abaris Press, New York) ist ein englischsprachiger und illustrierter Nachdruck des Buches (das Original war wegen technischer Notwendigkeiten ohne Bilder), der seit 1978 herausgebracht wird und auf mindestens 164 Bände veranschlagt ist. Die größte Anzahl der Bildbände ist publiziert, die begleitenden Textbände, eigentlich eine komplette Neuschreibung, benötigen etwas länger. Jedoch ist nur Bartsch’ Nummerierung vollkommen erhalten, obwohl sein Werk oft zitiert wird. In Quellenangaben ist The Illustrated Bartsch oft als TIB abgekürzt. Im Internet ist sein Werk über die Bilderdatenbank ARTStor einzusehen (bisher lediglich die Bilder), vornehmlich für Universitäten aus Nordamerika.
Bartsch führte das nach ihm benannte Nummerierungssystem für die Radierungen Rembrandts (z. B. „Bartsch 17“ oder „B17“) und die Drucke vieler anderer Künstler ein, das noch genutzt bzw. am häufigsten referenziert wird und als Standard gilt.
Sein Ausdruck des peintre-graveur bzw. painter-engraver wird noch heute verwendet, um zwischen Druckern von Originalen und Druckern von Reproduktionsgraphiken zu unterscheiden, besonders für die Zeit Alter Drucke (bis etwa 1830).
1821, kurz vor seinem Tod, veröffentlichte er die Anleitung zur Kupferstichkunde in Deutsch.
Bartsch selbst schuf über 500 Drucke, einschließlich einiger Kopien älterer Drucke, gilt jedoch nicht als wichtiger Künstler.