Albert Cossery

Albert Cossery (* 1913 Kairo) ist ein frankophoner pariser Schriftsteller ägyptischer Nationalität.

Albert Cossery wurde 1913 in eine bürgerliche, aus Damiette gebürtige Familie geboren. Wie es damals in wohlhabenden Familien üblich war, wurde er in eine christliche französische Schule geschickt (Albert Cossery ist Kopte). Schon mit 10 Jahren kannte er die französische Literatur gut, begann Roman und Gedichte zu schreiben.

Henry Miller, den er während einer Reise in die USA kennen lernte, ermöglichte es ihm 1940 seinen ersten Roman zu veröffentlichen (Les hommes oubliés de Dieu, engl. Men God forgot). 1945 geht er nach Paris, wo er seither in einem Zimmer in einem Hotel wohnt.

Alle Romane Albert Cosserys spielen in Ägypten. Der Autor ist von wirklicher Liebe zu seinen Figuren erfüllt. Seine Bücher sind voller Ironie, aber nie zynisch. Sie machen sich über die Eitelkeit und die Beschränkheit einer materialistisch orientierten Welt lustig. Sie portätieren den Kontrast zwischen Armut und Reichtum, den Mächtigen und den Machtlosen in einer witzigen und dramatischen Weise.

Seine Hauptfiguren sind oft Landstreicher, Diebe oder Dandys, die die Ordnung einer ungerechten Gesellschaft unterwandern. Sie sind oft autobiographisch wie Teymour, der Held des Romans "Un complot de saltimbanques", ein junger Mann, der nach einem dem Vergnügen statt der Studien gewidmetem Leben im Ausland ein Diplom als Chemieingenieur fälscht und in seine Heimatstadt zurück kehrt, wo er zusammen mit seinen Dandy-Freunden in eine unerwartete Intrige gegen die Behörden gerät.

Cossery wird von manchen aufgrund seiner humorvollen und provokativen, zugleich auch luziden und tiefen Sicht der Beziehungen zwischen den Menschen und der Gesellschaft als freier Denker, als letzter genuin 'anarchistischer' Schriftsteller der westlichen Kultur geschätzt. Sein Schreibstil folgt weder akademischen Regeln noch den Standards der Avantgarde. Er ist ein lebhafter, faszinierender Geschichtenerzähler, seine Geschichten sind nie langweilig. Die Weisheit seiner Bücher macht sie in den Augen seiner Bewunderer zu Monumenten der Freiheit des Denkens gegen den Materialismus und die zeitgenössische Obsession mit Konsum und Produktivität, gegen die Eitelkeit sozialer Rituale und gegen die Ungerechtigkeit der Reichen gegen die Armen.

Zwei seiner Romane (Les Couleurs de l'infamie und Mendiants et orgueilleux) wurden von Golo als Comics adaptiert.

Auszeichnungen

  • 1990 erhält er für sein Gesamtwerk den Grand Prix de la Francophonie
  • 1995 Grand Prix Audiberti

Bibliographie

  • Les Couleurs de l'infamie
  • Une ambition dans le désert
  • La Violence et la dérision, dt. Gewalt und Gelächter, Düsseldorf : Rauch, 1966, Neuausgabe: Berlin : Schelzky und Jeep, 2000
  • Les Hommes oubliés de Dieu
  • La Maison de la mort certaine
  • Les Couleurs de l'infamie
  • Les Fénéants dans la vallée fertile
  • Mendiants et orgueilleux, dt. Gohar der Bettler : Roman, München ; Wien : Hanser, 1996, als Taschenbuch: Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1998
  • Un complot de saltimbanques
  • Albert Cossery, ein Ägypter in Paris - München ; Wien : Hanser, 1995 - Aufsätze

Weblinks

  • Biblioweb,eine Biographie, und Zusammenfassungen verschiedener seiner Werke (auf französisch)


Quelle:
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