Alexander III. (Russland)

Alexander III. Alexandrowitsch (russisch Александр III Александрович; * 26. Februar/10. März 1845 in Sankt Petersburg; † 20. Oktober/1. November 1894 in Liwadija auf der Krim) aus dem Haus Romanow-Holstein-Gottorp war vom 2. März/14. März 1881 bis zu seinem Tod Zar des Russischen Reiches.

Alexander III., Aufnahme Nadar
Alexander III., Aufnahme Nadar
Alexander III.
Alexander III.

Inhaltsverzeichnis

Familie und Nachkommen

Alexander III. war der zweite Sohn von Alexander II. von Russland und dessen erster Gemahlin Maximiliane von Hessen-Darmstadt. Seit dem 28. Oktober 1866 war er mit Dagmar von Dänemark verheiratet, die ihm folgende Kinder schenkte:

Biografie

Die Ermordung Alexanders II. verfolgte die nächsten zwei Zaren wie ein Gespenst. So zog der neue Zar mit seiner Familie in ein gut bewachtes Hochsicherheitsschloss in den Petersburger Vorort Gatschina, gründete 1881 den Sicherheitsdienst Ochrana und erließ im Mai 1882 die judenfeindlichen Maigesetze. Eine wichtige Rolle spielte für ihn der konservative Jurist Konstantin Pobedonoszew, der als sein persönlicher Berater und als graue Eminenz fungierte.

Alexander III. glaubte nicht an eine Revolution und liebte keine Reformen. Er hob beinahe alle Liberalisierungsvorschläge seines Vaters auf, obwohl er die Leibeigenschaft nicht wieder einführen konnte. Er erweiterte die Machtbefugnisse der Polizei, und zunehmend mehr Anarchisten, Populisten und sozialistische Revolutionäre wurden kurzerhand nach Sibirien deportiert. Allmählich zog er sich so die Feindschaft aller Klassen in Russland zu. Erneut flackerte überall der Terror auf.

1887 entging Alexander III. nur knapp einem Attentat. 1889 fand auf seine Initiative die Eröffnung des "Russischen Museums" statt. Während seiner Herrschaft erlebte Russland das Zeitalter der Industrialisierung.

Außenpolitisch hatte Russland unter seiner Herrschaft Landgewinne in Zentralasien und im Fernen Osten am Pazifik zu verzeichnen. Während seiner 13jährigen Herrschaft entstand die Transsibirische Eisenbahnstrecke, die größte der Welt, die den europäischen Teil Russlands mit seinen Ostgebieten verband. Nach Alexanders Tod 1894 ging der Zarenthron an seinen ältesten Sohn Nikolaus II.

Literatur

  • Sylvain Bensidoun: Alexander III : 1881–1894. – Paris : Sedes, 1990
  • E.M. Almedingen, Die Romanows - Geschichte einer Dynastie, Russland 1613 - 1917, Ullstein, Frankfurt/M., 1992, ISBN 3-548-34952-8

Siehe auch

Weblinks

Anmerkung: Sind im Artikel doppelte Daten angegeben, nennt das erste Datum den Tag des Julianischen Kalenders, das zweite den Tag des Gregorianischen Kalenders. Die Kalenderumstellung erfolgte in den meisten Ländern zwischen 1582 und 1812, in einigen Staaten Osteuropas jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts (so in Russland im Februar 1918).



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