Ein Agent (lat. Handelnder) handelt im Auftrag eines anderen für dessen Interessen. Agenten können somit Aufträge von Staaten, Wirtschaftsunternehmen oder Privatpersonen ausführen.
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Im Staatsauftrag haben Agenten im Unterschied zu Diplomaten einen besonderen, offenen oder verdeckten, häufig einmaligen Auftrag und genießen meist keinen diplomatischen Schutz.
Im Wirtschaftsauftrag ist die Bezeichnung Agent in Deutschland veraltet und durch den Handelsvertreter oder Makler ersetzt. Anders in Österreich und der Schweiz, vgl. (Art. 418 OR), wo man diese Bezeichnung noch offiziell antrifft (Obligationenrecht des schweizerischen Zivilgesetzbuch).
Im Bereich der Vermittlung künstlerischer Engagements ist der Begriff für berufsmäßige Agenten und deren Büros (= Agenturen) aber auch in Deutschland noch gebräuchlich, ebenso in der Buchbranche, wo ein Literaturagent nicht nur im englischsprachigen Raum zwischen Autor und Verlag vermittelt. Der Agent sucht einen passenden Verlag und verhandelt mit demselben - so auf der Frankfurter Buchmesse in einem eigenen Bereich, den nur die Agenten betreten dürfen. Auch Verlagsmitarbeiter sind hier anders als auf anderen großen Buchmessen wie der wichtigen Lizenz-Buchmesse London, wo sie direkt handeln dürfen, ausgeschlossen.
Seit den 90er Jahren gibt es auch sogenannte Software-Agenten. Dies sind Programme die das Internet nach vorher festgelegten Kriterien durchforsten.
In der AI-Forschung und der neueren Kognitionswissenschaft werden Menschen, Tiere und künstliche Wesen gleichermaßen als Agent bezeichnet. Ein Complete agent ist dabei ein natürliches oder künstliches System, das ständig mit seiner Umwelt interagiert; dabei werden die Sensoren des Agent selbst beeinflusst, während dieser wiederum auf seine Umwelt einwirkt. Bei ihm ist das eigene sensorische System engstens mit dem eigenen motorischen System gekoppelt. Oft verwendet man in diesem Bereich auch den Begriff des Software-Agenten.
Schon im Römischen Kaiserreich kannte man den verdeckten Ermittler der obersten Verwaltung, den so genannten agentus in rebus.
Agenten können offen die Interessen ihrer Auftraggeber vertreten (im polizeilichen Umfeld spricht man dann von Detektiv) oder verdeckt arbeiten (Verdeckter Ermittler, V-Mann, Inoffizieller Mitarbeiter, Geheimagent, Spion, Agent provocateur).
Bekannte Agenten mit Spionageauftrag waren:
Als Software-Agent bezeichnet man ein Computerprogramm, das weitgehend unabhängig von Benutzereingriffen arbeitet, es löst Aktionen aufgrund eigener Initiative aus (proaktiv), reagiert auf Änderung der Umgebung (reaktiv), es kommuniziert mit anderen Agenten und lernt aufgrund zuvor getätigter Entscheidungen bzw. Beobachtungen.
In diversen Communitys werden diese Art „Agenten“ eingesetzt, um Störenfriede aus der Community fernzuhalten.
Ein Animated Pedagogical Agent ist eine animierte Computerfigur, die in Software oder auf Webseiten eingebunden werden kann. Ein solcher Agent kann verschiedene Aufgaben übernehmen wie Hilfe geben, durch das Programm führen, lehren, Tipps und Ratschläge geben usw. Merkmale pädagogischer Agenten können sein: anthropomorphisches Aussehen und menschliche Stimme, Bewegung, Gestik, Mimik u.a. Pädagogischen Agenten wird eine positive Wirkung auf die Motivation z.B. beim Lernen zugeschrieben. Außerdem lenken sie den Lerner, wodurch er sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.
Das englische Wort agent wird oft mit Agent übersetzt, kann jedoch auch andere Bedeutungen haben. So ist ein FBI agent eigentlich kein FBI-Agent, sondern ein FBI-Beamter. Ein baking agent ist kein Back-Agent, sondern Backpulver. Agent Orange heißt jenes Gift, mit dem im Vietnamkrieg der Dschungel entlaubt wurde.